Die Gemeinde Untersiemau liegt als südliches Tor zum Coburger Land eingebettet in die sanften Hügelketten des oberfränkischen Keuperberglandes. Geografisch wird der Ort maßgeblich durch das weite Tal der Siemau geprägt, die sich als silbriges Band durch die Auen zieht und dem Ort seit jeher als Lebensader dient. Eine absolute Besonderheit von Untersiemau ist seine dichte Ansammlung historischer Adelssitze, die dem Ort den inoffiziellen Beinamen „Dorf der Schlösser“ eingebracht haben. Allen voran thront das Wasserschloss Untersiemau mit seinem markanten Treppenturm und dem tiefen Wassergraben über dem Kernort, flankiert vom Oberen Schloss und dem Unteren Schloss. Diese geografische und architektonische Dichte zeugt von der einstigen Macht der Schenken von Siemau, einem Adelsgeschlecht, das über Jahrhunderte die Geschicke der Region und die Verbindung zum nahen Coburg prägte. Die Architektur spiegelt eine Mischung aus wehrhafter Gotik und verspielter Renaissance wider, wobei die massiven Sandsteinmauern und die tiefen Kellergewölbe bis heute Geschichten von Ritterfehden und herrschaftlichen Privilegien bewahren.

In einer Gemeinde, in der das Erbe der Ahnen an jeder Straßenecke präsent ist und die Grenzen zum benachbarten Itzgrund fließend verlaufen, herrscht ein ausgeprägtes Bewusstsein für Historie und familiäre Wurzeln. Doch unter der idyllischen Oberfläche, zwischen den gepflegten Parkanlagen und den alten Mühlen am Ufer der Siemau, gären oft Konflikte, die so tief liegen wie die Fundamente der Wasserschlösser. In Untersiemau wird Tradition nicht nur gepflegt, sie wird manchmal mit einer Verbissenheit verteidigt, die Außenstehende unterschätzen. Wenn der herbstliche Nebel aus den Wiesen des Siemaugrundes aufsteigt und die Silhouette der Schlösser verschwimmen lässt, wird deutlich, dass hinter den schweren Eichenportalen Geheimnisse ruhen, deren Aufdeckung die Ruhe des gesamten Landkreises Coburg erschüttern könnte.

Schauplätze

Der erste Schauplatz ist das Wasserschloss Untersiemau. In einer versteckten Nische hinter einem steinernen Löwenkopf am Wassergraben wird ein beschädigter Siegelring aus dunklem Silber gefunden. Das Schmuckstück weist an der Gravur Spuren von getrocknetem Algenbewuchs und winzige Partikel von rotem Siegellack auf. Direkt neben der Fundstelle wird eine verlorene Taschenuhr sichergestellt, deren Deckel mit einer feinen Gravur der Siemauer Schlossansicht versehen ist und deren Mechanismus durch Eindringen von Feuchtigkeit stehen geblieben ist. Der Boden im Bereich des Schlosshofes zeigt Abdrücke von eleganten Lederschuhen, die eine sehr glatte Sohle besitzen und in deren Profil sich kleine Samen von Wasserlinsen verfangen haben. Zudem wird ein zerknitterter Pergamentbrief entdeckt, der die handschriftliche Anweisung „Das Grab im Graben muss verborgen bleiben“ enthält.

Ein weiterer entscheidender Ort ist die historische Dorfkirche St. Salvator. Hinter einem der wuchtigen Altarflügel wird eine verschlossene Holzkiste geborgen. Sie weist Spuren von frischem Weihrauchstaub und winzige Fragmente von Blattgold auf. Im Inneren der Kiste befinden sich keine sakralen Gegenstände, sondern eine Sammlung von Original-Lehensurkunden aus dem 17. Jahrhundert, die jedoch mit moderner UV-Farbe bearbeitet wurden, um bestimmte Passagen über Grundbesitzverhältnisse hervorzuheben. An der Kiste kleben Reste von altem Spinnweben-Staub und kleine Fragmente von Kalkmörtel, wie er bei der Restaurierung von Kirchenmauern verwendet wird. In der Nähe wird zudem eine moderne Miniatur-Kamera gefunden, deren Speicherkarte in eine kleine Plastikhülle mit dem Emblem eines Coburger Archivservice gesteckt wurde.

Der dritte Schauplatz ist die Siemau-Brücke am alten Brauhaus. Unter den massiven Steinquadern des Brückenbogens wird eine metallene Dokumentenrolle entdeckt. Sie enthält ein Original-Schriftstück über die Fischereirechte im Siemaugrund, das jedoch mit moderner Geheimtinte ergänzt wurde. Neben der Rolle liegen Scherben eines Glaskruges, an denen Rückstände eines dunklen, malzigen Bieres haften, das typisch für die Brautradition im benachbarten Itzgrund ist. Im weichen Uferboden finden sich Abdrücke von festen Wanderstiefeln, die eine auffällige Abnutzung an der Innenseite der Ferse zeigen und deren Profil mit lehmigem Schlamm verschmiert ist. Zudem wird ein silberner Manschettenknopf sichergestellt, der die Form eines Fisches hat und in einer kleinen Vertiefung zwischen den Steinen festklemmte.

Der vierte Schauplatz ist der Schlosspark des Oberen Schlosses. In einem hohlen Stamm einer uralten Eiche wird ein beschädigtes Funkgerät gefunden. Das Gerät ist auf eine Frequenz eingestellt, die üblicherweise von privaten Sicherheitsdiensten genutzt wird. An dem Funkgerät haften Reste von Eichenrinde und kleine Fragmente von Moos. Ein in der Nähe gefundener Spaten weist eine Gravur auf, die auf eine bekannte Gärtnerei in Coburg hindeutet und an dessen Blatt noch frische Blumenerde klebt. Zudem finden sich dort Reste einer alten Karte, die das Tunnelsystem zwischen den drei Schlössern von Untersiemau zeigt und mit neonfarbenen Kreuzen markiert wurde.

Verdächtige

Freiherr Ferdinand von Fels ist ein entfernter Verwandter der einstigen Schlossherren und bewohnt einen Teil des Unteren Schlosses. Sein Motiv ist die Wiederherstellung des Familienbesitzes. Er glaubt, dass durch einen Formfehler bei der Bodenreform nach dem Krieg große Teile von Untersiemau eigentlich seiner Familie zustehen. Seine Besonderheit ist sein aristokratisches Auftreten und seine Vorliebe für maßgefertigte Lederschuhe, was ihn mit den Spuren am Wasserschloss verbindet. Er besitzt eine Sammlung historischer Siegelringe.

Gisela Gärtner ist die Landschaftsarchitektin, die mit der Umgestaltung der Schlossparks beauftragt wurde. Ihr Motiv ist professionelle Gier. Sie entdeckte bei Sondierungsarbeiten für ein neues Bewässerungssystem einen vergrabenen Familienschatz und wollte diesen heimlich bergen, bevor die Gemeinde davon erfährt. Ihre Besonderheit ist ihre technische Versiertheit und ihr hinkender Gang durch einen alten Arbeitsunfall, was die asymmetrischen Stiefelabdrücke an der Brücke erklärt. Sie nutzt oft moderne Kameras zur Dokumentation ihrer Projekte.

Konrad Kellermeister ist der ehemalige Archivar der Gemeinde und leidenschaftlicher Heimathistoriker. Sein Motiv ist Erpressung. Er wusste von den illegalen Grabungen und den gefälschten Urkunden und wollte sowohl den Freiherrn als auch die Gärtnerin unter Druck setzen, um seine karge Rente aufzubessern. Seine Besonderheit ist seine Vorliebe für dunkles Bier und seine Kenntnis über Geheimtinten, was ihn mit den Funden am Brauhaus und in der Kirche verbindet. Er nutzt das alte Funkgerät für die Überwachung seiner „Klienten“.

Konflikt und Geheimnis

Der tiefe Konflikt dreht sich um das „Siegel der Schenken“, ein legendäres Dokument aus der Zeit der Reformation, das den Schlössern von Untersiemau eine ewige Steuerfreiheit und den Besitz an allen Bodenschätzen im Siemaugrund zusichert. Das Geheimnis ist, dass dieses Dokument nicht verloren ging, sondern im Fundament des Wasserschlosses eingemauert wurde, um es vor den schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg zu schützen. Das Opfer, ein junger Historiker aus Coburg, hatte die Original-Urkunde bei einer unbefugten nächtlichen Begehung des Schlosses entdeckt. Er wurde getötet, weil sein Wissen sowohl die Rückgabeforderungen von Ferdinand von Fels als auch die Schatzgrabungen von Gisela Gärtner hinfällig gemacht hätte, da das Dokument das Land eindeutig der Gemeinde zuspricht.

Aufklärung und Finale

Das Finale findet während des Schlossfestes im Innenhof des Wasserschlosses Untersiemau statt. Vor den versammelten Bürgern präsentieren die Ermittler die Indizienkette. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch den silbernen Siegelring. Die mikroskopische Analyse zeigt, dass der Lack am Ring exakt mit dem Siegelwachs auf den gefälschten Urkunden in der St. Salvator Kirche übereinstimmt. Als Gisela Gärtner versucht, die Miniatur-Kamera unauffällig zu entsorgen, präsentieren die Ermittler den Manschettenknopf in Fischform, den sie beim Versuch verlor, die Dokumentenrolle unter der Brücke zu verstecken. Doch der wahre Mörder wird durch die Wasserlinsen an den Schuhen überführt. Es stellt sich heraus, dass Ferdinand von Fels das Opfer am Wassergraben stellte und es im Streit in den Graben stieß, wobei der junge Mann ertrank. Ferdinand von Fels glaubte, der Historiker wolle das Dokument vernichten, um der Familie den letzten Rest ihres Ruhms zu rauben. Konrad Kellermeister wird wegen Beihilfe und Erpressung festgenommen, da er die Tat mit dem Funkgerät belauscht, aber nicht eingegriffen hatte.

Auflösung und Teilnahmezertifikat

Der wahre Rechtsstatus der Ländereien wird geklärt, das „Siegel der Schenken“ wird dem Staatsarchiv übergeben und die Ruhe im Siemaugrund ist wiederhergestellt. Die Teilnehmer werden für ihren analytischen Scharfsinn geehrt. Sie erhalten die Auszeichnung „Großsiegel-Bewahrer von Untersiemau“. Dieses Zertifikat bestätigt ihren Status als offizielle Ehren-Kommissare für das Coburger Land und Experten für adelshistorische Kriminalistik.

Essen und Trinken

Das Menü orientiert sich an der herrschaftlichen und ländlichen Küche Oberfrankens. Als Vorspeise wird eine „Siemauer Bachkressesuppe“ mit gerösteten Brotwürfeln serviert. Der Hauptgang besteht aus originalen „Coburger Klößen“ (halbseidene Klöße) mit einem herzhaften Rinderbraten in einer kräftigen Rotweinsoße, dazu gibt es Blaukraut, das mit Äpfeln aus der Region verfeinert wurde. Für Vegetarier werden „Gebackene Steinpilze“ mit einer Kräutersoße angeboten. Zum Trinken wird ein kühles Lagerbier einer lokalen Brauerei oder ein Glas Frankenwein gereicht. Zum Nachtisch gibt es „Gebackene Hollerküchle“ mit Vanilleeis und einen Digestif aus heimischen Waldbeeren.

Zusatz-Programmpunkte

Das Rahmenprogramm beinhaltet eine geführte Drei-Schlösser-Wanderung, bei der die Geschichte der Schenken von Siemau erläutert wird. Zudem wird eine Besichtigung der Kirche St. Salvator mit Schwerpunkt auf den barocken Epitaphien angeboten. Für Naturinteressierte gibt es eine Exkursion durch die Siemauauen, um die Flora und Fauna des Flusstals kennenzulernen. Ein kleiner Handwerkermarkt im Schlosshof präsentiert zudem die Kunst der Steinmetze und Korbflechter aus der Region.

Benötigte Requisiten

Benötigt werden ein (Replik-)Silbersiegelring, eine Taschenuhr mit Gravur, eine Holzkiste mit Goldfragmenten, Lehensurkunden (bearbeitet), eine Miniatur-Kamera, eine metallene Dokumentenrolle, Glaskrug-Scherben, ein Fisch-Manschettenknopf, ein defektes Funkgerät, ein gravierter Spaten, eine markierte Schlosskarte sowie die gedruckten Urkunden für die Siegerehrung.

Festlegung der genauen Standorte für die Spurensuche im Bereich der Schlossgräben unter Berücksichtigung der Bodenbeschaffenheit als nächste notwendige Überlegung.

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