Die Stadt Wallenfels liegt tief eingebettet in den bewaldeten Tälern des Frankenwaldes, im Nordosten von Oberfranken innerhalb des Landkreises Kronach. Geografisch wird der Ort maßgeblich durch die Wilde Rodach bestimmt, die sich als lebhafter Gebirgsfluss durch das enge Tal schmiegt und seit Jahrhunderten die Lebensader der Bewohner darstellt. Eine absolute Besonderheit von Wallenfels ist seine Identität als die bayerische Flößerstadt schlechthin. Das gefährliche Handwerk der Flößerei, bei dem gewaltige Holzstämme zu Flößen zusammengebunden und über die Wasserwege in Richtung Main und Rhein transportiert wurden, hat die Architektur und die Mentalität des Ortes geprägt wie kaum etwas anderes. Das Ortsbild ist geprägt von massiven Schieferhäusern, die den harten Wintern der Region trotzen, und den Resten der historischen Schneidmühlen, die einst vom Wasser der Rodach angetrieben wurden. Die Geografie bietet eine beeindruckende Kulisse aus steilen, bewaldeten Hängen, tiefen Kerbtälern und weiten Hochflächen, die den Ort wie ein grüner Schutzwall umschließen.
Wallenfels ist ein Ort der Tradition, in dem die Männer des Flößervereins noch heute die alte Kunst beherrschen und die Gemeinschaft durch die jährlichen Flößerevents zusammengeschweißt wird. Doch die Stille der Wälder und das Rauschen des Flusses können trügerisch sein. In einer Stadt, die so eng mit der Holzindustrie und den unberechenbaren Kräften des Wassers verbunden ist, führen Neid auf wertvolle Waldbestände und alte Familienrivalitäten oft zu tiefsitzenden Konflikten. Wenn der Nebel am Morgen schwer über der Wilden Rodach liegt und die Schatten der Tannen die Wege am Flussufer verdunkeln, erwachen alte Geschichten zum Leben, die besser im Verborgenen geblieben wären.
Schauplätze
Der erste Schauplatz ist die historische Flößeranlegestelle an der Wilden Rodach. In der Nähe der massiven Holzrampe wird eine beschädigte Flößeraxt gefunden. Das Werkzeug weist eine tiefe Scharte im Stahl auf, und am Stiel finden sich Reste von blauem Markierungsspray, das normalerweise zur Kennzeichnung von Festmetern im Staatswald verwendet wird. Direkt im Uferbereich, zwischen glattgeschliffenen Flusssteinen, entdeckt die Spurensicherung eine verlorene Taschenuhr, deren Glas gesprungen ist. Das Gehäuse der Uhr ist mit feinem Schieferstaub bedeckt, und im Inneren klebt ein kleiner Fetzen eines historischen Frachtbriefs. Der Boden zeigt zudem Abdrücke von speziellen Nagelschuhen, wie sie Flößer zur Standfestigkeit auf nassen Stämmen tragen, wobei am linken Schuh ein Nagel fehlt.
Ein weiterer entscheidender Ort ist das Museum Die Flößerei im Herzen der Stadt. In einem Ausstellungsraum zwischen historischen Modellen und Werkzeugen wird ein zerknitterter Notizzettel sichergestellt. Er enthält handschriftliche Berechnungen über Schnittgut-Preise und die Koordinaten eines abgelegenen Waldstücks im Leithenbachtal. An dem Zettel haftet ein klebriger Rückstand von frischem Fichtenharz, und es finden sich Spuren von roter Kreide, wie sie Zimmerleute verwenden. In einer Vitrine, die eigentlich verschlossen sein sollte, fehlt zudem ein antikes Siegel der Flößerzunft. Unter der Vitrine wird ein moderner Gehörschutz gefunden, der mit dem Logo eines forstwirtschaftlichen Lohnunternehmens aus der Region Marktrodach versehen ist.
Der dritte Schauplatz ist die Schloßberg-Kapelle, die hoch über Wallenfels thront. In der Nähe des Eingangsportals wird eine hochwertige Wildkamera entdeckt, die gewaltsam vom Baum gerissen wurde. Die Speicherkarte ist noch vorhanden und zeigt Aufnahmen von nächtlichen Transporten auf den Forstwegen, die untypisch für die reguläre Waldarbeit sind. Neben der Kapelle liegen Abdrücke von Reifen, die ein sehr grobes Profil aufweisen, wie man es bei schweren Rückemaschinen findet. In einer Mauernische der Kapelle wird zudem eine leere Flasche Kräuterlikör gefunden, deren Etikett eine handgeschriebene Warnung trägt: „Das Holz gehört dem Fluss“. An der Flasche kleben winzige Fragmente von Moos und Flechten, die nur in feuchten Nordhängen des Frankenwaldes gedeihen.
Der vierte Schauplatz ist eine alte Schneidmühle im Außenbereich. In der Nähe des großen Wasserrades wird eine verschlossene Geldkassette aus Metall geborgen, die jedoch starke Brandspuren aufweist. Im Inneren der Kassette befinden sich keine Geldscheine, sondern alte Pachtverträge für Wasserrechte, die auf den Namen einer längst verstorbenen Flößerfamilie ausgestellt sind. An der Kassette haften Reste von Sägemehl, das jedoch nicht von Fichten stammt, sondern von wertvollem Eichenholz, das in der Gegend um Wallenfels eigentlich selten ist. Zudem findet sich ein Lederband mit einem geschnitzten Holzkreuz, das Spuren von Maschinenfett aufweist.
Verdächtige
Hermann Harz ist ein alteingesessener Waldbesitzer und Mitglied im Flößerverein. Sein Motiv ist der Schutz seines Familienerbes. Er beobachtete mit Argwohn, wie wertvolle Eichenbestände in seinem Waldabschnitt illegal geschlagen wurden. Er wollte die Diebe auf eigene Faust stellen, um die Familienehre zu wahren. Seine Besonderheit ist sein traditionelles Auftreten und die Tatsache, dass er als einer der wenigen noch die alten Nagelschuhe besitzt, was ihn mit dem Abdruck an der Rodach verknüpft.
Sabine Säge ist die Inhaberin eines modernen forstwirtschaftlichen Lohnunternehmens. Ihr Motiv ist finanzielle Not aufgrund fehlschlagender Investitionen in neue Erntemaschinen. Sie hat heimlich wertvolles Holz in geschützten Gebieten geschlagen und nachts abtransportiert, um ihre Schulden zu decken. Sie nutzte den Gehörschutz und die schweren Maschinen. Ihre Besonderheit ist ihr technisches Know-how und ihre rücksichtslose Art, sich über geltendes Recht hinwegzusetzen, was die Spuren an der Kapelle erklärt.
Konrad Kette ist ein ehemaliger Mühlenarbeiter, der heute als Waldarbeiter tätig ist. Sein Motiv ist Rache. Er glaubt, dass seine Familie vor Jahrzehnten durch manipulierte Wasserpachtverträge um ihr Land betrogen wurde. Er wollte die alten Dokumente finden, um seinen Anspruch geltend zu machen, und störte dabei die illegalen Aktivitäten im Wald. Seine Besonderheit ist sein handwerkliches Geschick im Schnitzen und seine ständige Arbeit an Forstmaschinen, was das gefettete Holzkreuz und die Spuren an der Schneidmühle erklärt.
Konflikt und Geheimnis
Der tiefe Konflikt dreht sich um das „Wallenfelser Gold“. Damit ist nicht echtes Gold gemeint, sondern eine extrem seltene und wertvolle Wuchsform der Eiche, die früher für den Schiffbau an den niederländischen Küsten verwendet wurde. Das Geheimnis ist, dass in einem entlegenen Teil des Frankenwaldes noch einige dieser Exemplare unentdeckt geblieben sind. Das Opfer, ein Förster im Ruhestand, hatte diese Bäume kartiert und wollte sie unter Naturschutz stellen. Er wurde getötet, weil sein Wissen den lukrativen illegalen Einschlag von Sabine Säge und die rachsüchtigen Pläne von Konrad Kette gefährdete, der das Holz verkaufen wollte, um sein „gestohlenes“ Land zurückzukaufen.
Aufklärung und Finale
Das Finale findet während der Wallenfelser Flößerprozession statt, wenn die Flöße feierlich die Wilde Rodach hinabgleiten. Vor der versammelten Menge werden die Verdächtigen konfrontiert. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Wildkamera. Die Aufnahmen zeigen nicht nur die Holzdiebstähle, sondern im Hintergrund auch das Fahrzeug von Sabine Säge. Als Sabine versucht, Konrad Kette die Schuld zu geben, präsentieren die Ermittler die Flößeraxt mit dem blauen Markierungsspray. Es wird nachgewiesen, dass die Axt aus dem Besitz von Hermann Harz stammt, aber am Tattag von Sabine entwendet wurde, um den Verdacht auf den Flößerverein zu lenken. Doch der wahre Mörder wird durch die Nagelschuhe überführt. Es stellt sich heraus, dass Konrad Kette die Schuhe von Hermann Harz heimlich trug, um am Flussufer Spuren zu legen. Konrad gesteht schließlich, dass er den Förster an der Schneidmühle stellte, um die Pachtverträge zu fordern. Im Streit stieß er ihn ins Wasserrad. Sabine Säge wird als Komplizin wegen des illegalen Holzeinschlags und der Beihilfe zur Beseitigung der Leiche festgenommen.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Die wertvollen Eichenbestände von Wallenfels werden als Naturerbe gesichert und die Ehre der Flößerfamilien ist wiederhergestellt. Die Teilnehmer des Krimi-Events werden für ihre scharfe Kombinationsgabe und ihre Verbundenheit zur Region geehrt. Sie erhalten die Auszeichnung „Ehrenflößer des Frankenwaldes“. Dieses Zertifikat bestätigt ihren Status als offizielle Ehren-Kommissare für den Landkreis Kronach und Experten für forstwirtschaftliche Kriminalistik.
Essen und Trinken
Das Menü spiegelt die herzhafte Kost der Flößer und Waldarbeiter wider. Als Vorspeise wird eine „Frankenwälder Pilzsuppe“ mit frischem Brot serviert. Der Hauptgang besteht aus dem traditionellen „Wallenfelser Flößerbraten“ (ein kräftiger Schweinebraten in Schwarzbiersoße), dazu gibt es handgedrehte Kartoffelklöße und ein Sauerkraut mit Speck. Für Vegetarier werden „Gebackene Steinpilze“ mit Kräuterdip angeboten. Zum Trinken wird ein kühles Landbier aus einer der lokalen Brauereien oder ein spritziger Apfelmost gereicht. Zum Nachtisch gibt es „Schiefer-Torte“ (eine Schokoladentorte mit dunkler Glasur) und einen Digestif aus Rhöner Kräutern oder heimischem Obstbrand.
Zusatz-Programmpunkte
Das Rahmenprogramm beinhaltet eine geführte Wanderung auf dem Flößerpfad, bei der die Geschichte der Holzwirtschaft im Frankenwald lebendig erklärt wird. Zudem wird eine Besichtigung des Flößermuseums angeboten, um die technischen Details der Flößerei kennenzulernen. Für Abenteuerlustige gibt es (saisonal) eine Demonstrationsfahrt auf einem echten Floß auf der Wilden Rodach. Ein kleiner Holzschnitz-Workshop ermöglicht es den Teilnehmern, kleine Andenken selbst zu gestalten.
Benötigte Requisiten
Benötigt werden eine Flößeraxt mit blauem Spray, eine alte Taschenuhr mit Frachtbrief, Nagelschuhe (unvollständig), ein antikes Zunftsiegel, ein Gehörschutz mit Logo, eine Wildkamera (Dummy), eine Geldkassette mit Brandspuren, Pachtverträge (Replikate), ein Lederband mit Holzkreuz sowie die gedruckten Urkunden für die Siegerehrung.
Festlegung der genauen Route entlang der Rodach für die Spurensuche im Außenbereich als nächsten Schritt.
