Die Festungsstadt im Taubertal

Die Stadt Röttingen, gelegen im südlichsten Zipfel des Landkreises Würzburg in Unterfranken, ist ein Ort, der wie kaum ein zweiter das mittelalterliche Erbe Bayerns mit der Weinbaukultur der Region vereint. Geografisch markiert Röttingen einen zentralen Punkt im lieblichen Taubertal, dort, wo sich der Fluss Tauber durch die Muschelkalkhänge der Main-Tauber-Region windet. Die Stadt wird oft als „Europastadt“ bezeichnet und ist berühmt für ihre vollständig erhaltene Stadtbefestigung mit den sieben wehrhaften Türmen, die den historischen Kern umschließen.

Was Röttingen so einzigartig macht, ist die Symbiose aus wehrhafter Architektur und astronomischer Präzision. Der Ort ist weit über die Grenzen Frankens hinaus als Sonnenuhrendorf bekannt; über 30 dieser Zeitmesser schmücken die Fassaden und Gärten und machen den Lauf der Sonne auf poetische Weise sichtbar. Die Landschaft ist geprägt von steilen Weinlagen wie dem Röttinger Feuerstein, dessen Boden aus siliziumhaltigem Gestein den Weinen eine markante mineralische Note verleiht. Das Herz der Stadt schlägt am barocken Rathaus auf dem Marktplatz, während die Burg Brattenstein als kulturelles Zentrum über den Gassen thront. In dieser Kulisse aus Schattenwerfern, uralten Mauern und edlen Tropfen ereignet sich ein Kriminalfall, der die mathematische Genauigkeit der Sonnenuhren mit den dunklen Instinkten der Gier konfrontiert. Wenn der Abendwind über die Tauber streicht und die Schatten der Türme länger werden, beginnt in den Winkeln der Stadt ein Spiel um Leben und Tod.


Schauplätze: Orte des Verbrechens und der Beweisaufnahme

Der Sonnenuhrenweg am Hundheimer Torturm Direkt zu Füßen einer der prächtigsten vertikalen Sonnenuhren wird die Leiche eines pensionierten Uhrmachers gefunden. Er war ein Experte für die Restaurierung historischer Gnomone. Als zentrales Beweismittel wird eine kleine, goldene Nadel sichergestellt, die jedoch keinen Teil einer Uhr darstellt, sondern das Fragment einer antiken Fibel ist. Am Fundort finden sich zudem winzige Splitter von hellem Feuerstein, die scharfe Kanten aufweisen und offensichtlich frisch aus einem Felsen geschlagen wurden. Der Schattenstab der Sonnenuhr zeigt genau auf eine Markierung am Boden, die nicht zum offiziellen Zeitmesssystem gehört.

Der Burghof der Burg Brattenstein Inmitten der Mauern der Burg Brattenstein, die heute die Festspiele beherbergt, stoßen die Ermittler in einem abgelegenen Wehrgang auf ein improvisiertes Labor. Zwischen modernen Messgeräten liegt ein zerbrochenes Weinglas, an dessen Rand sich Rückstände eines klebrigen, violetten Saftes befinden. Eine Analyse ergibt, dass es sich um eine hochkonzentrierte Essenz der Tauberschwarz-Traube handelt, die mit einem chemischen Indikator versetzt wurde. Ein entscheidendes Beweismittel ist hier ein vergessener Terminkalender, in dem Treffen unter dem Decknamen „Gnomon“ vermerkt sind. Der Boden des Wehrgangs ist mit feinem Kalkstaub bedeckt, der von den Sanierungsarbeiten an der Ringmauer stammt.

Die Weinlage Röttinger Feuerstein In einem kleinen Weinbergshäuschen hoch über der Stadt, inmitten der Reben, finden die Teilnehmer Hinweise auf eine archäologische Raubgrabung. Ein wichtiges Beweismittel ist eine hier gefundene Ledermappe, die Skizzen der unterirdischen Verbindungsgänge zwischen dem Rathaus und den Weinkellern enthält. Zwischen den Seiten klebt ein Blatt einer seltenen Wildpflanze, die nur in den Naturschutzgebieten entlang der Tauber vorkommt. Der Boden vor dem Häuschen weist Reifenspuren eines schweren Geländewagens auf, in dessen Profil sich Bruchstücke von Muschelkalk verfangen haben.

Das Gewölbe unter dem Barock-Rathaus In den tiefen Kellern des Rathauses, die früher als Gefängnis und Lager dienten, findet die finale Spurensuche statt. Zwischen alten Aktenbündeln wird eine schwere Holzkiste entdeckt, die mit dem Wappen des Bistums Würzburg versiegelt ist. Ein entscheidendes Beweismittel ist hier ein Siegelring aus Silber, der in einer Pfütze aus ausgelaufenem Wein liegt. Die Luft im Keller ist feucht und riecht nach altem Holz und Schwefel, was auf die Konservierung von Weinfässern hindeutet. Hier scheint jemand nach dem legendären „Zehntwein“ der Fürstbischöfe gesucht zu haben, der angeblich seit Jahrhunderten in einem versiegelten Stollen lagert.


Verdächtige: Motive und Abgründe

Dr. Alwin Zeitler (55) Ein ehrgeiziger Astronom und Leiter des Sonnenuhren-Projekts. Sein Motiv ist wissenschaftlicher Hochmut. Er glaubt, eine Methode gefunden zu haben, um mithilfe der Sonnenuhren den Standort eines vergrabenen römischen Tempels unter Röttingen zu berechnen. Er fürchtete, der Uhrmacher würde seine Theorie als mathematischen Irrsinn entlarven. Besonderheit: Er trägt stets eine Taschenuhr, die er nach jeder Sonnenuhr im Ort neu justiert, und hat eine Abneigung gegen künstliches Licht.

Viktoria Feuerstein (41) Die Besitzerin eines traditionsreichen Weinguts in der Main-Tauber-Region. Ihr Motiv ist finanzielle Gier. Sie wollte den „Zehntwein“ finden, um durch dessen Verkauf ihr hochverschuldetes Gut zu retten. Sie nutzte ihre Kenntnisse über die Böden des Feuersteins, um die Grabungen zu tarnen. Besonderheit: Sie tritt sehr resolut auf, trägt praktische Outdoorkleidung und hat ein fast übernatürliches Gespür für Bodenbeschaffenheiten. Der Muschelkalk an den Geländewagenspuren weist auf sie hin.

Ludwig „Lenz“ Brauer (34) Ein freiberuflicher Restaurator, der an der Burgbefestigung arbeitet. Sein Motiv ist die Sucht nach Anerkennung. Er fühlte sich vom Opfer herabgesetzt und wollte durch den Fund der antiken Fibel beweisen, dass er ein besserer Archäologe ist als alle Fachleute aus Würzburg. Besonderheit: Er ist körperlich sehr fit, trägt immer staubige Arbeitskleidung und ist bekannt für seine Vorliebe für den seltenen Tauberschwarz-Wein. Der Kalkstaub in der Burg und die Weinrückstände belasten ihn.


Konflikt und Geheimnis: Der Schatten des Gnomons

Der Konflikt des Falls liegt in der Entdeckung eines „Schatten-Kalenders“. Die alten Baumeister von Röttingen hatten die Sonnenuhren so angeordnet, dass sie an einem ganz bestimmten Tag im Jahr – der Wintersonnenwende – einen Lichtstrahl durch eine geheime Öffnung im Rathausturm lenken. Dieser Lichtstrahl markiert den Eingang zu einem verborgenen Hohlraum, in dem nicht nur der „Zehntwein“, sondern auch wertvolle liturgische Geräte aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges versteckt wurden. Das Geheimnis war, dass der Uhrmacher den Schlüssel zu dieser Lichtberechnung gefunden hatte. Der Mord geschah, um den alleinigen Zugriff auf diesen historischen Schatz zu sichern, wobei die Täter die wissenschaftliche Bedeutung von Röttingen als Deckmantel für kriminellen Raubgräber-Ehrgeiz nutzten.


Aufklärung und Finale: Die Überführung des Täters

Die Aufklärung findet während der nächtlichen Turmführung statt. Die Teilnehmer kombinieren die mathematischen Skizzen aus der Ledermappe mit der goldenen Nadel und den Weinrückständen. Es stellt sich heraus, dass der Uhrmacher nicht an seinem Fundort getötet wurde, sondern im Rathauskeller.

Im Finale wird Dr. Alwin Zeitler überführt. Der entscheidende Beweis ist die Taschenuhr, die er bei sich trägt. Da er sie ständig nach den Sonnenuhren stellt, hatte er sie in der Mordnacht auf die „Schatten-Zeit“ der Wintersonnenwende einjustiert, um seine Berechnungen zu prüfen – ein fataler Fehler, da diese Zeit von der tatsächlichen Uhrzeit abwich und ihm ein falsches Alibi lieferte. Zudem finden sich an seinem Gehstock Spuren des violetten Tauberschwarz-Extraktes, den er im Burghof zur Markierung der Lichtwege verwendet hatte. Er hatte den Uhrmacher im Rathauskeller gestellt, als dieser die Akten sichern wollte. Die antike Fibel, die Zeitler aus dem Tempelfund bereits unterschlagen hatte, fiel ihm dabei aus der Tasche und blieb beim Opfer liegen. Er gesteht, als man ihm nachweist, dass die Markierungen an der Sonnenuhr im Hundheimer Torturm mit seinem speziellen Restaurierungswerkzeug angebracht wurden.


Auflösung und Teilnahmezertifikat

Der Schatten über dem Sonnenuhrendorf ist gewichen, die Schätze der Vorfahren sind gesichert. Die Teilnehmer haben den Lauf der Zeit und die Spuren der Gier richtig gedeutet. Name der Auszeichnung: Der Gnomon-Wächter von Röttingen – Ehren-Ermittler im Taubertal. Dieses Zertifikat wird mit einem geprägten Sonnenuhr-Symbol versehen und im Rathaus feierlich überreicht.


Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Taubertal

In Röttingen wird die unterfränkische Gemütlichkeit großgeschrieben. Als Vorspeise wird eine Fränkische Hochzeitsuppe mit Grießnockerln und Leberklößchen gereicht. Der Hauptgang ist der Röttinger Rebenbraten – ein in Tauberschwarz-Wein gebeizter Rinderbraten, serviert mit hausgemachten Kartoffelklößen und Blaukraut, das mit Äpfeln aus der Region verfeinert wurde.

Als vegetarische Spezialität werden „Gebackene Karpfenfilets“ (nach Saison) oder „Kässpätzle mit Röstzwiebeln“ angeboten. Unverzichtbar sind die Weine der Lage Röttinger Feuerstein, insbesondere der mineralische Silvaner oder der seltene, tiefrote Tauberschwarz. Zum Nachtisch gibt es „Apfelküchle“ in Bierteig mit Vanillesauce. Den Abschluss bildet ein edler Feuerstein-Geist, ein Obstbrand, der in den kleinen Brennereien des Tals destilliert wird.


Zusatz-Programmpunkte: Ideen für das Rahmenprogramm

  • Geführte Sonnenuhren-Wanderung: Ein Spaziergang durch die Stadt mit Erklärungen zur Funktionsweise der verschiedenen Zeitmesser.

  • Weinprobe im Burghof: Eine Verkostung der Weine vom Röttinger Feuerstein in der historischen Kulisse der Burg Brattenstein.

  • Besuch des Weinmuseums: Einblicke in die Jahrhunderte alte Weinbautradition im Taubertal.

  • Nachtwächter-Rundgang: Eine Tour entlang der Stadtmauer mit Sagen und Legenden aus der Zeit der Fürstbischöfe.


Benötigte Requisiten

  • Eine Nachbildung einer antiken Fibel (goldene Nadel).

  • Eine Ledermappe mit „geheimen“ Karten der Rathauskeller.

  • Proben von Feuerstein und Muschelkalk in Gläschen.

  • Eine historische Taschenuhr als Alibi-Beweis.

  • Ein Siegelring mit dem Wappen des Bistums.

  • Ein Terminkalender mit kodierten Einträgen („Gnomon“).

  • Flaschen mit violettem Traubensaft (als Tauberschwarz-Extrakt).

  • Nummernkarten für die Tatort-Markierung am Sonnenuhrenweg.

Vorbereitung einer Taschenlampe für die Untersuchung der Lichtmarkierungen im Rathausturm als nächste Überlegung.

Werbung Kurzurlaub in Bayern:

Verwoehnwochenende

Kurzurlaub in Franken


Verwoehnwochenende

error: Content is protected !!
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner