In Wustviel, einem idyllischen Dorf am Rande des Steigerwaldes und Teil der Gemeinde Rauhenebrach, lässt sich ein hervorragendes selbstgemachtes Krimi-Event gestalten, da die Abgeschiedenheit des Ortes und die tiefe Verwurzelung in der Forstwirtschaft eine perfekte Regionalkrimi-Atmosphäre schaffen.
Besonders interessant ist die Lage im engen Tal der Rauhen Ebrach, umgeben von den mächtigen Buchenwäldern des Nordsteigerwaldes, die als Kulisse für düstere Legenden oder geheime Treffen im Unterholz dienen. Die Kontraste zwischen der strengen bäuerlichen Ordnung, dem religiösen Erbe der nahen Zisterzienser und der wilden Natur bieten Stoff für Geschichten über Wilderei, jahrhundertealte Familienfehden oder den Schutz seltener Waldvorkommen.
In Wustviel scheint die Zeit langsamer zu vergehen, was den perfekten Rahmen bildet, um ein Netz aus Lügen und dörflichem Schweigen zu weben.
Als Schauplätze für die Ermittlungen drängen sich Orte mit Naturbezug und historischem Charme auf. Das Areal rund um die Filialkirche St. Kilian mit ihrem bescheidenen Dorfplatz eignet sich ideal als Ausgangspunkt für die Befragung fiktiver Zeugen oder das Auffinden kryptischer Botschaften.
Die zahlreichen Waldwege, die direkt vom Ort in das dichte Grün führen, bieten sich für eine Spurensuche an, bei der verdächtige Reifenspuren oder verloren gegangene Ausrüstungsgegenstände von Waldarbeitern entdeckt werden können.
Ein besonderes Highlight für das Finale ist die Einbindung eines der alten Felsenkeller oder einer abgelegenen Waldhütte, in der der Täter sein Versteck gefunden haben könnte. Auch der Lauf der Rauhen Ebrach kann als natürliches Hindernis oder Ort für das Entsorgen von Beweismitteln in die Handlung integriert werden.
Um die Regionalität bei der Verpflegung zu bewahren, stehen die Schätze des Steigerwaldes im Mittelpunkt. Eine authentische Ermittlerpause wird mit einer deftigen Waldarbeiterbrotzeit gestaltet, bestehend aus Wildschweinschinken, kräftigem Bauernbrot und würzigem Handkäse mit Musik.
Da die Region für ihre Jagdtradition bekannt ist, bietet sich als warmes Hauptgericht ein klassisches Reh- oder Hirschgulasch mit hausgemachten Spätzle und Preiselbeeren an. Als Getränk ist ein dunkles Landbier aus einer der benachbarten Brauereien in Rauhenebrach oder dem nahen Geiselwind unverzichtbar.
Wer die herbe Note des Waldes betonen möchte, serviert zum Abschluss einen Fichtennadelgeist oder einen Schlehenbrand, um auf die erfolgreiche Klärung des Falls anzustoßen. Diese kulinarische Begleitung rundet das Erlebnis ab und lässt die Teilnehmer die Erdung und Beständigkeit der fränkischen Waldregion spüren.
Verdächtige Gestalten aus dem Steigerwald: Die Akte Wustviel
Um den Fall in Wustviel mit Leben zu füllen, wurden drei Charaktere entworfen, die tief in der lokalen Gemeinschaft verwurzelt sind. Jeder von ihnen hat ein plausibles Motiv, das mit den Besonderheiten des Steigerwaldes verknüpft ist:
Der eigenbrötlerische Forstarbeiter (Anton Borke): Er kennt jeden Winkel des Waldes und verbringt mehr Zeit zwischen den Buchen als im Dorf. Man sagt ihm nach, dass er den Schutz des Waldes über das Gesetz stellt. Das Opfer planten den Bau einer neuen Erschließungsstraße, die direkt durch Antons Lieblingsrevier geführt hätte.
Motiv: Erhaltung der unberührten Natur um jeden Preis.
Belastendes Indiz: Ein am Tatort gefundener Markierungsstift, der nur von der Forstverwaltung verwendet wird.
Die tiefgläubige Kirchenvorsteherin (Magdalena Fromm): Sie wacht über die Moral im Dorf und die Sauberkeit der St. Kilian Kirche. Das Opfer hatte Informationen über eine alte Familientragödie ans Licht gebracht, die Magdalenas Ruf und das Erbe ihrer Ahnen zerstört hätte.
Motiv: Wahrung des Familieneinkommens und des dörflichen Ansehens.
Belastendes Indiz: Ein Stück Wachs, das bei der Leiche gefunden wurde und chemisch identisch mit den Altarkerzen der Kirche ist.
Der ehrgeizige Gastwirt (Bernhard Zapf): Sein Gasthof leidet unter dem Rückgang der Wanderer. Er hoffte auf eine großzügige Entschädigung durch den Verkauf von Grundstücken für das geplante Straßenbauprojekt. Das Opfer war der einzige Gutachter, der das Projekt aufgrund seltener Käfervorkommen stoppen wollte.
Motiv: Finanzielle Rettung seines Betriebs durch Immobiliengeschäfte.
Belastendes Indiz: Ein Bierdeckel mit Drohnotizen, die in Bernhards charakteristischer Handschrift verfasst wurden.
