Wernfeld, ein malerischer Ortsteil von Gemünden am Main, liegt an einem strategisch und geografisch faszinierenden Punkt Frankens. Hier, am Zusammenfluss von Wern und Main, trifft die sanfte, hügelige Landschaft des Werntals auf das weite, windungsreiche Maintal. Diese Lage am „Drei-Flüsse-Eck“ macht Wernfeld zu einem Knotenpunkt für Reisende und Naturverbundene gleichermaßen. Der Ort ist geprägt durch seine Eisenbahngeschichte, da er an einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands liegt, was ihm eine ständige Bewegung und Internationalität inmitten fränkischer Beschaulichkeit verleiht.
Umgeben von dichten Mischwäldern und steilen Weinbergen, bietet Wernfeld eine Kulisse, die sowohl idyllisch als auch geheimnisvoll wirkt. Das Dorfbild wird bestimmt durch gepflegte Hofanlagen und die Nähe zum Wasser, was eine ganz eigene Dynamik aus Flussromantik und logistischer Bedeutung erzeugt. In dieser Umgebung, in der jeder jeden kennt und doch die weite Welt auf Schienen täglich vorbeirauscht, entfaltet sich ein Kriminalfall, der die tiefen Gräben zwischen Tradition und technischem Fortschritt offenlegt.
Schauplätze
Ein zentraler Schauplatz ist das Wernufer unter der alten Eisenbahnbrücke. Das massive Mauerwerk der Brücke dämpft das Rauschen des Wassers und bietet ein Versteck vor neugierigen Blicken. Hier wird ein verrosteter Weichenschlüssel gefunden, der jedoch nicht zu den modernen Anlagen der Bahn passt, sondern ein historisches Erbstück aus der Zeit der Dampflokomotiven zu sein scheint. Der Schlüssel ist mit einer merkwürdigen, öligen Substanz verschmiert, die nach altem Maschinenfett riecht.
Der zweite Ort ist die St. Andreas Kirche im Herzen des Ortes. In einer der hinteren Bänke findet man ein verlorenes Gebetbuch, in dem kein religiöser Text liegt, sondern eine handgezeichnete Karte der Gemarkung Wernfeld. Bestimmte Flurstücke entlang der Bahntrasse sind mit einem roten Kreuz markiert. Am Einband kleben Reste von Kalkstaub, wie er typischerweise bei Bauarbeiten oder in alten Kellern vorkommt.
Als dritter Schauplatz dient der Radweg entlang des Mains, eine belebte Strecke für Touristen. Nahe einer Ruhebank wird eine zerknitterte Fahrkarte der Regionalbahn sichergestellt. Das Besondere daran: Die Karte wurde nicht entwertet, trägt aber auf der Rückseite eine hastig notierte Uhrzeit und eine Ziffernfolge, die wie ein Code für ein Schließfach wirkt.
Der finale Ort ist die historische Kelterstation am Ortsrand. In den dunklen Ecken der Kelterhalle wird ein kaputter Arbeitsschuh entdeckt. Die Sohle weist ein ungewöhnliches Profil auf, das genau zu den Abdrücken passt, die am schlammigen Wernufer gesichert wurden. In der Schuhspitze steckt zudem ein kleiner Splitter aus buntem Glas, der nicht aus einer Weinflasche stammt.
Verdächtige
Karl-Friedrich „Kalle“ Bahnmann ist ein pensionierter Stellwerksmeister, der sein ganzes Leben bei der Bahn verbracht hat. Sein Motiv ist verletzter Stolz. Er konnte nie verwinden, dass die alten mechanischen Anlagen durch anonyme Computertechnik ersetzt wurden. Er wollte beweisen, dass das alte System immer noch das sicherste ist, und plante eine symbolische Sabotage. Seine Besonderheit ist sein enzyklopädisches Wissen über den Schienenverkehr und seine Angewohnheit, ständig eine alte Pfeife bei sich zu tragen, die denselben Geruch wie das Maschinenfett am Weichenschlüssel verströmt.
Margarete Weinbauer ist die Besitzerin eines traditionsreichen Weinguts. Ihr Motiv ist Existenzangst. Die geplante Erweiterung der Bahntrasse bedroht ihre besten Lagen am Hang. Sie wollte den Bau verzögern, indem sie „archäologische Funde“ auf dem Gelände platzierte, um die Arbeiten zu stoppen. Ihre Besonderheit ist ihre Detailversessenheit und der Umstand, dass sie als Kirchenvorständin freien Zugang zu allen Räumlichkeiten der St. Andreas Kirche hat.
Simon Vogler ist ein junger Bauingenieur, der für das neue Logistikprojekt in der Region zuständig ist. Sein Motiv ist Habgier. Er wurde von einer Investorengruppe bestochen, um Informationen über die Bodenbeschaffenheit und wertvolle Kiesvorkommen exklusiv weiterzugeben. Der Archivar, der das Verbrechen aufdeckte, kam ihm in die Quere. Seine Besonderheit ist sein auffallend modisches Auftreten, das so gar nicht zu der groben Arbeitskleidung passt, die er offiziell tragen muss.
Konflikt und Geheimnis
Hinter der Fassade des friedlichen Dorfes schwelt ein Konflikt um das „Wernfelder Gold“. Damit ist jedoch kein echtes Edelmetall gemeint, sondern ein vergessenes Depot aus der Nachkriegszeit, das beim Bau der ersten großen Bahntrasse versiegelt wurde. Es enthält wertvolle Industriepatente und Konstruktionspläne, die heute für moderne Technikunternehmen Millionen wert sind. Das Geheimnis liegt darin, dass diese Dokumente unter dem Fundament eines alten Bahnwärterhäuschens vergraben liegen, genau dort, wo nun die neue Trasse entstehen soll. Der Kampf um den Zugriff auf dieses Erbe hat zu Erpressung, Diebstahl und schließlich zum gewaltsamen Tod eines Mannes geführt, der die alten Pläne im Archiv der Bahn wiederentdeckt hatte.
Aufklärung und Finale
Die Überführung des Täters ereignet sich während der Einweihung des neuen Radrastplatzes am Main. Vor versammelter Mannschaft werden die Indizien präsentiert. Der entscheidende Moment ist die Vorführung des Arbeitsschuhs. Simon Vogler behauptet, diesen Schuh noch nie gesehen zu haben. Doch die Ermittler präsentieren das fehlende Gegenstück: Ein Foto einer Überwachungskamera vom Bahnhof Gemünden, das Vogler genau in diesen Schuhen zeigt. Als er versucht, sich mit der Ausrede zu retten, er habe die Schuhe nur für eine Baustellenbegehung geliehen, wird der Glassplitter zum Verhängnis. Dieser Splitter stammt von einer antiken Linse aus einem alten Signalfeuer, das Vogler bei seiner Suche nach dem Depot im alten Bahnwärterhaus zertreten hat. Unter dem psychologischen Druck und der Drohung, dass sein Bestechungsskandal auffliegt, gesteht Vogler, dass er den Archivar im Affekt an der Wernbrücke gestoßen hat, als dieser ihn zur Rede stellte.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall wird erfolgreich geschlossen und das „Wernfelder Gold“ dem Staatsarchiv übergeben. Alle Teilnehmer erhalten zur Belohnung die Auszeichnung „Großmeister der Wern-Logistik“. Dieses Zertifikat bestätigt die außergewöhnliche Kombinationsgabe und den Einsatz für die Sicherheit und Gerechtigkeit im Werntal. Es ist mit einer Abbildung der historischen Eisenbahnbrücke und dem Wappen von Wernfeld geschmückt.
Essen und Trinken
Das kulinarische Erlebnis orientiert sich an der deftigen Kost der Eisenbahner und Winzer. Es gibt „Wernfelder Eisenbahnertopf“, ein kräftiger Eintopf mit Rindfleisch, Kartoffeln und Wurzelgemüse aus der Region. Dazu werden „Zwiebelplootz“ (fränkischer Zwiebelkuchen) und frisches Brot aus dem Steinofen serviert. Als Getränk steht ein kühles Main-Pils oder ein fruchtiger Müller-Thurgau aus den Wernfelder Steillagen zur Auswahl. Zum Nachtisch werden „Bahnschwellen“ (Schokoladenbiskuits in Balkenform) gereicht.
Zusatz-Programmpunkte
Als Rahmenprogramm bietet sich eine Draisine-Fahrt auf einem stillgelegten Gleisstück an, bei der die Teilnehmer ihre Geschicklichkeit beweisen können. Zudem kann eine historische Weinprobe in einem der alten Felsenkeller organisiert werden, bei der die Geschichte des Weinbaus im Werntal im Fokus steht. Für Kinder und Technikbegeisterte gibt es eine Modelleisenbahn-Ausstellung, die den Bahnhof Wernfeld im Maßstab 1:87 zeigt. Eine Fackelwanderung zur Burgruine Scherenburg im benachbarten Gemünden rundet den Abend ab.
Benötigte Requisiten
Benötigt werden ein alter, schwerer Eisenschlüssel, ein Set mit historischen Lageplänen auf vergilbtem Papier, eine unentwertete Fahrkarte mit handschriftlichen Notizen, ein Paar verschmutzte Arbeitsschuhe, eine kleine Glaslinse oder bunte Splitter, Absperrband der Polizei, kleine Tütchen für Beweismittel, Lupen, Klemmbretter für die Ermittler und ein Laptop oder Projektor für die Präsentation der „Beweis-Fotos“.
