Die Gemeinde Trebgast liegt als kulturelles und landschaftliches Juwel im Landkreis Kulmbach, eingebettet in das malerische Tal der Trebgast, kurz vor deren Mündung in den Weißen Main. Geografisch wird der Ort durch den Übergang vom Kulmbacher Land in die Ausläufer des Fichtelgebirges geprägt, wobei die markanten Hänge des Harsdorfer Berges und die weiten Auenlandschaften das Panorama bestimmen. Eine absolute Besonderheit von Trebgast ist die überregional bekannte Naturbühne Trebgast, die in einem ehemaligen Steinbruch errichtet wurde und mit ihrer einzigartigen Akustik und Kulisse jährlich tausende Besucher nach Oberfranken lockt. Die Geografie des Ortes ist gezeichnet durch wasserreiche Wiesen, den idyllischen Trebgaster Badesee und die strategische Lage an der historischen Eisenbahnstrecke der „Schiefen Ebene“. Historisch gesehen war Trebgast eng mit dem Markgrafentum Brandenburg-Kulmbach verbunden, was sich in der prächtigen Architektur der Markgrafenkirche St. Johannes widerspiegelt, deren Turm als weithin sichtbarer Orientierungspunkt über dem Dorf thront.
Das Ortsbild besticht durch gepflegte Sandsteinbauten, traditionelle fränkische Fachwerkhäuser und die ehrwürdige alte Mühle. In einer Gemeinschaft, die stolz auf ihre Theater-Tradition, die Fischerei im Trebgasttal und den Zusammenhalt in den Vereinen blickt, herrscht ein Klima der Gastfreundschaft, aber auch des Stolzes auf die eigene Geschichte. Doch hinter der sommerlichen Heiterkeit der Theateraufführungen und der Ruhe am Badesee gären Konflikte, die oft so tief liegen wie die geologischen Schichten des ehemaligen Steinbruchs. In Trebgast weiß man um den Wert alter Privilegien und die verborgenen Pfade, die einst die markgräflichen Kuriere nutzten. Wenn der Abendnebel aus dem Maintal heraufzieht und die Rufe der Schauspieler auf der Bühne verstummen, wird deutlich, dass hinter der bürgerlichen Idylle Geheimnisse ruhen, die mit der Gier nach unentdeckten Bodenschätzen und der Manipulation historischer Dokumente verknüpft sind.
Schauplätze
Der erste Schauplatz ist die Zuschauertribüne der Naturbühne Trebgast. In einer Mauerritze direkt unter dem Souffleurkasten wird ein beschädigter Requisitendolch gefunden, der eine echte, geschliffene Stahlklinge besitzt. Das Objekt weist an der Parierstange Spuren von bläulichem Theater-Make-up auf sowie winzige Rückstände von getrocknetem Harz, wie es bei der Bearbeitung von Bühnenhölzern anfällt. Direkt unter einem Sitzplatz der ersten Reihe wird eine verlorene Taschenuhr sichergestellt, deren Gehäuse mit einer Gravur einer Theatermaske versehen ist und deren Mechanismus durch einen heftigen Aufprall bei genau 23:14 Uhr stehen geblieben ist. Der Boden im Bereich des Orchestergrabens zeigt Abdrücke von festen Schnürschuhen, die eine auffällige Abnutzung im Bereich der vorderen Sohle besitzen, in der sich kleine Partikel von Kalksteinstaub und Sägemehl verfangen haben. Zudem wird ein zerknitterter Textauszug entdeckt, auf dem handschriftlich vermerkt ist: „Der Vorhang fällt für immer“.
Ein weiterer entscheidender Ort ist das Ufer des Trebgaster Badesees. In einem dichten Schilfgürtel nahe der alten Pumpstation wird eine verschlossene Metallkassette geborgen. Sie weist Spuren von frischem Schmieröl auf und ist mit einem Wachssiegel verschlossen, das das markgräfliche Wappen zeigt. Im Inneren der Kassette befinden sich keine Goldmünzen, sondern eine Sammlung von Original-Gemarkungsplänen aus dem 18. Jahrhundert, die mit modernen Silberstiften markiert wurden, um unterirdische Wasserläufe zwischen Trebgast und Harsdorf hervorzuheben. An der Kassette haften Reste von Wasserlinsen und winzige Fragmente von Rotsandstein, wie er für die historischen Fundamente im Ort typisch ist. In der Nähe wird zudem eine moderne Endoskop-Kamera gefunden, deren Linse mit grünem Algenbelag verschmutzt ist. Ein hier liegender Arbeitshandschuh weist an der Handfläche Verfärbungen durch Gerbsäure auf.
Der dritte Schauplatz ist die Krypta der Markgrafenkirche St. Johannes. Hinter einem verwitterten Grabstein wird eine metallene Dokumentenrolle entdeckt. Sie enthält ein Original-Schriftstück über die alten Fischereirechte im Trebgasttal, das jedoch mit moderner Tinte am Rand manipuliert wurde. Neben der Rolle liegen Scherben eines Kristallglases, an denen Rückstände eines sehr klaren, starken Kirschschnapses haften, der typisch für die Obstbrenner der Fränkischen Schweiz ist. Im Staub der Krypta finden sich Abdrücke von Gummistiefeln, die eine auffällige Kerbe im Absatz zeigen und deren Profil mit lehmiger Erde verschmiert ist. Zudem wird ein silberner Ansteckpin sichergestellt, der die Form eines Notenschlüssels hat und in einer Mauerritze feststeckte.
Der vierte Schauplatz ist das Umfeld der alten Mühle. In einem hohlen Balken des Dachstuhls wird ein beschädigtes Smartphone gefunden. Das Gerät ist in eine Hülle aus dunklem Samt gehüllt, an der Reste von Mehlstaub haften. Auf dem Display ist als letztes Bild eine Aufnahme eines versteckten Hohlraums unter der Bühne zu sehen. An dem Smartphone kleben kleine Fragmente von Schiefer, wie er für die Bedachung der umliegenden Häuser verwendet wird. Ein in der Nähe gefundener Spaten weist eine Gravur auf, die auf eine Gärtnerei im Landkreis Kulmbach hindeutet. Zudem finden sich dort Reste eines alten Seils, das einen intensiven Geruch nach Teer verströmt.
Verdächtige
Reinhard Requisite, der langjährige technische Leiter der Naturbühne. Sein Motiv ist Existenzangst. Er entdeckte bei Instandsetzungsarbeiten einen wertvollen Mineralienfund direkt unter dem Fundament der Bühne und fürchtete, dass der Spielbetrieb für archäologische Grabungen eingestellt würde. Er wollte den Fund privat sichern. Seine Besonderheit ist sein handwerkliches Geschick und der ständige Umgang mit Schmieröl und Harz, was ihn mit der Metallkassette und den Spuren an der Bühne verbindet. Er besitzt die Taschenuhr mit der Theatermaske.
Hanna Horn, eine begabte Musikerin im Theaterorchester und passionierte Anglerin. Ihr Motiv ist Rache. Sie stieß auf die manipulierten Fischereirechte und erkannte, dass ihre Familie seit Generationen um Pachteinnahmen betrogen wurde. Sie wollte die Verantwortlichen öffentlich bloßstellen. Ihre Besonderheit ist ihre ständige Präsenz am Wasser und das Tragen von Gummistiefeln mit einer markanten Kerbe im Absatz, was die Spuren am See und in der Kirche erklärt. Sie trägt den silbernen Notenschlüssel-Pin.
Konrad Klerus, der ehrenamtliche Archivar der Kirchengemeinde. Sein Motiv ist Habgier. Er entdeckte in den markgräflichen Plänen Hinweise auf ein verstecktes Kirchengold, das während der Napoleonischen Kriege in der Krypta eingemauert worden sein soll. Seine Besonderheit ist seine Vorliebe für hochprozentige Obstbrände und seine Kenntnis über alte Geheimtinten, was ihn mit der Dokumentenrolle und den Kristallglasscherben verknüpft. Er nutzt die Endoskop-Kamera für seine heimlichen Untersuchungen in den Kirchenmauern.
Konflikt und Geheimnis
Der tiefe Konflikt dreht sich um das „Vermächtnis des Steinbruchs“. Es existiert eine Legende, nach der die Markgrafen in Trebgast ein geheimes Labor für die Alchemie unterhielten. Das wahre Geheimnis ist jedoch ein seltener Vorkommensbereich von Industriemineralien, der durch die geologischen Verschiebungen im Tal der Trebgast freigelegt wurde. Das Opfer, ein junger Geologiestudent und Kleindarsteller auf der Bühne, hatte während der Probenzeit Messungen durchgeführt und die kriminellen Aktivitäten im Untergrund entdeckt. Er wurde getötet, weil sein Wissen sowohl die illegalen Bergbaupläne von Reinhard Requisite als auch die Schatzsuche von Konrad Klerus gefährdete, während Hanna Horn das Opfer fälschlicherweise für einen Handlanger der Behörden hielt, die die Fischereirechte endgültig löschen wollten.
Aufklärung und Finale
Das Finale findet während der Dernière einer großen Aufführung auf der Naturbühne statt. Vor den Augen des Publikums und des Ensembles präsentieren die Ermittler die Indizien. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch den Requisitendolch. Das bläuliche Make-up an der Klinge stammt von einer speziellen Mischung, die nur für die Hauptrolle der aktuellen Produktion verwendet wurde – ein Kostüm, das Reinhard Requisite am Abend des Verschwindens des Opfers zur „Reparatur“ in der Werkstatt hatte. Als Konrad Klerus versucht, die Endoskop-Kamera verschwinden zu lassen, präsentieren die Ermittler das Smartphone. Das letzte Foto zeigt nicht nur den Hohlraum, sondern im Hintergrund das markante Arbeitsgerät von Reinhard Requisite. Doch der wahre Mörder wird durch die Gerbsäure überführt. Es stellt sich heraus, dass Reinhard Requisite das Opfer hinter der Bühne stellte und es im Streit mit dem Dolch verletzte, bevor er es am See im Schilf versteckte. Er wollte die Tat Konrad Klerus unterschieben, indem er dessen Kirschschnapsflasche entwendete und die Scherben in der Kirche platzierte.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Die geologischen Funde werden offiziell gemeldet, die historischen Fischereirechte werden zugunsten der Trebgaster Bürger korrigiert und die Naturbühne bleibt als kulturelles Erbe erhalten. Die Teilnehmer werden für ihre detektivische Arbeit geehrt. Sie erhalten die Auszeichnung „Hüter der Trebgaster Bühnengeheimnisse“. Dieses Zertifikat bestätigt ihren Status als offizielle Ehren-Kommissare für das Kulmbacher Land und Experten für oberfränkische Theater-Kriminalistik.
Essen und Trinken
Das Menü ist eine Hommage an die herzhafte Küche Oberfrankens. Als Vorspeise wird eine „Trebgaster Hochzeitssuppe“ mit feinen Fleischklößchen und Eierstich serviert. Der Hauptgang besteht aus dem klassischen „Fränkischen Sauerbraten“ in einer Lebkuchensoße, dazu gibt es handgedrehte Kartoffelklöße und ein Blaukraut, das mit Äpfeln aus dem Maintal verfeinert wurde. Für Fischliebhaber werden „Gebackene Forellenfilets“ aus heimischer Zucht angeboten. Zum Trinken wird ein kühles Kulmbacher Bier oder ein spritziger Frankenwein gereicht. Zum Nachtisch gibt es „Apfelstrudel“ mit Vanillesoße und einen Digestif der lokalen Brenner.
Zusatz-Programmpunkte
Das Rahmenprogramm beinhaltet eine exklusive Führung hinter die Kulissen der Naturbühne, bei der die Technik und die Geschichte des Steinbruchs erläutert werden. Zudem wird eine geführte Wanderung durch das Trebgasttal mit Fokus auf die Flora und Fauna angeboten. Für Geschichtsinteressierte gibt es eine Besichtigung der Markgrafenkirche. Ein kleiner Bauernmarkt am Dorfplatz präsentiert zudem die Vielfalt der regionalen Produkte aus dem Kulmbacher Land.
Benötigte Requisiten
Benötigt werden ein (Replik-)Requisitendolch mit Make-up-Spuren, eine Taschenuhr mit Masken-Gravur, eine Metallkassette mit Wachssiegel, Gemarkungspläne (bearbeitet), eine Endoskop-Kamera, eine metallene Dokumentenrolle, Kristallglas-Scherben, ein silberner Notenschlüssel-Ansteckpin, ein Smartphone in Samthülle, ein Spaten mit Gravur, Teerseil sowie die gedruckten Urkunden für die Siegerehrung.
Prüfung der Akustik im Bereich der Krypta zur Sicherstellung einer störungsfreien Zeugenvernehmung während der laufenden Theaterproben als nächste notwendige Überlegung.
