Das vertikale Dorf im Herzen der Fränkischen Schweiz
Egloffstein, ein staatlich anerkannter Luftkurort im Landkreis Forchheim, bildet die spektakuläre und geografisch dramatische Kulisse für dieses kriminelle Ereignis. Geografisch liegt der Ort im tief eingeschnittenen Trubachtal, einer der idyllischsten Regionen der Fränkischen Schweiz. Die Topografie wird hier zum bestimmenden Element: Das Dorf schmiegt sich in Terrassenform an einen steilen Prallhang aus massivem Dolomitgestein. Hoch über den Dächern thront die imposante Burg Egloffstein, die seit Jahrhunderten den Stammsitz der Freiherren von Egloffstein bildet und wie eine uneinnehmbare Festung über dem Tal der Trubach wacht.
Die Besonderheit von Egloffstein liegt in seiner vertikalen Struktur und der engen Verzahnung von Natur und Architektur. Während im Talgrund der Fluss gemächlich durch saftige Wiesen fließt, ragen wenige Meter weiter die bizarren Felsformationen der Fränkischen Alb empor, die den Ort zu einem Mekka für Kletterer und Wanderer machen. Historische Fachwerkhäuser ducken sich unter gewaltige Felsvorsprünge, und schmale Treppenwege, die sogenannten Himmelsleitern, verbinden die Unterstadt mit dem herrschaftlichen Burgbezirk. Doch die Ruhe im malerischen Oberfranken wird jäh erschüttert. Während einer feierlichen Abendführung durch die Burggärten wird ein renommierter Heraldiker leblos in einem trockengelegten Burggraben gefunden. In seiner Hand klammert er eine antike Wappenkartusche aus Zinn, und seine Kleidung weist Spuren von kühlem Höhlenlehm und feine Rückstände von Kirschblütenpollen auf. Ein Fall beginnt, der die Ermittler von den ritterlichen Festsälen über die dunklen Klüfte des Pfaffenfelsens bis tief in die Brennereien des Umlands führt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Der Rittersaal der Burg Egloffstein (Der Tatort) Inmitten der ahnenreichen Porträts und der schweren Eichenmöbel, wo das Licht der Kronleuchter sich in alten Rüstungen bricht, beginnt die Spurensuche. Auf dem massiven Parkettboden wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein zerrissener Briefumschlag mit einem Siegel aus rotem Siegellack, an dessen Rändern Rückstände von Bienenwachs und winzige Partikel von Eisenspänen haften. Besonders auffällig ist ein frischer Kratzer an einer geheimen Wandvertäfelung, der darauf hindeutet, dass ein verborgener Mechanismus gewaltsam betätigt wurde. Auf den Steinstufen zum Wehrgang finden sich zudem Abdrücke von Wanderschuhen, deren Profil Spuren von Kalkmergel und getrocknetem Moos aufweist.
Das Trubachtal-Ufer (Die Spur des Fluchtwegs) Direkt am Ufer der Trubach, dort wo das Wasser über moosbewachsene Steine plätschert, wird das zweite Indiz geborgen. Unter einer historischen Holzbrücke liegt eine wasserdichte Anglertasche. Darin befindet sich ein moderner Laser-Entfernungsmesser, dessen Gehäuse jedoch mit Schmieröl verschmutzt wurde. Besonders rätselhaft: In einer Seitentasche findet man eine kleine Flasche mit einem hochprozentigen Kirschwasser, dessen Etikett handschriftlich mit einer Jahreszahl aus dem 19. Jahrhundert versehen wurde. An der Tasche kleben zudem feine Fasern eines grünen Lodenstoffs.
Die Frauenhöhle (Der Ort der Verbergung) In dieser tiefen Felsspalte oberhalb des Ortes, die seit der Steinzeit als Zufluchtsort bekannt ist, wird das dritte Beweismittel gesichert. In einer Nische, die nur durch ein schmales Felsband erreichbar ist, findet man einen alten Metallkasten. Darin liegt ein topographisches Tagebuch, das die Vermessung unterirdischer Gänge unter Egloffstein beschreibt. An dem Metallkasten haften Rückstände von Fledermausguano und winzige Fragmente von Tropfstein. Zudem liegt im Kasten eine Fotografie, die einen markanten Grenzstein im Veldensteiner Forst zeigt, der mit einem eingeritzten Kreuz markiert wurde.
Die Brennerei im Unterdorf (Der Ort der Planung) In diesem technischen Betrieb, wo die berühmten Früchte der Fränkischen Schweiz zu edlen Destillaten verarbeitet werden, wird das vierte Indiz sichergestellt. Zwischen den Kupferkesseln findet man einen weggeworfenen Arbeitshandschuh. An dem Leder haften Rückstände von Kupferpolitur und feine Partikel von zerstoßenen Obstkernen. Besonders verdächtig ist eine im Handschuh versteckte Skizze, die den Grundriss des Burgkellers zeigt, wobei ein spezifischer Pfeiler im Fundament der Burgkapelle rot umkreist wurde.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Freifrau Eleonore „Die Burgherrin“ von Adel (61) – Eine stolze Verwalterin Sie wacht über das Erbe ihrer Familie und versucht mit allen Mitteln, den Erhalt der Burg Egloffstein zu finanzieren.
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Motiv: Schutz des Familiengeheimnisses. Der Heraldiker hatte Dokumente entdeckt, die beweisen, dass die Burgrechte im 16. Jahrhundert durch eine Urkundenfälschung gesichert wurden, was den Status der Familie in Franken gefährdet hätte. Der rote Siegellack und die Briefreste führen direkt in ihr Schreibzimmer.
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Besonderheit: Sie trägt stets eine Perlenkette, spricht in einem sehr formellen Tonfall und hat die Angewohnheit, beim Sprechen ständig einen schweren Schlüsselbund an ihrem Gürtel zu berühren.
Korbinian „Der Brenner“ Frucht (45) – Ein ehrgeiziger Geschäftsmann Er betreibt die größte Brennerei im Ort und ist bekannt für seine experimentellen Obstbrände aus der Region.
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Motiv: Habgier. Er suchte nach einem legendären „flüssigen Schatz“ – einem uralten Elixier, das in den kühlen Kellern unter der Burg gelagert werden soll. Er glaubte, mit der Rezeptur den Weltmarkt erobern zu können. Das Kirschwasser und die Kupferrückstände belasten ihn schwer.
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Besonderheit: Er trägt meist eine lederne Schürze, riecht ständig nach reifen Kirschen und spricht einen sehr breiten Dialekt aus dem Landkreis Forchheim.
Hannes „Der Kletterer“ Steil (29) – Ein Extremsportler und Naturführer Er kennt jeden Felsen rund um Egloffstein und führt Touristen durch die Höhlen der Fränkischen Schweiz.
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Motiv: Rache. Er glaubt, dass die Adelsfamilie vor Generationen seiner Familie Land geraubt hat, auf dem sich heute wertvolle Kletterfelsen befinden. Er wollte den Heraldiker nutzen, um Beweise für diese Landnahme zu finden. Die Wanderschuhabdrücke und die Entdeckung in der Frauenhöhle weisen auf ihn hin.
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Besonderheit: Er ist sehr drahtig, trägt ständig ein Kletterseil um die Schulter und wirkt in geschlossenen Räumen sichtlich nervös.
Konflikt und Geheimnis: Das Vermächtnis des Weißen Ritters
Das tiefe Geheimnis von Egloffstein führt zurück in die Zeit der Bauernkriege. Eine Legende besagt, dass ein Ritter der Familie während der Belagerung einen unschätzbaren Kirchenschatz in den Karsthöhlen unter der Burg einmauerte. Der Heraldiker hatte in den Archiven von Bamberg eine Karte gefunden, die den Zugang über ein „sprechender Fels“ beschrieb.
Der Konflikt entzündete sich an der Entdeckung der Wappenkartusche. Sie war nicht nur ein Ziergegenstand, sondern der physische Schlüssel für eine Mechanik im Burgkeller. Während die Burgherrin die Wahrheit begraben wollte, suchte der Brenner nach materiellem Reichtum und der Kletterer nach historischer Gerechtigkeit. In der Enge der Felsgänge kam es zur Eskalation, als der Heraldiker sich weigerte, seine Erkenntnisse für die egoistischen Zwecke der Verdächtigen zu verkaufen.
Aufklärung und Finale: Showdown auf dem Felsplateau
Das Finale findet bei einsetzender Dämmerung auf dem Aussichtspunkt oberhalb der Burg statt, von wo aus man den gesamten Ort Egloffstein überblicken kann. Während der Nebel aus dem Trubachtal aufsteigt, führen die Teilnehmer die Indizien zusammen. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Zuordnung der Kirschblütenpollen: Diese stammen von einer seltenen Sorte, die nur im privaten Garten der Brennerei Frucht gedeiht.
Überführt wird schließlich Korbinian Frucht in unfreiwilliger Komplizenschaft mit Hannes Steil. Korbinian hatte den Heraldiker im Rittersaal überrascht und ihn im Handgemenge über die Brüstung gestoßen. Hannes hatte Korbinian Zugang zur Burg verschafft, indem er ihn über die Felswand abseilte. In einem dramatischen Moment versucht Korbinian, die Wappenkartusche in die Trubach zu werfen, wird aber von den Teilnehmern, die das Rätsel der Frauenhöhle gelöst haben, gestellt. Die Kartusche wird gesichert und öffnet tatsächlich einen Raum, der keine Goldmünzen, sondern die wertvollen Gründungsurkunden des Ortes enthält.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um den Fluch der Felsenburg ist gelöst, die Ehre der Familie von Egloffstein ist rehabilitiert und der Frieden im Trubachtal ist wiederhergestellt. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst in den verwinkelten Pfaden der Fränkischen Schweiz die Wahrheit ans Licht bringen können. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Großmeister der Trubachtal-Ermittlung – Wächter von Egloffstein“. Dieses Zertifikat wird feierlich im Burghof unter den Linden verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Felsendorf
Ein Krimi-Event in Egloffstein erfordert eine Stärkung, die die Schätze der heimischen Gärten und Wälder feiert:
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Egloffsteiner Kirschenbraten: Ein saftiger Schweinenacken, der in einer dunklen Soße aus regionalem Schwarzbier und eingelegten Kirschen geschmort wurde, serviert mit fränkischen Klößen und Blaukraut.
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Trubachtal-Forelle: Frisch gefangen, in Mandelbutter gebraten, serviert mit Salzkartoffeln und einem Salat aus Wildkräutern der Fränkischen Schweiz.
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Brotzeitplatte „Felsenkeller“: Eine Auswahl an Geräuchertem, rotem und weißem Presssack, Obatzter und herzhaftem Bauernbrot aus dem Steinofen.
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Fränkisches Krapfen-Dessert: Warme, mit Hiffenmark (Hagebuttenmarmelade) gefüllte Krapfen, serviert mit einer Vanillesoße, die mit einem Schuss Egloffsteiner Edelbrand verfeinert wurde.
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Getränke: Unverzichtbar ist ein kühles Landbier aus einer der Brauereien im Landkreis Forchheim oder ein Glas fränkischer Most. Als Abschluss dient ein „Egloffsteiner Obstler“, direkt aus der Brennerei.
Zusatz-Programmpunkte
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Burghof-Konzert: Ein musikalischer Ausklang mit traditionellen fränkischen Instrumenten.
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Geführte Höhlentour: Eine fachkundige Erkundung der kleineren Klüfte rund um den Ort.
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Edelbrand-Tasting: Eine Einführung in die Kunst des Schnapsbrennens in einer lokalen Brennerei.
Benötigte Requisiten
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Eine antike Wappenkartusche aus Zinn (oder ein schweres Replikat).
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Ein zerrissener Briefumschlag mit rotem Siegellack und Eisenspänen.
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Eine wasserdichte Anglertasche mit einem Laser-Entfernungsmesser.
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Ein historisches Tagebuch mit Höhlenskizzen.
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Ein Arbeitshandschuh mit Kupferpoliturresten.
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Proben von Kirschblütenpollen, Fledermausguano und Kalkmergel in Gläsern.
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Ein grünes Lodenstofffragment.
Escape-Situation: Die Mission „Der Schatz des Weißen Ritters“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um das originale Versteck des Kirchenschatzes zu finden, bevor die Burgherrin den Zugang für immer zumauert.
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Das Rätsel der Himmelsleiter: An den Stufen, die zur Burg führen, sind kleine Zahlen eingemeißelt. Die Summe der Zahlen auf den ersten zehn Stufen ergibt den Code für das Zahlenschloss der Anglertasche.
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Die Trubach-Chiffre: Entlang des Flussufers sind Steine mit Runen markiert. Die Teilnehmer müssen die Runen mithilfe einer Legende im Tagebuch übersetzen, um den Standort der Frauenhöhle zu bestimmen.
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Die Brennerei-Analyse: Die Teilnehmer müssen verschiedene Obstsorten am Geruch erkennen. Die richtige Zuordnung (Kirsche, Zwetschge, Birne) ergibt die Kombination für den Metallkasten in der Höhle.
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Die Schatten-Peilung: Vom höchsten Turm der Burg aus müssen die Teilnehmer bei Einbruch der Dunkelheit mit einem Laserpointer einen Punkt am Pfaffenfelsen anvisieren. Der Punkt markiert den Stein, hinter dem die Wappenkartusche den geheimen Mechanismus auslöst.
Nächste Überlegung zur Einbindung eines lokalen Geologen, der den Teilnehmern während der Ermittlungen erklärt, wie man durch die Messung der Luftfeuchtigkeit am Eingang der Frauenhöhle feststellen kann, ob sich dahinter ein künstlich geschaffener Hohlraum befindet, der als geheimes Archiv der Region diente.
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