Die Barockperle im Haßgau

Die Marktgemeinde Rentweinsdorf, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft der Haßberge im Regierungsbezirk Unterfranken, ist ein Ort, der wie kaum ein anderer die herrschaftliche Eleganz des Barock mit der bodenständigen Waldwirtschaft des Frankenlandes verbindet. Geografisch liegt das Dorf strategisch günstig im Tal der Baunach, einem Fluss, der sich durch die grünen Auen zwischen dem Itzgrund und dem Steigerwald schlängelt. Die Kulisse wird dominiert vom imposanten Schloss Rentweinsdorf, dem Stammsitz der Freiherren von Rotenhan, welches mit seiner hufeisenförmigen Anlage und dem prachtvollen Mansarddach als eines der bedeutendsten Landschlösser in ganz Franken gilt.

Was Rentweinsdorf so besonders macht, ist die Verbindung aus tiefem Waldreichtum und intellektuellem Erbe. Hier wirkte einst der berühmte Hebraist und Orientalist Friedrich Rückert, dessen Geist noch heute durch die Alleen des Schlossparks zu wehen scheint. Der Ort ist geprägt durch den gelblichen Sandstein der Region, der nicht nur im Schloss, sondern auch in der markanten Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit verbaut wurde. Inmitten dieser Idylle, wo der Baunach-Radweg Touristen anlockt und die dichten Buchenwälder der Haßberge für Stille sorgen, geschieht ein Verbrechen, das seine Wurzeln in den Wirren der Ritterschaft und der Jagdtradition hat. Wenn der Nebel über den Baunach-Auen aufsteigt und die steinernen Wappenlöwen am Schlosstor im Mondlicht zu erwachen scheinen, beginnt ein mörderisches Spiel um Ehre, Land und ein jahrhundertealtes Vermächtnis.


Schauplätze: Orte des Verbrechens und der Beweisaufnahme

Der barocke Schlosshof von Rentweinsdorf Inmitten der prunkvollen Kulisse des Schlosshofs, direkt neben dem historischen Brunnenbecken, wird die Leiche eines weitgereisten Antiquars gefunden. Er war darauf spezialisiert, Handschriften aus dem 18. Jahrhundert zu restaurieren. Als zentrales Beweismittel wird eine schwere, silberne Petschaft sichergestellt, die das Wappen derer von Rotenhan trägt, jedoch eine winzige, moderne Kerbe an der Unterseite aufweist. Auf den Sandsteinplatten finden sich zudem Reste von klebrigem Baumharz, das jedoch nicht von den einheimischen Buchen stammt, sondern von einer seltenen Edeltanne, wie sie nur im forstbotanischen Teil des Schlossparks wächst.

Der Jüdische Friedhof im Wald An diesem mystischen Ort am Hang eines Ausläufers der Haßberge, einem der eindrucksvollsten Zeugnisse jüdischen Lebens in Unterfranken, stoßen die Ermittler auf ein verlassenes Nachtlager. Ein wichtiges Beweismittel ist hier ein zerbrochenes Brillenglas, an dessen Rand Spuren von bläulicher Tinte haften. Diese Tinte wurde früher für die Dokumentation von Waldgrenzen verwendet. Der Boden zwischen den alten Grabsteinen weist frische Spuren von schweren Gummistiefeln auf, deren Sohlenprofil Reste von rotem Lehm enthält – ein Boden, der typisch für die tiefer gelegenen Täler der Baunach ist.

Das Ufer der Baunach am Wehr An einer schattigen Stelle des Flusses, wo das Wasser der Baunach über die Steine rauscht, wird ein herrenloser Angelkoffer geborgen. Ein entscheidendes Beweismittel ist eine darin enthaltene Angelschnur, die jedoch nicht zum Fischen genutzt wurde, sondern um ein wasserdichtes Bündel aus Pergamentrollen zu sichern. Die Rollen sind mit einem speziellen Wachs versiegelt, das intensiv nach Nelken und Bienenwachs riecht – eine Mischung, die im Restaurierungsbedarf von Museen in Bamberg verwendet wird. In der Nähe des Wehrs findet sich zudem ein vergessenes Jagdmesser, dessen Klinge mit feinem Goldstaub bedeckt ist.

Die Gruft unter der Pfarrkirche In der Kühle des Gotteshauses, wo die steinernen Epitaphien der Ritter von Rotenhan die Wände säumen, findet die finale Spurensuche statt. Zwischen den Sarkophagen wurde eine Steinplatte leicht verschoben. Ein wichtiges Beweismittel ist ein schwerer, eiserner Schlüsselring, an dem ein einzelner Haferhalm klebt. Dies ist in der rein forstlich geprägten Umgebung des Schlosses ungewöhnlich. In einer Nische wird zudem eine Taschenlampe gefunden, deren Batteriefach mit dem Logo einer forstwirtschaftlichen Genossenschaft aus dem Landkreis Haßberge versehen ist.


Verdächtige: Motive und Abgründe

Baron Ulrich von Rotenfels (62) Ein entfernter Verwandter der Schlossherren, der versucht, alte Erbansprüche in Rentweinsdorf geltend zu machen. Sein Motiv ist die Wiederherstellung des Familienruhms und die Gier nach verborgenen Wertsachen. Er glaubt, dass der Antiquar eine Karte gefunden hat, die den Standort eines silbernen Abendmahl-Services zeigt, das während des Dreißigjährigen Krieges vergraben wurde. Besonderheit: Er trägt stets eine Brille an einer Kette und besitzt eine Sammlung historischer Petschaften. Das Baumharz an der Leiche stammt von einer Tanne, die er als „seinen Baum“ im Park beansprucht.

Forstaufseherin Beate Buchner (45) Eine resolute Frau, die für die Wälder der Haßberge zuständig ist. Ihr Motiv ist der Schutz der Waldgrenzen vor einem geplanten Großprojekt. Sie befürchtete, dass der Antiquar Dokumente liefert, die beweisen, dass große Waldflächen rechtlich gar nicht der Genossenschaft gehören. Besonderheit: Sie nutzt die bläuliche Spezialtinte für ihre Markierungen und trägt die schweren Gummistiefel mit dem markanten Profil. Der Jagdstutzen in ihrem Dienstwagen weist Spuren von Goldstaub auf, den sie für die Restaurierung von Grenzsteinen verwendet hat.

Karl-Friedrich „Kalle“ Müller (34) Ein ortsansässiger Handwerker und Hobby-Angler, der oft im Schloss für Reparaturen zuständig ist. Sein Motiv ist einfache Habgier. Er hat den Antiquar bei seinen nächtlichen Nachforschungen in der Gruft beobachtet und wollte ihn erpressen. Besonderheit: Er hat Zugang zu allen Schlüsseln des Schlosses und füttert seine Pferde oft mit Hafer, bevor er zur Arbeit geht. Der Haferhalm am Schlüsselring ist seine unbewusste Unterschrift an den Tatorten.


Konflikt und Geheimnis: Der Codex der Baunach

Der Fall dreht sich um den „Codex der Baunach“, eine verschollene Chronik der Ritterschaft aus dem 16. Jahrhundert. Das Opfer hatte entdeckt, dass der Codex nicht nur historische Texte enthält, sondern im Einband eine Liste von geheimen Grundbucheinträgen verborgen war. Diese Einträge beweisen, dass weite Teile der Baunach-Auen seit Jahrhunderten einer wohltätigen Stiftung gehören und nicht privat veräußert werden dürfen. Das Geheimnis war, dass ein Teil des Schlossgeländes auf diesem Stiftungsland steht. Der Konflikt zwischen der Bewahrung der historischen Wahrheit (Antiquar), dem Machterhalt des Adels (Rotenfels) und der Sicherung von Jagd- und Forstrechten (Buchner) führte zur tödlichen Eskalation.


Aufklärung und Finale: Die Überführung des Täters

Die Aufklärung findet während einer festlichen Lesung im Rittersaal des Schlosses statt. Die Teilnehmer kombinieren die Rückstände des Nelkenwachses mit dem Goldstaub am Messer. Es stellt sich heraus, dass der Mörder versucht hatte, das Pergamentbündel zu öffnen, dabei aber durch das Siegelwachs und den Goldstaub verraten wurde.

Im Finale wird Baron Ulrich von Rotenfels überführt. Der entscheidende Beweis ist die silberne Petschaft aus dem Schlosshof: Die moderne Kerbe entstand, als er damit versuchte, den Antiquar niederzuschlagen, und dabei gegen die Sandsteineinfassung des Brunnens stieß. Zudem passen die Harzspuren an seiner Kleidung exakt zur Edeltanne im Schlosspark, wo er sich versteckte, um das Opfer abzufangen. Er hatte den Antiquar im Schlosshof gestellt und ihn im Streit erschlagen, als dieser drohte, die Stiftungsurkunden dem Denkmalschutz in Bamberg zu übergeben. Die Forstaufseherin Buchner und der Handwerker Müller waren zwar in dubiose Geschäfte verwickelt, hatten aber kein Blut an den Händen. Der Baron gesteht, als man ihm nachweist, dass das Nelkenwachs an seinen Manschettenknöpfen identisch mit dem Verschluss des Codex ist.


Auflösung und Teilnahmezertifikat

Die Ehre von Rentweinsdorf ist wiederhergestellt, der Codex der Baunach befindet sich nun in sicheren Händen im Staatsarchiv. Die Teilnehmer haben den Scharfsinn bewiesen, die Spuren zwischen Schlossmauer und Waldsaum richtig zu lesen. Name der Auszeichnung: Der Hüter des Baunach-Codes – Ehren-Ermittler von Rentweinsdorf. Dieses Zertifikat wird mit einem geprägten Siegel aus echtem Haßberge-Sandstein beglaubigt.


Essen und Trinken: Kulinarik im Herzen Frankens

In Rentweinsdorf wird die fränkische Gastlichkeit in den historischen Gasthöfen zelebriert. Als Vorspeise wird eine Fränkische Mostsuppe oder eine Baunach-Fischsuppe mit frischen Kräutern gereicht. Der Hauptgang ist der klassische Schweinebraten in einer kräftigen dunklen Biersauce, serviert mit hausgemachten Kartoffelklößen und Wirsinggemüse, das in der Region besonders geschätzt wird.

Als Wildspezialität aus den umliegenden Wäldern der Haßberge wird Rehragout mit Preiselbeeren und Spätzle angeboten. Zum Trinken wird ein kühles Lagerbier aus einer der benachbarten Brauereien des Itzgrundes oder ein Glas Frankenwein (Silvaner) aus den nahen Weinbergen um Zeil am Main ausgeschenkt. Zum Nachtisch gibt es „Apfelstrudel nach Rentweinsdorfer Art“ mit Vanillesauce, wobei die Äpfel von den Streuobstwiesen der Baunach-Auen stammen. Den Abschluss bildet ein Obstbrand aus heimischen Zwetschgen oder Birnen.


Zusatz-Programmpunkte: Ideen für das Rahmenprogramm

  • Schlossführung durch Rentweinsdorf: Eine Besichtigung der Außenanlagen und der Kapelle mit Erklärungen zur Familiengeschichte derer von Rotenhan.

  • Wanderung zum Jüdischen Friedhof: Eine geführte Tour durch den Wald mit Informationen zur jüdischen Geschichte in Unterfranken.

  • Naturführung in den Baunach-Auen: Ein Spaziergang entlang des Flusses zur Beobachtung der heimischen Flora und Fauna.

  • Besuch des Rückert-Gedenkzimmers: Ein Einblick in das Leben und Wirken des Dichters und Sprachforschers Friedrich Rückert in der Region.


Benötigte Requisiten

  • Eine schwere silberne Petschaft mit Wappen (Replika).

  • Eine Phiole mit klebrigem Tannenharz.

  • Ein zerbrochenes Brillenglas mit blauen Tintenresten.

  • Ein Gipsabdruck eines Gummistiefel-Profils mit rotem Lehm.

  • Pergamentrollen, versiegelt mit Nelkenwachs.

  • Ein Jagdmesser mit Spuren von Goldstaub (Attrappe).

  • Ein eiserner Schlüsselring mit einem Haferhalm.

  • Eine forstwirtschaftliche Taschenlampe mit Logo.

Prüfung der Grenzsteine im Wald auf weitere Goldstaub-Reste zur Sicherung der Beweiskette als nächste Überlegung.

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