Die Idylle am Rande des Spessarts
Der beschauliche Ort Schippach, ein Ortsteil von Elsenfeld im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, liegt eingebettet in eine Landschaft, die von den sanften Ausläufern des Spessarts und der Nähe zum Main geprägt ist. Die Region Mainfranken zeigt sich hier von ihrer sanftmütigen Seite: Bewaldete Hügelketten wechseln sich mit fruchtbaren Tallagen ab, in denen der Weinbau eine jahrhundertealte Tradition pflegt. Schippach selbst zeichnet sich durch seine terrassierten Weinlagen aus, die auf den typischen Buntsandsteinböden der Churfranken-Region thronen. Geografisch liegt das Dorf am Übergang vom waldreichen Hochspessart hin zum geschäftigen Maintal, was ihm eine besondere strategische Ruhe verleiht.
Besonders interessant macht den Ort die enge Verbindung von Landwirtschaft und Glaube. Das dörfliche Leben konzentriert sich um die markante Kirche und die historischen Hofgüter, deren Keller oft tief in den roten Sandstein getrieben wurden. Das Klima in diesem Teil von Franken ist mild, was den Anbau von exzellentem Spätburgunder ermöglicht. Doch unter der Oberfläche der ländlichen Zufriedenheit brodeln oft alte Familienfehden, die bis in die Zeit der großen Flurbereinigungen zurückreichen. Die Abgeschiedenheit der Weinberge, die besonders in den frühen Morgenstunden im Nebel des Mains versinken, bietet die perfekte Kulisse für ein Verbrechen, das seine Wurzeln in der Erde und im Wein hat.
Schauplätze: Orte des Verbrechens und der Beweisaufnahme
Der Weinberg „Schippacher Geisberg“ Hoch oben über dem Ort, in der Spitzenlage des Geisbergs, wird die Leiche des ortsansässigen Winzerkönigs gefunden. Der Fundort ist spektakulär: Das Opfer liegt zwischen den Rebstöcken, genau an der Grenze zwischen zwei Weingütern. Als Beweismittel dient eine zerbrochene Rebschere, deren Schliff auf eine professionelle Werkstatt in Erlenbach am Main hindeutet. In der Nähe der Leiche finden sich zudem Abdrücke von Traktorreifen, die ein ungewöhnlich tiefes Profil aufweisen, wie es nur bei schweren Maschinen für Steillagen im Spessart üblich ist.
Der historische Gewölbekeller unter dem Zehnthof Tief unter der Erde, wo der rote Buntsandstein die Feuchtigkeit hält, liegt der zweite Schauplatz. In diesem kühlen Labyrinth aus Fässern und Flaschen wird ein verstecktes Logbuch entdeckt. Die Seiten sind mit Wein befleckt, doch die Einträge offenbaren illegale Machenschaften beim Verschnitt der Weine. Ein entscheidendes Beweismittel ist hier ein Korken mit einem Brandstempel, der offiziell seit den 1980er Jahren im Landkreis Miltenberg nicht mehr verwendet werden darf. Die Enge des Kellers und der Geruch nach gärendem Most schaffen eine bedrückende Atmosphäre während der Spurensicherung.
Das Ufer des Schippachs nahe der alten Brücke Der kleine Bachlauf des Schippachs, der dem Ort seinen Namen gibt, führt klares Wasser aus den Wäldern des Spessarts. Unter der alten Steinbrücke entdecken Ermittler eine weggeworfene Arbeitsjacke, die mit Schlamm und verdächtigen roten Spritzern bedeckt ist. In den Taschen der Jacke findet sich ein alter Erbpachtvertrag, der die Besitzverhältnisse für ein wertvolles Grundstück am Mainufer regelt. Das Rauschen des Wassers und die schattigen Weiden am Ufer bilden den Rahmen für diesen Fundort, der die Fluchtroute des Täters markiert.
Die Dorfschmiede am Kirchplatz In der alten, eigentlich stillgelegten Schmiede brennt nachts noch Licht. Hier finden sich Spuren von Metallarbeiten, die nicht zum üblichen Handwerk passen. In einer Aschegrube wird ein angeschmorter Lederbeutel sichergestellt, der Goldmünzen aus der Zeit der bayerischen Verwaltung von Unterfranken enthält. Diese Werkstatt diente offenbar als Umschlagplatz für Informationen und illegale Fundstücke aus der Region zwischen Aschaffenburg und Miltenberg.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Alois „Der rote Baron“ Brunner (68) Ein Winzer der alten Schule, dessen Familie seit Generationen Wein in Schippach anbaut. Sein Motiv ist der Erhalt der Familienehre. Er konnte es nicht ertragen, dass das Opfer planten, die traditionsreichen Weinberge an einen Investor für eine Ferienanlage im Maintal zu verkaufen. Besonderheit: Er trägt immer eine traditionelle fränkische Trachtenweste und ist bekannt für seinen extremen Stolz auf den reinen Sandsteinboden seiner Lagen.
Isolde von Berg (52) Eine zugezogene Adelige aus dem Raum Würzburg, die das alte Gutshaus am Ortsrand saniert hat. Ihr Motiv ist reine Habgier. Sie wusste von den Goldmünzen, die unter dem Fundament des Zehnthofs vergraben sein sollten. Besonderheit: Sie spricht ein sehr gepflegtes Hochdeutsch, das in krassem Gegensatz zum Dialekt von Unterfranken steht, und führt stets einen nervösen Jagdhund an der Leine.
Matthias „Matze“ Klein (34) Ein junger Agrartechniker, der hoch verschuldet ist. Er wartet die Maschinen für die Winzer im gesamten Landkreis Miltenberg. Sein Motiv ist Erpressung. Er hatte das illegale Logbuch im Keller gefunden und wollte das Opfer damit unter Druck setzen. Besonderheit: Er hat immer ölige Hände und kennt jede Abkürzung durch die Wälder des Spessarts wie seine Westentasche.
Konflikt und Geheimnis: Die vergrabene Wahrheit
Der Kern des Falls liegt weit in der Vergangenheit, in den Wirren der napoleonischen Kriege, als die Region Franken neu geordnet wurde. Eine Truppe flüchtender Soldaten soll einen Teil des Staatsschatzes in den Wäldern bei Schippach vergraben haben. Das Opfer, ein leidenschaftlicher Hobby-Historiker, war auf ein Dokument gestoßen, das den genauen Ort unter einem bestimmten Rebstock am Geisberg lokalisierte. Doch dieses Wissen weckte Begehrlichkeiten, die über Generationen schwelten. Es entwickelte sich ein tödlicher Dreiklang aus der Angst vor dem Verlust der Heimat, der Gier nach Gold und dem Verrat an den dörflichen Werten. Das Geheimnis war nicht nur das Gold, sondern auch eine illegale Grenzverschiebung, die Alois Brunners Vorfahren einst vornahmen, um das Gold auf ihr eigenes Land zu bringen.
Aufklärung und Finale: Die Überführung des Täters
Das Finale findet während des traditionellen Weinfestes statt, wenn der Ort Schippach vor Besuchern aus dem ganzen Maintal wimmelt. Die Ermittler nutzen die Gelegenheit, um die Verdächtigen mit den gesammelten Beweisen zu konfrontieren. Durch die Rekonstruktion der Reifenspuren wird klar, dass nur Matthias Kleins Spezialtraktor am Tatort gewesen sein kann. Doch die chemische Analyse der roten Spritzer auf der Jacke am Schippach ergibt, dass es sich nicht um Blut, sondern um den seltenen „Kanzlerwein“ aus dem Keller von Alois Brunner handelt.
Unter dem Druck der Beweise und der drohenden Enteignung gesteht Alois Brunner die Tat. Er hatte den Historiker im Weinberg gestellt. Als dieser drohte, die illegale Grenzverschiebung und den Münzfund öffentlich zu machen – was den sofortigen Verlust des Weinbergs an den Staat bedeutet hätte –, verlor Brunner die Fassung. Er nutzte die Rebschere als Waffe. Matthias Klein hatte ihn beobachtet und versucht, die Tat für seine eigenen Schulden auszunutzen, während Isolde von Berg lediglich versuchte, die Münzen für sich zu sichern. Brunner wird inmitten seiner geliebten Reben von der Polizei aus Obernburg abgeführt.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall ist gelöst, die Ordnung in Schippach wiederhergestellt, auch wenn ein Schatten auf der diesjährigen Ernte liegt. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst die komplexesten Verflechtungen zwischen Historie und Gegenwart durchschauen. Name der Auszeichnung: Der goldene Rebstock von Schippach – Meisterermittler von Churfranken. Dieses Zertifikat wird feierlich überreicht und berechtigt den Träger, sich offiziell als Kenner der dunklen Seiten des Spessarts zu bezeichnen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Untermain-Gebiet
Ein Krimi-Event in Schippach wäre nicht vollständig ohne die kräftige fränkische Küche. Als Hauptspeise wird ein klassischer Sauerbraten serviert, der in einer Sauce aus dem lokalen Spätburgunder vom Geisberg geschmort wurde. Dazu gibt es Blaukraut mit Äpfeln aus dem Spessart und handgeriebene Kartoffelklöße.
Als Alternative wird eine Vesperplatte gereicht, die lokale Spezialitäten vereint: Hausmacher Wurst, würziger Handkäs mit Musik und originaler Spessarter Schinken. Dazu wird frisch gebackenes Bauernbrot aus dem Steinbackofen gereicht. Zur Erfrischung dient ein „Schippacher Schoppen“, wahlweise als purer Wein oder als Schorle. Als süßer Abschluss werden Apfelküchle mit Vanillesauce serviert, wobei die Äpfel direkt von den Streuobstwiesen rund um Elsenfeld stammen.
Zusatz-Programmpunkte: Ideen für das Rahmenprogramm
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Weinbergswanderung mit Rätseln: Eine geführte Tour durch die Lagen von Schippach, bei der an verschiedenen Stationen kleine Hinweise zum Fall kombiniert werden müssen.
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Buntsandstein-Workshop: Ein Steinmetz zeigt, wie der typische rote Sandstein der Region bearbeitet wird, wobei die Teilnehmer selbst ein kleines Beweismittel meißeln dürfen.
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Blindverkostung „Gift oder Genuss“: Eine spielerische Weinprobe, bei der die Teilnehmer Aromen erkennen müssen, die im Krimi eine Rolle spielten (z.B. Mandelduft als Hinweis auf Zyankali).
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Traktor-Parcours: Ein kleiner Wettbewerb mit historischen Landmaschinen auf einem abgesperrten Feldweg am Schippach.
Benötigte Requisiten
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Eine präparierte, zerbrochene Rebschere mit künstlichen DNA-Spuren.
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Ein Logbuch im Ledereneinband mit vergilbten Seiten und Weinflecken.
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Mehrere gefälschte Goldmünzen (Replikate bayerischer Dukaten).
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Eine historische Landkarte von Unterfranken aus dem 19. Jahrhundert.
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Ein Set von Bodenproben (verschiedene Sandstein-Farben) zur Analyse.
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Ein altes Erbpacht-Dokument mit Siegelwachs.
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Professionelle Absperrbänder und Beweis-Marker (Nummernaufsteller).
Festlegung der genauen Menüfolge im örtlichen Gasthof als nächste Überlegung.
