Die Bachgau-Metropole am Untermain
Großostheim, der bedeutende Markt im Landkreis Aschaffenburg, liegt eingebettet in die fruchtbare Hügellandschaft des Bachgaus in Unterfranken. Geografisch nimmt der Ort eine Schlüsselrolle ein: Er bildet das Tor zwischen den bewaldeten Höhen des Odenwaldes im Westen und der weiten Mainebene im Osten. Der Ort wird nicht von einem großen Strom durchflossen, sondern von zahlreichen Quellen und Bächen gespeist, die seit jeher die Grundlage für die Landwirtschaft und den Weinbau bilden. Die Gemeinde markiert zudem die Grenze zwischen Bayern und Hessen, was ihr historisch eine strategische Bedeutung als Handels- und Zollstation verlieh.
Die absolute Besonderheit von Großostheim ist seine reiche Geschichte, die sich in einem der besterhaltenen mittelalterlichen Ortskerne der Region widerspiegelt. Das Stadtbild wird geprägt von prächtigen Fachwerkhäusern, die sich rund um den historischen Marktplatz und die Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul gruppieren. Besonders hervorzuheben ist die gotische St. Eligius-Kapelle mit ihren wertvollen Wandmalereien. Eine geografische und kulturelle Eigenheit ist der Weinbau am Großostheimer Mainstock, wo auf den mineralreichen Böden Weine wachsen, die weit über die Grenzen von Franken hinaus geschätzt werden. Zudem verfügt der Ort über eine tiefe Verbindung zum Brauereiwesen und zur Luftfahrt durch den nahegelegenen Verkehrslandeplatz. In Großostheim verschmilzt das geschäftige Treiben einer modernen Marktgemeinde mit der beschaulichen Ruhe fränkischer Weinkultur zu einer Atmosphäre, die Tradition und Fortschritt auf einzigartige Weise vereint.
Doch die Vorfreude auf das große Bachgaufest wird getrübt. In der Nacht nach der Krönung der neuen Weinkönigin wird der Kellermeister des ältesten Weinguts leblos zwischen den riesigen Eichenfässern im historischen Gewölbekeller aufgefunden. In seinem Mund steckt ein alter Korken mit einem Brandzeichen, das seit dem 18. Jahrhundert als verschollen gilt. Gleichzeitig wird aus dem Nöthigsgut, dem kulturellen Zentrum des Ortes, eine mittelalterliche Handschrift entwendet, die angeblich den Standort eines unterirdischen Ganges beschreibt, der vom Marktplatz bis zum Odenwald führen soll. Ein Fall beginnt, der die Ermittler durch die verwinkelten Gassen von Großostheim führt. Es geht um den Verrat an einer jahrhundertealten Weinrezeptur, um die Gier nach einem verborgenen Schatz aus der Zeit der Mainzer Erzbischöfe und um eine Familienfehde, die im Bachgau seit Generationen schwelt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Der Gewölbekeller im Nöthigsgut (Der Tatort) In den tiefen, kühlen Kellern des historischen Anwesens, wo der Geruch von Weinstein und feuchtem Sandstein in der Luft hängt, beginnt die kriminalistische Suche. Zwischen den schweren Holzfässern wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein Paar weiße Baumwollhandschuhe, wie sie Archivare tragen, die an einer Fingerspitze Spuren von violettem Farbstoff aufweisen. Eine Untersuchung zeigt, dass es sich um Pigmente handelt, die in der Buchmalerei des Spätmittelalters verwendet wurden. Auf dem staubigen Boden finden sich zudem Schuhabdrücke einer eleganten Ledersohle, in deren Profil ein winziger Splitter von buntem Kirchenglas steckt.
Die St. Eligius-Kapelle (Die Spur des Verrats) In der Stille dieser spätgotischen Kapelle, umgeben von den Zeugnissen sakraler Kunst, wird ein zweites Indiz geborgen. Hinter einem der hölzernen Gebetsbänke findet man eine zerknitterte Kopie einer Flurkarte des Bachgaus. Bestimmte Punkte im Bereich der Weinlage „Reischklinge“ sind mit feinen Nadelstichen markiert. An der Karte haftet ein kleiner Aufkleber eines bekannten Modellbaugeschäfts aus Aschaffenburg. Die sakrale Atmosphäre wird hier zum Schauplatz einer geheimen Verschwörung, die weit über das religiöse Leben hinausgeht.
Der Flugplatz Großostheim-Ringheim (Die Spur der Logistik) Am Rande des Rollfeldes, wo normalerweise kleine Maschinen in Richtung Mainz oder Frankfurt starten, wird das dritte Beweismittel entdeckt. In einem Abfallbehälter nahe eines privaten Hangars findet man ein weggeworfenes Funkgerät. Das Gerät ist auf eine Frequenz eingestellt, die auch von der Security des Bachgaufestes genutzt wird. An dem Gehäuse kleben Rückstände von Flugzeugbenzin und winzige Fasern eines kostbaren Samtstoffes, wie er für historische Kostüme verwendet wird. Die Weite des Flugfeldes bildet einen harten Kontrast zu den engen Gassen der Altstadt.
Der Weinberg am Mainstock (Das Versteck) Hoch oben in den Rebenreihen, mit weitem Blick über das Maintal, wird das vierte Indiz sichergestellt. In einem hohlen Weinbergspfahl aus altem Eichenholz findet man eine Fotokamera. Die gespeicherten Bilder zeigen Detailaufnahmen des entwendeten Manuskripts sowie Fotos von verdächtigen Erdbewegungen im Bereich einer alten Feldkapelle. Neben dem Pfahl liegt eine leere Patrone eines Füllfederhalters, deren Tinte exakt dem violetten Pigment aus dem Keller entspricht. Die Ruhe der Natur trügt hier über die hektische Suche nach einem unterirdischen Geheimnis hinweg.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Dr. Sebastian „Der Kurator“ Pergament (47) – Ein besessener Historiker Er leitet das Archiv im Nöthigsgut und gilt als der führende Experte für die Geschichte der Mainzer Kurfürsten in Großostheim.
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Motiv: Wissenschaftlicher Ruhm. Er wollte beweisen, dass der sagenumwobene Fluchtweg der Erzbischöfe tatsächlich existiert und dort ein Kirchenschatz verborgen liegt. Er stahl die Handschrift, um die Grabungen alleine durchzuführen. Die Handschuhe und die Tinte führen direkt zu ihm.
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Besonderheit: Er wirkt oft zerstreut, trägt eine Nickelbrille und hat die Angewohnheit, bei Aufregung lateinische Floskeln zu murmeln.
Viktoria „Die Weinkönigin“ Rebe (24) – Eine ehrgeizige Erbin Sie stammt aus einem konkurrierenden Weingut im Bachgau und wurde gerade zur Repräsentantin des Weins gewählt.
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Motiv: Rache und geschäftlicher Vorteil. Der ermordete Kellermeister hatte Beweise dafür gefunden, dass ihre Familie seit Jahren Wein aus anderen Regionen als Großostheimer Erzeugnis deklariert. Sie wollte ihn zum Schweigen bringen. Der Samtstoff ihres Kostüms und die Anwesenheit am Flugplatz belasten sie.
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Besonderheit: Sie wirkt nach außen hin charmant und volksnah, besitzt aber einen kühlen, berechnenden Blick und fährt einen schnellen Sportwagen.
Arthur „Der Pilot“ Propeller (53) – Ein Abenteurer mit Schulden Er betreibt eine kleine Flugschule in Ringheim und ist für seine riskanten Manöver bekannt.
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Motiv: Geldnot. Er wurde von Viktoria angeheuert, um die gestohlene Handschrift außer Landes zu fliegen und die Umgebung aus der Luft nach den unterirdischen Gängen abzusuchen. Das Funkgerät und die Rückstände am Flugplatz weisen auf seine Beteiligung hin.
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Besonderheit: Er trägt meist eine alte Fliegerjacke, riecht nach Tabak und Benzin und hat eine sehr laute, dröhnende Stimme.
Konflikt und Geheimnis: Das Erbe des Erzbischofs
Hinter den Ereignissen in Großostheim verbirgt sich das „Geheimnis der Silbernen Rebe“. Eine Chronik aus dem 15. Jahrhundert berichtet, dass ein Mainzer Erzbischof während einer Pestepidemie in das Nöthigsgut floh und dort nicht nur heilige Reliquien, sondern auch das Originalrezept für einen „unvergänglichen Wein“ versteckte. Dieser Wein sollte durch die Beigabe kleinster Mengen an Silberstaub eine heilende Wirkung besitzen.
Der Konflikt entzündete sich an der Entdeckung des Manuskripts durch Dr. Pergament. Während er den historischen Wert suchte, wollte Viktoria Rebe das Rezept nutzen, um das bankrotte Weingut ihrer Familie zu retten und eine neue, exklusive Weinmarke zu erschaffen. Der Kellermeister musste sterben, weil er die Handschrift im Keller des Nöthigsguts bewachte und die Machenschaften der Weinkönigin durchschaut hatte. Das Geheimnis von Großostheim ist somit eine Mischung aus mittelalterlicher Alchemie und moderner Gier.
Aufklärung und Finale: Showdown am Marktplatz
Das Finale findet während des Höhepunkts des Bachgaufestes auf dem Marktplatz von Großostheim statt. Die Teilnehmer führen die Indizien zusammen. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Analyse des Kirchenglas-Splitters: Es handelt sich um ein spezifisches Glas, das bei einer kürzlichen Restaurierung in der St. Eligius-Kapelle verwendet wurde. Nur wer dort Zutritt zum Gerüst hatte, konnte diesen Splitter an den Schuhen haben.
Überführt wird schließlich Dr. Sebastian Pergament. Er hatte den Kellermeister im Affekt erschlagen, als dieser ihn beim Diebstahl der Handschrift im Keller überraschte. Viktoria Rebe lieferte das Alibi und plante den Abtransport der Beute mit Arthur Propeller. In einem dramatischen Moment versucht Dr. Pergament, sich über die Dächer der Fachwerkhäuser zu flüchten, wird aber von den Teilnehmern am Brunnen des Marktplatzes gestellt. Das Manuskript wird unversehrt in einem doppelten Boden seiner Aktentasche gefunden. Die Weinkönigin muss ihre Krone ablegen und wird wegen Beihilfe und Betrugs festgenommen.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um das Blut der Reben ist gelöst, die Ehre des Weinbaus in Großostheim ist wiederhergestellt und die historische Handschrift kehrt in das Museum zurück. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst zwischen alten Fässern und modernen Flugplätzen die Wahrheit finden. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Bachgauer Siegelbewahrer – Ehrenermittler von Großostheim“. Dieses Zertifikat wird feierlich unter den Klängen der lokalen Musikkapelle verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Bachgau
Ein Krimi-Event in Großostheim erfordert eine Stärkung, die so vielfältig ist wie die Region am Untermain:
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Großostheimer Winzerplatte: Eine Auswahl an regionalen Wurstspezialitäten, dazu handgemachter Kochkäse und frisches Bauernbrot aus einer der lokalen Bäckereien.
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Bachgauer Forelle: Fangfrisch aus den Bächen der Umgebung, in Weißwein (Großostheimer Silvaner) gedünstet, serviert mit Petersilienkartoffeln.
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Fränkisches Hochzeitsessen: Rindfleisch mit einer Meerrettichsoße, dazu Nudeln und Preiselbeeren – ein festliches Gericht, das oft bei großen Feiern im Ort serviert wird.
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Spundekäs mit Brezeln: Eine cremige Frischkäsezubereitung, die perfekt zu einem Schoppen Wein passt und die Nähe zu Hessen kulinarisch unterstreicht.
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Getränke: Unverzichtbar ist ein Glas „Großostheimer Mainstock“ (Spätburgunder oder Müller-Thurgau). Wer Bier bevorzugt, greift zu einem Hellen einer ortsansässigen Brauerei. Ein „Bachgauer Obstler“ von den Streuobstwiesen am Rand des Odenwaldes bildet den krönenden Abschluss.
Zusatz-Programmpunkte
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Fachwerk-Rundgang: Eine Führung durch die historische Altstadt mit Erklärungen zur Bauweise und den geheimnisvollen Schnitzereien an den Balken.
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Kellerführung im Nöthigsgut: Ein exklusiver Einblick in die weitläufigen Gewölbeanlagen unter dem Marktplatz.
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Weinbergsbegehung: Eine Wanderung durch die Lagen am Mainstock mit einer kleinen Weinverkostung direkt am Stock.
Benötigte Requisiten
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Eine mittelalterliche Handschrift (Replik) mit violetten Initialen.
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Ein Korken mit einem antiken Brandzeichen.
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Eine Flurkarte des Bachgaus mit Nadelstichen.
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Ein Paar weiße Baumwollhandschuhe mit Farbflecken.
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Ein altes Funkgerät und ein Splitter von buntem Kirchenglas.
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Eine Fotokamera mit „beweiskräftigen“ Aufnahmen.
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Ein kostbares Samtband in den Farben der Weinkönigin.
Escape-Situation: Die Mission „Der Weg des Erzbischofs“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um den Eingang zum unterirdischen Gang zu finden, bevor die Bauarbeiten für das Festzelt ihn für immer verschließen.
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Das Rätsel der Fachwerkinschrift: An einem bestimmten Haus am Marktplatz müssen die Teilnehmer eine verschlüsselte Jahreszahl finden. Die Quersumme ergibt den ersten Teil des Codes für die Schatulle im Nöthigsgut.
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Die Kapellen-Chiffre: In der St. Eligius-Kapelle müssen die Teilnehmer die Anzahl der gemalten Sterne am Deckengewölbe zählen. Diese Zahl entspricht einer Koordinate auf der Flurkarte.
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Die Wein-Sensorik: Anhand von drei verschiedenen Weinproben müssen die Teilnehmer den „Silbergehalt“ (symbolisiert durch eine bestimmte Geschmacksnote) erschmecken, um den Hinweis auf den richtigen Weinbergspfahl zu erhalten.
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Die Funk-Peilung: Mit dem gefundenen Funkgerät müssen die Teilnehmer eine bestimmte Frequenz abhören, auf der ein Morsecode den finalen Standort des „Silbernen Rezepts“ unter der alten Feldkapelle preisgibt.
Nächste Überlegung zur Einbindung des Großostheimer Modellbauvereins, um mithilfe einer Minidrone Beweisfotos aus einem unzugänglichen Schacht des Nöthigsguts zu bergen.
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