Die Stadt Volkach, das glänzende Juwel im Landkreis Kitzingen, liegt an der Spitze der berühmten Mainschleife in Unterfranken. Geografisch wird der Ort durch die dramatische Kehre des Mains bestimmt, die hier eine fast abgeschlossene Halbinsel bildet und eine der markantesten Landschaften ganz Frankens schafft. Eine absolute Besonderheit von Volkach ist seine Stellung als Zentrum des fränkischen Weinbaus, geprägt durch weltberühmte Lagen wie die Volkacher Kirchberg oder den nahegelegenen Escherndorfer Lump. Die Geografie bietet eine einzigartige Mischung aus steilen Muschelkalkhängen, auf denen die Reben der Sonne entgegenwachsen, und der fruchtbaren Talaue, die durch den Altmain und den Main-Donau-Kanal begrenzt wird. Historisch ist die Stadt durch ihre prächtige Altstadt mit dem Renaissance-Rathaus und den herrschaftlichen Höfen geprägt, die vom einstigen Reichtum des Weinhandels zeugen. Ein besonderes kulturelles Highlight ist die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten, die hoch über den Reben thront und die berühmte Schutzmantelmadonna von Tilman Riemenschneider beherbergt.
In Volkach ist der Wein nicht nur ein Getränk, sondern das pulsierende Blut der Gemeinschaft, das die sozialen Gefüge und wirtschaftlichen Interessen seit Jahrhunderten bestimmt. Wenn der herbstliche Nebel über dem Main aufsteigt und die Weinberge in ein geheimnisvolles Grau hüllt, wirken die engen Gassen der Stadt wie Schauplätze aus einer anderen Zeit. Hier, wo Tradition auf modernen Tourismus trifft, werden Familienfehden oft über Generationen hinweg unter den schweren Eichenfässern der Weinkeller gepflegt. In einer Stadt, die so sehr von ihrem Ruf und der Qualität ihres Bodens lebt, kann ein einziger Skandal die Existenz ganzer Winzerdynastien bedrohen. Das Vertrauen in die Reinheit des Weins und die Integrität der Lagen ist das höchste Gut, und wer daran rüttelt, beschwört Geister herauf, die besser in den tiefen Kellern der Mainschleife geblieben wären.
Schauplätze
Der erste Schauplatz ist die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. In einem versteckten Hohlraum hinter einer Sandsteinkonsole im Außenbereich wird ein beschädigtes Refraktometer gefunden. Dieses optische Instrument zur Messung des Zuckergehalts von Weintrauben weist an der Linse Spuren von klebrigem Traubenmost und feinem Kalkstaub auf. Direkt daneben wird eine verlorene Brille sichergestellt, deren Rahmen aus dunklem Horn gefertigt ist und an deren Bügel ein winziger Faden aus roter Seide hängt. Der Boden im Bereich der Kirche zeigt Abdrücke von eleganten Lederschuhen, die eine sehr glatte Sohle besitzen und in deren Profil sich kleine Samen von Wildkräutern verfangen haben, die typisch für die Trockenrasen der Mainschleife sind.
Ein weiterer entscheidender Ort ist die historische Mainlände in Volkach. Unter den massiven Holzbohlen des alten Anlegers, wo früher die Weinfässer auf die Schiffe verladen wurden, wird eine wasserfeste Aktentasche geborgen. Sie enthält keine geschäftlichen Unterlagen, sondern eine Sammlung von Original-Abfüllprotokollen aus den 1950er Jahren, die jedoch mit moderner Geheimtinte bearbeitet wurden, um die Herkunft bestimmter Weine zu verschleiern. An der Tasche kleben Reste von Flussschlamm und kleine Fragmente von Schiefer, der im Bereich der Mainschleife eher untypisch ist und auf eine Herkunft aus dem Steigerwald hindeutet. In der Nähe wird zudem ein leerer Flachmann gefunden, der einen starken Geruch nach Tresterbrand verströmt und mit einer Gravur versehen ist, die einen Karpfen zeigt.
Der dritte Schauplatz ist ein tiefer Gewölbekeller in der Volkacher Altstadt. Zwischen den aufgereihten Barriquefässern wird eine metallene Probiernadel entdeckt, wie sie Winzer verwenden, um Proben aus den Fässern zu ziehen. Die Nadel ist verbogen und weist an der Spitze Rückstände einer bläulichen Chemikalie auf, die in der modernen Kellertechnik streng verboten ist. Neben der Nadel liegen Scherben eines Bocksbeutels, an denen Reste eines extrem dunklen, fast schwarzen Weins haften. Im Staub des Kellerbodens finden sich Abdrücke von Gummistiefeln, die eine auffällige Abnutzung an der Innenseite der Ferse zeigen und deren Profil mit Kalkmörtel verschmiert ist, wie er bei der Restaurierung alter Kellergewölbe verwendet wird.
Der vierte Schauplatz ist der Aussichtspunkt „Vogelsburg“, der einen weiten Blick über die gesamte Mainschleife bietet. In einem hohlen Pfosten des Geländers wird eine verschlossene Metalldose gefunden. Sie enthält eine aktuelle Baugenehmigung für ein Luxushotel inmitten einer geschützten Weinlage, die jedoch offensichtlich mit einem gefälschten Siegel der Stadt Volkach versehen wurde. An der Dose haften Blütenblätter der Weinberg-Tulpe, einer seltenen Pflanze der Region. Ein in der Nähe gefundener Spazierstock weist eine gummierte Spitze auf, die mit frischem Asphalt verschmiert ist. Zudem findet sich dort ein Lederbeutel mit Korken, die jedoch alle mit einem falschen Jahrgangsbrand versehen wurden.
Verdächtige
Vinzenz Vonwein ist ein traditionsbewusster Winzerkönig, dessen Familie seit dem 17. Jahrhundert die besten Lagen in Volkach besitzt. Sein Motiv ist die absolute Reinhaltung der fränkischen Weintradition. Er befürchtete, dass durch moderne Panschereien und Billigimporte der Ruf der Mainschleife zerstört wird, und wollte die Verantwortlichen mit eigenen Mitteln bestrafen. Seine Besonderheit ist sein hinkender Gang, der die asymmetrischen Abdrücke im Keller erklärt, und seine Vorliebe für Tresterbrand, was ihn mit dem Flachmann an der Mainlände verbindet.
Beate Bauherr ist eine Immobilieninvestorin, die Volkach in ein Luxus-Resort für internationale Gäste verwandeln will. Ihr Motiv ist rücksichtsloser Profit. Sie hat die Baugenehmigung gefälscht und wollte die Weinberge der Vogelsburg umwidmen lassen, um Platz für ihre Hotelanlage zu schaffen. Ihre Besonderheit ist ihr extravaganter Stil mit roten Seidentüchern, was den Faden an der Brille erklärt, und ihre Vorliebe für modernste Technik, was sie mit den manipulierten Abfüllprotokollen verknüpft.
Dr. Klaus Keller ist ein Önologe und Berater für viele Weingüter in Franken. Sein Motiv ist Erpressung und wissenschaftlicher Hochmut. Er hat ein Verfahren entwickelt, mit dem minderwertiger Wein durch Chemikalien wie ein Spitzenwein schmeckt, und hat Winzer in der ganzen Mainschleife damit erpresst. Seine Besonderheit ist seine pedantische Art und die Tatsache, dass er orthopädische Lederschuhe trägt, was ihn mit den Spuren an der Kirche verbindet. Er besitzt das Wissen über die bläuliche Chemikalie an der Probiernadel.
Konflikt und Geheimnis
Der tiefe Konflikt dreht sich um die „Schwarze Rebe von Volkach“. Es existiert eine Legende über eine uralte, fast vergessene Rebsorte, die nur an einem einzigen, geheimen Ort an der Mainschleife wächst und einen Wein von unvergleichlicher Kraft hervorbringt. Das Geheimnis ist, dass dieser Ort genau dort liegt, wo Beate Bauherr ihr Hotel planen wollte. Das Opfer, ein junger Archivar, hatte die originalen Katasterunterlagen entdeckt, die beweisen, dass dieser Weinberg gemeinschaftliches Eigentum der Stadt ist und niemals bebaut werden darf. Er wurde getötet, weil sein Wissen sowohl die Millioneninvestition von Beate Bauherr als auch die illegale Weinproduktion von Dr. Klaus Keller gefährdete, der die „Schwarze Rebe“ für seine chemischen Experimente nutzen wollte, während Vinzenz Vonwein den Archivar für einen Spion der Bauherrin hielt.
Aufklärung und Finale
Das Finale findet während der Volkacher Weinfesttage auf dem Marktplatz statt. Vor der versammelten Menge werden die Verdächtigen mit den Beweisen konfrontiert. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch das Refraktometer. Die Messwerte darauf zeigen nicht den Zuckergehalt von Trauben, sondern die Konzentration der bläulichen Chemikalie, die Dr. Klaus Keller verwendet hat. Als Beate Bauherr versucht, die Flucht zu ergreifen, präsentieren die Ermittler den Seidenfaden. Dieser stammt exakt von ihrem Tuch, das sie verlor, als sie das Opfer an der Kirche Maria im Weingarten stellte. Doch der wahre Mörder wird durch den Bocksbeutel-Scherben überführt. Die DNA-Analyse am Flaschenhals führt direkt zu Vinzenz Vonwein. Es stellt sich heraus, dass Vinzenz den Archivar im Weinkeller zur Rede stellte und ihn im Zorn mit einem Bocksbeutel erschlug, weil er glaubte, der junge Mann wolle das Geheimnis der „Schwarzen Rebe“ an die Bauherrin verkaufen. Beate Bauherr und Dr. Klaus Keller werden wegen Dokumentenfälschung und versuchter Giftmischerei festgenommen.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall ist gelöst, die „Schwarze Rebe“ wird als Naturdenkmal unter Schutz gestellt und die Baupläne für das Hotel werden endgültig gestoppt. Die Teilnehmer des Krimi-Events werden für ihren Scharfsinn und ihren Einsatz für die fränkische Kultur geehrt. Sie erhalten die Auszeichnung „Ritter der Mainschleife“. Dieses Zertifikat bestätigt ihren Status als offizielle Ehren-Kommissare für den Landkreis Kitzingen und Experten für önologische Kriminalistik.
Essen und Trinken
Das Menü feiert die kulinarische Vielfalt von Volkach. Als Vorspeise wird eine „Weinbergssuppe“ mit Riesling-Schaum und Croutons serviert. Der Hauptgang besteht aus „Fränkischem Sauerbraten“ in einer kräftigen Soße, verfeinert mit einem Schuss Spätburgunder, dazu gibt es hausgemachte Kartoffelklöße und ein Blaukraut mit Äpfeln aus der Mainschleife. Für Vegetarier werden „Gebackene Sellerieschnitzel“ mit einer Kräutersoße und Wildreis angeboten. Zum Trinken wird ein kühler Silvaner aus einer der Top-Lagen von Volkach oder ein spritziger Franken-Secco gereicht. Zum Nachtisch gibt es „Weinpudding“ mit einer roten Fruchtgrütze und einen Digestif aus heimischen Weinbergen.
Zusatz-Programmpunkte
Das Rahmenprogramm beinhaltet eine geführte Wanderung durch die Mainschleife, bei der die Geologie des Muschelkalks und die Besonderheiten des Weinbaus erläutert werden. Zudem wird eine Besichtigung der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten inklusive einer Erklärung des Riemenschneider-Altars angeboten. Für Weininteressierte gibt es eine Sensorik-Schulung, bei der die Teilnehmer lernen, die Reinheit fränkischer Weine zu prüfen. Ein kleiner Handwerkermarkt in der Altstadt präsentiert zudem die Kunst der Fassbinder und Glasbläser aus der Region.
Benötigte Requisiten
Benötigt werden ein beschädigtes Refraktometer, Hornbrille mit Seidenfaden, eine wasserfeste Aktentasche, Abfüllprotokolle (Repliken), ein Flachmann mit Karpfen-Gravur, eine verbogene Probiernadel, Bocksbeutel-Scherben, eine Metalldose mit gefälschter Baugenehmigung, ein Spazierstock mit Asphaltspuren, ein Lederbeutel mit Jahrgangskorken sowie die gedruckten Urkunden für die Siegerehrung.
Festlegung der genauen Standorte für die Indizienverteilung in den Weinbergen oberhalb der Mainschleife als nächste planerische Maßnahme.
