Wettringen in Franken präsentiert sich als beschauliches Idyll an der oberen Tauber, direkt an der bayerisch-württembergischen Grenze gelegen. Diese Grenzlage verleiht dem Ort eine besondere Dynamik, da hier seit Jahrhunderten unterschiedliche Einflüsse aufeinandertreffen. Geografisch besticht die Gemeinde durch ihre Einbettung in die sanften Hügel des Taubergrunds, geprägt von Landwirtschaft, alten Mühlen und einer tief verwurzelten Tradition.
Das Dorf wirkt auf den ersten Blick wie aus der Zeit gefallen, doch hinter den Mauern der historischen Gehöfte und der weithin sichtbaren Kirche St. Petrus und Paulus verbergen sich Geschichten, die weit über die Grenzen Frankens hinausreichen.
Besonders die Kombination aus naturverbundener Abgeschiedenheit und der strategischen Bedeutung als Durchgangsort macht Wettringen zum idealen Schauplatz für ein Verbrechen, das seine Wurzeln in der Vergangenheit hat und nun die Ruhe der Gemeinde empfindlich stört.
Schauplätze
Der erste zentrale Schauplatz ist die St. Petrus und Paulus Kirche. Inmitten der sakralen Stille, zwischen den alten Kirchenbänken, wird ein zerrissenes Blatt aus einem historischen Kirchenbuch gefunden. Dieses Beweismittel, ein Pergamentfragment aus dem 19. Jahrhundert, deutet auf einen unrechtmäßigen Besitzübergang eines wertvollen Grundstücks hin. Der Täter muss bei der Suche nach diesem Dokument gestört worden sein.
Ein weiterer Tatort ist die historische Tauberbrücke. Hier wird ein verloren gegangener Manschettenknopf aus massivem Silber sichergestellt, der ein ungewöhnliches Wappen trägt. Die Brücke dient als Ort für geheime Übergaben, da sie nachts kaum beleuchtet ist und Fluchtwege in zwei verschiedene Bundesländer bietet.
Die Alte Mühle am Ortsrand stellt den dritten Schauplatz dar. In den staubigen Mahlgängen findet die Spurensicherung Reste von hochwertigem Düngemittel, das in dieser Zusammensetzung in der regulären Landwirtschaft der Region seit Jahren verboten ist. Dies deutet darauf hin, dass die Mühle als Lagerstätte für illegale Substanzen zweckentfremdet wurde.
Der finale Ort ist der Wettringer Dorfbrunnen. In das kalte Wasser wurde eine antike Taschenuhr geworfen, deren Zeiger exakt zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Kampfes stehengeblieben sind. Die Gravur auf dem Gehäuse führt direkt in den inneren Zirkel der Verdächtigen.
Verdächtige
Georg Ackermann ist der einflussreiche Großbauer des Ortes. Sein Motiv ist die Sicherung seines Erbes. Die neuen Grundbuchfunde in der Kirche könnten beweisen, dass sein Hof auf Land steht, das seiner Familie nie rechtmäßig gehörte. Als Besonderheit gilt sein Hang zur Perfektion und seine Abneigung gegen Fremde, die seine Vormachtstellung im Dorf infrage stellen könnten.
Helena von Stetten ist eine zugezogene Antiquitätenhändlerin mit einer Vorliebe für regionale Geschichte. Ihr Motiv ist Habgier. Sie wusste um den Wert der Dokumente in der Kirche und wollte diese gewinnbringend an einen privaten Sammler verkaufen. Ihre Besonderheit ist ihr umfangreiches Wissen über Heraldik, was sie sofort mit dem gefundenen Manschettenknopf in Verbindung bringt.
Hubertus „Hubi“ Meyer ist der ehemalige Mühlenbesitzer, der nun als Hausmeister in der Gemeinde arbeitet. Sein Motiv ist Rache. Er fühlte sich von der Dorfgemeinschaft bei der Stilllegung seiner Mühle im Stich gelassen. Seine Besonderheit ist seine exzellente Ortskenntnis; er kennt jeden Geheimgang und jeden Schleichweg rund um Wettringen, was ihn zum perfekten Schatten macht.
Konflikt und Geheimnis
Die tiefere Hintergrundgeschichte des Falls führt zurück in die Zeit der Flurbereinigung. Damals wurden Grenzsteine heimlich versetzt, um die Erträge bestimmter Familien zu maximieren. Ein jahrzehntealtes Familiengeheimnis besagt, dass ein beträchtlicher Teil des Wettringer Gemeindewaldes eigentlich einer Stiftung gehört, deren Gelder der Dorfjugend zugutekommen sollten. Die Verdächtigen sind alle auf unterschiedliche Weise in dieses Geflecht aus Lügen und Urkundenfälschung verstrickt. Der aktuelle Mord geschah, weil das Opfer – ein Archivar aus Ansbach – kurz davor stand, die Wahrheit über die Grenzziehungen zu veröffentlichen. Der Konflikt zwischen Traditionswahrung und moderner Gerechtigkeit bildet den emotionalen Kern des Falls.
Aufklärung und Finale
Die Überführung des Täters erfolgt während einer inszenierten Gemeindeversammlung im alten Rathaus. Durch die geschickte Kombination der Beweismittel wird der Täter aus der Reserve gelockt. Der entscheidende Moment ist der Abgleich des Silbermanschettenknopfs mit dem Gegenstück, das Georg Ackermann bei der Versammlung trägt – eine Falle, da die Ermittler behauptet hatten, das Fundstück sei wertlos. Als er versucht, seine Unschuld durch die Präsentation seiner Taschenuhr zu beweisen, wird ihm klar, dass genau diese Uhr im Brunnen gefunden wurde. In die Enge getrieben, gesteht Ackermann, dass er den Archivar an der Tauberbrücke konfrontiert hat, wobei es zum tödlichen Handgemenge kam. Die Beweiskette aus Dokumentenfragmenten, chemischen Rückständen und den persönlichen Besitztümern ist lückenlos.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall endet mit der Wiederherstellung der Gerechtigkeit für die Gemeinde Wettringen. Alle Teilnehmer erhalten als Anerkennung für ihre detektivische Kleinarbeit die Auszeichnung „Hüter der fränkischen Grenzhöhe“. Dieses Zertifikat bescheinigt den erfolgreichen Abschluss der Ermittlungen und den Schutz des kulturellen Erbes der Region. Es ist mit dem offiziellen Siegel des (fiktiven) Wettringer Kriminalamts versehen.
Essen und Trinken
Passend zur Region werden traditionelle Fränkische Bratwürste mit Kraut und Bauernbrot serviert. Als vegetarische Alternative gibt es Gebackenen Camembert mit Preiselbeeren, eine Hommage an die lokale Molkereitradition. Zum Trinken wird ein kräftiges Landbier aus einer nahegelegenen Brauerei sowie ein trockener Silvaner aus dem Taubertal gereicht. Als Dessert dienen Apfelküchle mit Zimt und Zucker, zubereitet aus Früchten der umliegenden Streuobstwiesen.
Zusatz-Programmpunkte
Das Rahmenprogramm umfasst eine geführte Nachtwanderung zu den historischen Grenzsteinen, bei der schaurige Sagen aus dem Taubergrund erzählt werden. Zudem gibt es einen Workshop zur Handschriftenanalyse, bei dem die Teilnehmer lernen, wie man gefälschte Dokumente von echten unterscheidet. Musikalisch wird das Event von einer lokalen Blaskapelle untermalt, die zwischen den Ermittlungsphasen für die richtige Atmosphäre sorgt. Ein kleiner Regionalmarkt bietet zudem Produkte lokaler Erzeuger an, um den Bezug zum Ort zu stärken.
Benötigte Requisiten
Für die Durchführung werden folgende Gegenstände benötigt: Ein künstlich gealtertes Kirchenbuch-Fragment (Pergament), zwei identische Silbermanschettenknöpfe mit Wappen, eine defekte Taschenuhr mit Gravur, Proben von Düngemittel in kleinen Glasphiolen, Absperrband der Polizei, Taschenlampen für die Teilnehmer, ein tragbares Diktiergerät für „Zeugenaussagen“ sowie ein Set mit Lupen und Handschuhen für die Spurensicherung.
