Wertheim am Main markiert einen geografisch und historisch einzigartigen Punkt, an dem die Tauber in den Main mündet. Obwohl die Stadt heute politisch zu Baden-Württemberg gehört, schlägt ihr Herz unverkennbar fränkisch – eine Tatsache, die sich in der Architektur, dem Weinbau und der Mundart widerspiegelt.

Die Stadt wird überragt von einer der größten Steinburgruinen Süddeutschlands, der Burg Wertheim, die wie ein steinerner Wächter über den verwinkelten Gassen der Altstadt thront. Die Geografie ist geprägt von den steilen Hängen des Spessarts und des Odenwalds, die das Maintal umschließen und eine Atmosphäre von geschützter Geborgenheit, aber auch von isolierter Enge schaffen.

Besonders faszinierend ist die historische Altstadt mit ihren prächtigen Fachwerkhäusern, die oft von Hochwassermarken gezeichnet sind – ein Zeugnis für die ständige Präsenz der beiden Flüsse. Wertheim war über Jahrhunderte eine Residenzstadt, was dem Ort eine würdevolle, fast aristokratische Aura verleiht. Diese Mischung aus flussgeprägter Handelsgeschichte, gräflichem Erbe und der Grenzlage zwischen den großen Waldgebieten macht Wertheim zum perfekten Schauplatz für ein Verbrechen, das tief in den Archiven und Kellern der Stadt seinen Anfang nahm.

Schauplätze

Der erste Schauplatz ist der Spitzer Turm, das markante Wahrzeichen nahe der Taubermündung. In seinem Inneren, das früher als Gefängnis diente, wird ein Bündel alter Frachtbriefe aus dem frühen 20. Jahrhundert gefunden. Diese Dokumente sind mit einem Siegel versehen, das längst als verschollen galt und den Transport von wertvollen Kunstgütern während der Wirren der Weltkriege belegt.

Ein weiterer wichtiger Ort ist der Engelsbrunnen. Zwischen den filigranen Steinmetzarbeiten des Brunnens entdeckt die Spurensicherung eine zerbrochene Brille mit extrem dicken Gläsern. Die Fassung ist antik, doch die Gläser sind modern und weisen darauf hin, dass hier jemand gewaltsam zu Boden gestoßen wurde, der auf seine Sehhilfe angewiesen war.

Die Burgruine Wertheim bildet den dramatischen dritten Schauplatz. In einer tiefen Felsspalte nahe dem Löwensteiner Bau wird ein blutverschmiertes Lederetui sichergestellt. Es enthält ein spezielles Werkzeug zur Restaurierung von Glasmalereien. Da Wertheim für seine Glaskunst bekannt ist, führt diese Spur direkt in das Handwerkermilieu der Stadt.

Der vierte Schauplatz ist das Grafschaftsmuseum. In einem der Ausstellungsräume wurde ein Exponat manipuliert: Eine Kopie hat ein wertvolles Original ersetzt. Als Beweismittel dient hier ein Fragment eines blauen Seidenschals, das in der Vitrine eingeklemmt wurde und auf eine überstürzte Flucht hindeutet.

Verdächtige

Dr. Alarich von Wertheimberg ist ein entfernter Nachfahre des lokalen Adels und ein passionierter Historiker. Sein Motiv ist der Wunsch, den einstigen Glanz seiner Familie wiederherzustellen. Er glaubt, dass bestimmte Kunstschätze im Museum rechtmäßig ihm gehören und wollte diese „sicherstellen“. Seine Besonderheit ist seine arrogante Art und die Tatsache, dass er stets maßgeschneiderte Kleidung trägt – darunter auch Schals aus feinster Seide.

Katharina Glaser betreibt in der Altstadt eine Werkstatt für Glaskunst. Ihr Motiv ist finanzielle Not. Ihre Werkstatt steht kurz vor dem Bankrott, und sie wurde angeheuert, um täuschend echte Kopien der gestohlenen Museumsstücke anzufertigen. Ihre Besonderheit ist ihre extreme Kurzsichtigkeit, was sie ohne ihre Brille nahezu hilflos macht, sowie ihre profunden Kenntnisse über die chemische Zusammensetzung historischer Glasuren.

Ludwig Mainzer ist ein ehemaliger Flussschiffer, der nun als Nachtwächter auf der Burg arbeitet. Sein Motiv ist Erpressung. Er hat die geheimen Treffen zwischen Dr. von Wertheimberg und Katharina Glaser beobachtet und wollte Schweigegeld kassieren. Seine Besonderheit ist seine raue Stimme und seine Kenntnis über die alten Schmuggelwege und Kellergewölbe unter der Stadt, die er für seine Zwecke nutzt.

Konflikt und Geheimnis

Der tiefere Konflikt dreht sich um das sogenannte „Wertheimer Bernstein-Evangeliar“, ein fiktives, aber sagenumwobenes Buch mit einem Einband aus Gold und Edelsteinen, das im Dreißigjährigen Krieg spurlos verschwand. Das Geheimnis ist, dass dieses Buch nie die Stadt verlassen hat, sondern in einem Hohlraum unter dem Engelsbrunnen eingemauert war. Die Verdächtigen sind auf unterschiedliche Weise hinter diesem Stadtschatz her. Während es für den Adligen um Ehre geht, sieht die Glaskünstlerin darin ihr Überleben und der Nachtwächter seinen Ruhestand. Der Mord geschah an einem jungen Volontär des Museums, der bei nächtlichen Recherchen zufällig auf das Versteck stieß und die Verschwörung aufdeckte.

Aufklärung und Finale

Das Finale findet bei Fackelschein im Burghof statt. Die Ermittler präsentieren die Beweise und führen vor, wie die verschiedenen Puzzleteile zusammenpassen. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch eine chemische Analyse: An dem blutigen Lederetui aus der Burg finden sich Rückstände von Glasstaub, der exakt der Zusammensetzung einer seltenen Replik entspricht, die Katharina Glaser angefertigt hat. Als Dr. von Wertheimberg mit dem Seidenfragment konfrontiert wird, versucht er, die Schuld auf den Nachtwächter zu schieben. Doch Ludwig Mainzer hat ein Ass im Ärmel: Er hat die Tat mit einer Wildkamera auf der Burg zufällig aufgezeichnet, während er eigentlich Wilderer überführen wollte. Das Video zeigt, wie Dr. von Wertheimberg den Volontär im Streit stößt, woraufhin dieser unglücklich stürzt. Die Glaskünstlerin war als Komplizin anwesend und verlor im Gerangel ihre Brille am Engelsbrunnen. Unter dem Druck der Beweise bricht die Allianz der Verdächtigen zusammen und sie gestehen die Tat.

Auflösung und Teilnahmezertifikat

Nach der Festnahme der Täter kehrt wieder Ruhe in die Gassen von Wertheim ein. Die Teilnehmer des Krimi-Events werden für ihren Scharfsinn und ihre Ausdauer gewürdigt. Sie erhalten die Auszeichnung „Großkreuz des Wertheimer Löwen“. Dieses Zertifikat ehrt sie als offizielle Ehren-Ermittler, die das kulturelle Erbe der Grafschaft vor dem Ausverkauf gerettet haben.

Essen und Trinken

Das kulinarische Begleitprogramm ist eine Hommage an die fränkische Küche Wertheims. Es werden „Blaue Zipfel“ (in Essigsud gegarte Bratwürste) mit viel Zwiebeln und frischem Bauernbrot gereicht. Als Hauptgang gibt es Fränkischen Sauerbraten mit Lebkuchensoße und Kartoffelklößen. Dazu wird der berühmte Wertheimer Tauberschwarz serviert, ein seltener Rotwein, der nur in dieser Region angebaut wird. Zum Abschluss gibt es kleine Gebäckstücke in Form des Spitzen Turms und einen kräftigen Tresterbrand aus lokalen Brennereien.

Zusatz-Programmpunkte

Ergänzend zum Krimi-Fall wird eine Kellerführung durch die Altstadt angeboten, die die geheimen Gänge zeigt, die bei Hochwasser als Fluchtwege dienten. Ein Schau-Glasblasen in einer der lokalen Werkstätten lässt die Teilnehmer die Schwierigkeit der Handwerkskunst nachempfinden. Zudem gibt es ein historisches Bogenschießen auf der Burg, um das mittelalterliche Flair der Residenzstadt zu unterstreichen. Ein Musiker in historischer Tracht begleitet den Abend mit der Laute und singt Balladen über die alten Grafen von Wertheim.

Benötigte Requisiten

Für die Umsetzung werden benötigt: Ein Satz gefälschter historischer Frachtbriefe mit Wachssiegel, eine zerbrochene Requisitenbrille, ein ledernes Restaurierungswerkzeug-Set mit roten Farbflecken, ein tiefblauer Seidenschal, eine hochwertige Glasreplik eines Museumsstücks, Absperrband, UV-Taschenlampen für die Spurensuche im Dunkeln sowie eine Wildkamera (oder ein Tablet, das die Aufzeichnung abspielt).

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