Das grüne Tor zum Steigerwald
Die Gemeinde Stegaurach liegt eingebettet in die sanfte Hügellandschaft Oberfrankens, unmittelbar westlich der Weltkulturerbestadt Bamberg. Geografisch bildet der Ort eine markante Brücke zwischen dem fruchtbaren Regnitztal und den dichten, sagenumwobenen Wäldern des Steigerwalds. Namensgebend für die Gemeinde ist die Aurach, ein idyllischer Fluss, der sich in zahlreichen Windungen durch das Gemeindegebiet schmiegt und seit jeher das Leben der Menschen in den verschiedenen Ortsteilen wie Debring, Mühlendorf oder Höfen bestimmt hat.
Was Stegaurach besonders reizvoll macht, ist die Kombination aus historischer Substanz und naturnaher Idylle. Die Region ist geprägt von weiten Wiesenauen entlang des Flusslaufs und den bewaldeten Höhenzügen, die den Ort wie einen schützenden Wall umschließen. Geschichtlich war die Gemeinde eng mit dem Hochstift Bamberg verknüpft, was sich noch heute in der stattlichen Architektur und den religiösen Flurdenkmälern widerspiegelt. Die Ruhe der Natur, die Nähe zum pulsierenden Bamberg und die tief verwurzelte Tradition der Braukunst machen Stegaurach zu einem Ort, an dem die Zeit scheinbar langsamer geht – doch gerade unter dieser friedlichen Oberfläche, zwischen den alten Mühlen und den schattigen Biergärten, können sich Abgründe auftun, die bis in die Zeit der alten Flößerei und der fürstbischöflichen Jagden zurückreichen. Wenn der Nebel am frühen Morgen über der Aurach aufsteigt, wird die Landschaft zu einer geheimnisvollen Bühne, auf der die Grenze zwischen Legende und Verbrechen verschwimmt.
Schauplätze: Orte der Spurensuche
Der erste Schauplatz ist die Mühlendorfer Mühle. In diesem geschichtsträchtigen Gebäude am Ufer der Aurach, wo einst das Korn der Region gemahlen wurde, wird eine rätselhafte Entdeckung gemacht. Zwischen den alten Mahlsteinen findet sich eine antike Mehlwaage, die jedoch nicht zum Wiegen von Getreide benutzt wurde. In einer kleinen Schublade im Sockel der Waage liegt ein versiegelter Umschlag, der eine Liste von Flurnummern aus dem gesamten Landkreis Bamberg enthält. Der Raum riecht nach feuchtem Holz und Staub, und auf dem Boden finden sich frische Lehmspuren, die nicht aus der direkten Umgebung der Mühle stammen können, sondern eine rötliche Färbung aufweisen, wie sie nur in den Lehmgruben des nahen Steigerwalds vorkommt.
Ein weiterer entscheidender Ort ist die Sankt-Immaculata-Kirche. In der sakralen Stille des Kirchenraums wird hinter einem losen Stein im Fundament ein versteckter Rosenkranz sichergestellt. Das Besondere daran: Die Perlen bestehen nicht aus Holz oder Glas, sondern aus einer seltenen Mineralmischung, die bei UV-Licht hellgrün leuchtet. Direkt daneben liegt ein zerrissener Beichtzettel, auf dem kryptische Abkürzungen und ein Datum vermerkt sind, das über hundert Jahre in der Vergangenheit liegt. Die kühle Luft der Kirche bewahrt zudem einen Hauch von teurem Parfüm, das so gar nicht in die ländliche Umgebung von Stegaurach passen will.
Der dritte Schauplatz führt in den Bürgerpark am Windfelder See. In der Nähe des Wassers, wo die Weiden tief über den See hängen, wird ein verlassenes Schlauchboot im Schilf entdeckt. Im Boot befindet sich ein wasserdichtes Tablet, auf dem hochauflösende Sonaraufnahmen des Seegrunds gespeichert sind. Die Aufnahmen zeigen eine unnatürliche Struktur in der Mitte des Sees, die wie ein versunkenes Bauwerk aussieht. Ein am Ufer gefundener verlorener Autoschlüssel mit einem markanten Anhänger in Form einer Hopfenstütze stellt die Verbindung zu einem der örtlichen Traditionsbetriebe her.
Zuletzt rückt die Alte Ziegelei in den Fokus. In den verfallenen Brennöfen der Anlage wird ein geheimes Lager ausgehoben. Zwischen den Ruinen liegen moderne Grabungswerkzeuge und eine Kiste mit historischen Keramikscherben. Ein dort gefundener Kalender eines Logistikunternehmens aus Erlangen deutet darauf hin, dass die Funde für den Abtransport aus Franken vorbereitet wurden. Der Geruch von verbranntem Schiefer und moderndem Laub verleiht diesem Ort eine beklemmende Atmosphäre, die den Ernst der Lage unterstreicht.
Verdächtige: Motive im Aurachgrund
Dr. h.c. Friedrich von Ahren: Ein pensionierter Archäologe, der in einem der stattlichen Anwesen in Stegaurach lebt. Sein Motiv ist die Korrektur der Geschichtsschreibung. Er ist besessen von der Idee, dass unter der Aurach ein bisher unentdecktes Kelten-Heiligtum liegt, das die Bedeutung von Bamberg in den Schatten stellen würde. Um seine Grabungen zu finanzieren, hat er angefangen, kleinere Funde auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Seine Besonderheit ist sein exzentrischer Kleidungsstil – er trägt selbst im Sommer einen schweren Tweed-Mantel – und seine Angewohnheit, ständig lateinische Zitate in seine Sätze einzuflechten.
Monika Mühlengeist: Die junge Pächterin eines bekannten Landgasthofs in Stegaurach. Ihr Motiv ist Existenzangst. Ihr Betrieb steht kurz vor dem Ruin, und sie hofft, durch den Fund eines sagenumwobenen Schatzes, der laut Familienlegende in der Mühlendorfer Mühle versteckt wurde, ihre Schulden begleichen zu können. Sie hat das Tablet am See benutzt, um nach einem versunkenen Fluchtweg aus der Zeit der Schwedenkriege zu suchen. Ihre Besonderheit ist ihre auffallende Nervosität und das ständige Tragen einer Schürze, in deren Taschen sie heimlich Fundstücke versteckt.
Klaus Kipper: Ein Bauunternehmer, der in der gesamten Region Main-Rhön tätig ist. Sein Motiv ist schlichte Profitgier. Er plant den Bau einer großen Wohnanlage am Rande von Stegaurach und wollte archäologische Funde, die zu einem Baustopp führen könnten, schnell und unbemerkt verschwinden lassen. Er ist der Besitzer des Autoschlüssels und hat die Ziegelei als Zwischenlager genutzt. Seine Besonderheit ist sein lautstarkes Auftreten und die Tatsache, dass er selbst bei offiziellen Terminen immer gelbe Arbeitsschuhe trägt, an denen oft noch der rötliche Lehm klebt.
Konflikt und Geheimnis
Der tiefere Konflikt in Stegaurach dreht sich um das „Gold der Aurach“. Dabei handelt es sich nicht um Metall, sondern um eine wertvolle Sammlung von mittelalterlichen Handschriften und liturgischen Gegenständen, die während der Säkularisation aus den Bamberger Klöstern entwendet und im sumpfigen Gelände der Aurachauen vergraben wurden.
Das Geheimnis wurde von Generation zu Generation innerhalb einer alten Stegauracher Familie weitergegeben, bis die Liste der Standorte in die Hände von Dr. von Ahren fiel. Der Konflikt eskalierte, als Kipper bei seinen Erdarbeiten zufällig auf einen der Schächte stieß. Anstatt den Fund zu melden, bildete sich eine instabile Allianz der Verdächtigen, die jedoch zerbrach, als Monika Mühlengeist erkannte, dass der Archäologe die Funde außer Landes bringen wollte, anstatt sie der Gemeinde zu erhalten. Der Mord am alten Mühlenbesitzer, der die Liste bewacht hatte, war der tragische Höhepunkt dieser Gier.
Aufklärung und Finale
Das Finale findet während eines nächtlichen Fackelumzugs am Windfelder See statt. Die Ermittler nutzen die feierliche Stimmung, um die Verdächtigen aus der Reserve zu locken. In einer inszenierten „Bergungsaktion“ am Seeufer wird behauptet, der Hauptschatz sei soeben gehoben worden.
Unter dem Druck der Öffentlichkeit und der präsentierten Beweise – insbesondere der Mineral-Perlen aus der Kirche, die mit Dr. von Ahrens Privatbesitz korrespondieren – bricht das Lügengebäude zusammen. Die entscheidende Wendung bringt der rötliche Lehm an den Schuhen von Klaus Kipper: Mikroskopische Untersuchungen beweisen, dass er zur Tatzeit in der Mühlendorfer Mühle war, um das Opfer einzuschüchtern. Monika Mühlengeist gesteht schließlich als Kronzeugin, dass Kipper den Mühlenbesitzer im Streit gestoßen hat, während von Ahren die Szene beobachtete, ohne einzugreifen.
Kipper versucht, mit seinem Geländewagen über die Wiesen in Richtung Walsdorf zu fliehen, bleibt jedoch im aufgeweichten Boden der Aurachauen stecken. Die Ermittler können ihn dort festnehmen und die gestohlenen Artefakte aus dem Versteck in der Ziegelei sicherstellen.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall ist gelöst, die historischen Schätze von Stegaurach sind gerettet und werden nun im Diözesanmuseum ausgestellt. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst in den verwinkelten Strukturen einer traditionsbewussten Gemeinde den Durchblick behalten und Gerechtigkeit für die Aurach-Region herbeiführen können.
Als Auszeichnung für die erfolgreiche Überführung der Täter wird der Titel „Ehren-Vogt des Aurachgrundes“ verliehen. Das Zertifikat, geschmückt mit dem Wappen der Gemeinde und einem Siegel in der Farbe des herbstlichen Steigerwalds, bescheinigt den Inhabern herausragenden Scharfsinn und unbestechliche Moral.
Essen und Trinken: Fränkische Genüsse
Nach der erfolgreichen Ermittlung wird zu einem zünftigen Mahl in einem der Stegauracher Landgasthöfe geladen. Es gibt Stegauracher Bierfleisch, ein zartes Rindfleisch, das stundenlang in dunklem Landbier geschmort wurde, serviert mit fränkischen Klößen und einer Portion Apfelblaukraut. Als Vorspeise wird eine kräftige Leberknödelsuppe gereicht.
Dazu wird das lokale Bier aus den umliegenden Brauereien der Region Bamberg ausgeschenkt, das für seinen malzigen Charakter bekannt ist. Zum Nachtisch gibt es „Gebackene Hollerküchle“ mit Vanillesoße, eine Spezialität, die an die üppigen Holunderbüsche entlang der Aurach erinnert. Für die alkoholfreie Begleitung sorgt ein Direktsaft aus Äpfeln der heimischen Streuobstwiesen.
Zusatz-Programmpunkte
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Naturkundliche Wanderung: Eine Führung durch die Aurachauen, bei der die Teilnehmer mehr über die Flora und Fauna sowie die geologischen Besonderheiten des Lehms erfahren.
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Besichtigung der historischen Mühle: Ein Blick hinter die Kulissen der Mühlentechnik, verbunden mit kleinen Rätselaufgaben zur Mechanik.
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Kräuterkunde-Workshop: Unter Anleitung werden Pflanzen gesammelt, die schon im Mittelalter für liturgische Zwecke oder als Heilmittel in Oberfranken verwendet wurden.
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Bier-Tasting: Eine Verkostung verschiedener Biersorten aus dem Bamberger Umland, bei der die Teilnehmer die feinen Geschmacksunterschiede der regionalen Braukunst kennenlernen.
Benötigte Requisiten
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Eine historische Mehlwaage (Replik) mit Geheimfach.
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Ein Rosenkranz aus fluoreszierenden Perlen und eine UV-Taschenlampe.
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Ein wasserdichtes Tablet mit präparierten Sonar-Bildern.
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Ein Autoschlüssel-Dummy mit Hopfen-Anhänger.
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Eine Kiste mit Keramikscherben und Grabungswerkzeug.
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Ein zerrissener Beichtzettel mit Geheimcode.
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Das Teilnahmezertifikat auf schwerem Urkundenpapier.
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Proben von rötlichem Lehm in Beweisbeuteln.
Einteilung der Ermittlerteams für die Befragung der Zeugen am Windfelder See als nächster notwendiger Planungsschritt?
