Die stille Waldheimat im Herzen Frankens
Die Frankenhöhe, ein weithin unberührter Naturpark im Westen von Mittelfranken, bildet die sanfte, aber geheimnisvolle Kulisse für dieses kriminelle Rätsel. Geografisch erstreckt sich diese Region als markanter Höhenzug zwischen den Tälern der Wörnitz im Süden, der Altmühl im Osten und der Jagst im Westen. Sie bildet eine natürliche Barriere, die das Ansbacher Land von der fruchtbaren Hohenloher Ebene trennt. Die Topografie ist geprägt von weiten, windgepeitschten Hochebenen, die jäh in tiefe, bewaldete Klingen abfallen. Hier herrscht eine Stille, wie sie in der Metropolregion selten geworden ist, unterbrochen nur vom Ruf des Schwarzstorchs, der in den abgeschiedenen Tälern der Frankenhöhe eines seiner letzten Rückzugsgebiete gefunden hat.
Besonders faszinierend ist die Region durch ihre Kleinteiligkeit: Ein Mosaik aus dichten Buchenwäldern, mageren Schafweiden und tausenden von kleinen Weihern, die wie glitzernde Perlen in der Landschaft liegen. Die Aisch, die hier im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Ansbach und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim entspringt, speist eine jahrhundertealte Teichwirtschaft, die den berühmten Aischgründer Karpfen hervorbringt. Historisch gesehen war die Frankenhöhe oft Schauplatz von Grenzstreitigkeiten zwischen den Markgrafen von Ansbach und den freien Reichsstädten wie Rothenburg ob der Tauber. In dieser abgeschiedenen Idylle, weit abseits der Touristenströme, geschieht das Unfassbare. Während der Vorbereitungen zur feierlichen Abfischung am Großen Bischofsweiher wird eine grauenhafte Entdeckung gemacht. Ein einflussreicher Teichwirt, bekannt als der „Karpfenkönig“, wird leblos im Schlamm eines abgelassenen Weihers aufgefunden. In seinem Mund steckt eine alte Goldmünze mit dem Konterfei eines markgräflichen Herrschers, und sein Körper weist Spuren von Buntsandstein-Staub auf, der am Tatort eigentlich nicht vorkommen dürfte. Ein Fall beginnt, der die Ermittler von den einsamen Quellen der Altmühl über die mittelalterlichen Gassen von Leutershausen bis tief in die verlassenen Steinbrüche der Region führt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Der Große Bischofsweiher bei Colmberg (Der Tatort) In der Senke unterhalb der imposanten Burg Colmberg, wo die Nebelschwaden im Herbst über dem Wasser hängen, beginnt die Spurensuche. Im knietiefen Schlamm des abgelassenen Weihers wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein schweres Netzmesser mit einem Griff aus Hirschhorn, an dessen Klinge Rückstände von blauem Algenbewuchs und winzige Schuppen eines Spiegelkarpfens haften. Besonders auffällig sind die Abdrücke von Gummistiefeln mit einem Profil, das eine charakteristische Abnutzung an der Ferse zeigt. In der Nähe der Leiche findet man zudem einen zerbrochenen Manschettenknopf aus Silber, der ein Familienwappen aus dem Landkreis Ansbach trägt.
Die Altmühlquelle bei Leutershausen (Die Spur im Wald) Inmitten eines dichten Erlenbruchs, wo das Wasser der Altmühl erstmals aus dem Boden sprudelt, wird das zweite Indiz geborgen. Unter einer Wurzel, die fast vollständig mit Moos bedeckt ist, liegt eine wasserdichte Plastiktüte. Darin befindet sich ein Grundbuchauszug aus den 1920er Jahren, der Ansprüche auf verborgene Wasserrechte im gesamten Gebiet der Frankenhöhe belegt. An der Tüte haften Reste von Kiefernpech und feine Haare eines Jagdhundes. Auf dem weichen Waldboden lassen sich zudem Reifenspuren eines Geländewagens sichern, die Partikel von Muschelkalk enthalten, was für diesen sandigen Bereich der Region untypisch ist.
Der verlassene Steinbruch bei Schillingsfürst (Der Ort der Verbannung) In diesem tief in den Fels gehauenen Areal, wo früher der gelbe Sandstein der Frankenhöhe gebrochen wurde, wird das dritte Beweismittel entdeckt. In einer verfallenen Arbeiterhütte findet man ein Notizbuch, das mit kryptischen Zahlenreihen gefüllt ist. Diese Reihen beziehen sich auf die Tiefe der verschiedenen Weiherketten im Aischgrund. An dem Buch haften Spritzer von Dieselöl und feiner Steinstaub. Besonders verdächtig ist eine leere Flasche eines regionalen Kräuterlikörs, dessen Etikett auf eine Destille in Bad Windsheim hinweist. Zudem findet man dort einen Schlüsselbund mit einem Anhänger der Bayerischen Staatsforsten.
Das Museum für Stadtgeschichte in Feuchtwangen (Der Ort der Wahrheit) In den historischen Räumen des Museums, zwischen bäuerlichen Geräten und handwerklichen Zeugnissen der Region, wird das vierte Indiz sichergestellt. Hinter einem Exponat zur Teichwirtschaft wurde ein modernes Smartphone versteckt. Auf dem Gerät befinden sich Sprachnachrichten, die von illegalen Absprachen über die Zuteilung von EU-Fördermitteln für den Naturschutz berichten. An dem Telefon haften Spuren von Wachs, wie es zur Versiegelung von Urkunden im Staatsarchiv in Ansbach verwendet wird.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Gustav „Der Teichwirt“ Schlamm (55) – Ein erbitterter Konkurrent Er bewirtschaftet die angrenzenden Weiherketten und fühlte sich vom „Karpfenkönig“ seit Jahren wirtschaftlich an den Rand gedrängt.
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Motiv: Existenzsicherung und Neid. Gustav glaubte, dass das Opfer durch Manipulation der Wasserläufe seinen Weihern das Wasser entzog. Er wollte die Kontrolle über die Hauptzuleitungen der Aisch zurückgewinnen. Das Netzmesser mit dem Hirschhorngriff gehört ihm, und die Gummistiefelabdrücke passen zu seiner humpelnden Gangart.
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Besonderheit: Er spricht einen sehr breiten westmittelfränkischen Dialekt, trägt stets eine schmuddelige Anglerweste und hat eine tiefe Abneigung gegen alles Neue.
Dr. h.c. Beatrix „Die Archivarin“ von Höhenberg (48) – Eine stolze Adlige Sie stammt aus einem verarmten Adelsgeschlecht, dessen Vorfahren einst weite Teile der Frankenhöhe besaßen.
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Motiv: Wiederherstellung der Familienehre. Sie ist davon besessen, die verlorenen Wasserrechte ihrer Familie einzuklagen, um die heutigen Teichwirte in die Abhängigkeit zu zwingen. Der Grundbuchauszug und der Manschettenknopf mit dem Familienwappen weisen direkt auf sie hin.
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Besonderheit: Sie wirkt sehr distinguiert, trägt meist elegante Reitkleidung und lässt niemanden vergessen, dass ihr Name einst Gewicht in Franken hatte.
Markus „Der Forstaufseher“ Tanne (39) – Ein korrupter Beamter Er ist für die staatlichen Waldflächen rund um die Altmühlquelle zuständig und pflegt ein enges Verhältnis zur lokalen Politik.
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Motiv: Gier und Vertuschung. Er war in die illegalen Absprachen über Fördergelder verwickelt, die auf dem Smartphone dokumentiert sind. Das Opfer wollte ihn anzeigen. Der Schlüsselbund der Staatsforsten und die Reifenspuren seines Dienstwagens mit Muschelkalk-Resten belasten ihn schwer.
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Besonderheit: Er ist ein passionierter Jäger, tritt sehr selbstbewusst auf und wird stets von seinem treuen Bayerischen Gebirgsschweißhund begleitet.
Konflikt und Geheimnis: Das Gold unter dem Schlamm
Das tiefe Geheimnis der Frankenhöhe führt zurück in die Zeit der napoleonischen Kriege. Eine Legende besagt, dass die markgräfliche Kasse von Ansbach vor den herannahenden Truppen in einem der Weiher versenkt wurde. Der „Karpfenkönig“ hatte bei einer Grundreinigung seines Bischofsweihers tatsächlich die Überreste einer Kiste gefunden, die jedoch keine Goldbarren, sondern brisante diplomatische Briefe enthielt. Diese Briefe belegen, dass die Wasserrechte in der Region nie rechtmäßig übertragen wurden.
Der Konflikt entzündete sich an dieser Entdeckung. Das Opfer wollte die Wasserrechte verstaatlichen, um den kleinen Teichwirten der Frankenhöhe eine faire Nutzung zu ermöglichen. Doch sowohl die Adlige als auch der korrupte Forstaufseher sahen darin eine Bedrohung für ihre Macht und ihren Reichtum. In der Einsamkeit der Wälder prallte die soziale Gerechtigkeit auf die rücksichtslose Gier alter und neuer Eliten. Der Mord im Schlamm sollte sicherstellen, dass das „Gold“ – in Form der Dokumente – niemals an die Öffentlichkeit gelangt.
Aufklärung und Finale: Showdown in der Klinge
Das Finale findet bei einsetzender Dämmerung in einer tiefen, felsigen Klinge unweit von Schillingsfürst statt. Während der Wind durch die Buchenwipfel heult, führen die Teilnehmer die Indizien zusammen. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Zuordnung der Goldmünze: Sie stammt aus der privaten Sammlung von Beatrix von Höhenberg, wurde aber vom Forstaufseher dort gestohlen, um den Verdacht auf sie zu lenken.
Überführt wird schließlich Markus Tanne in Zusammenarbeit mit Gustav Schlamm. Der Forstaufseher hatte den Plan geschmiedet und den Teichwirt dazu angestachelt, den Konkurrenten auszuschalten. Im Gegenzug versprach er ihm die alleinige Wasserzuteilung für die nächsten zehn Jahre. In einem dramatischen Moment versucht Tanne, die belastenden Dokumente in einem brennenden Stapel Schlagabraum zu vernichten, wird aber von den Teilnehmern, die das Smartphone-Passwort durch die Kombination der Weiher-Tiefen geknackt haben, gestellt. Die Polizei aus Ansbach rückt an, und das Geheimnis der Wasserrechte wird endlich gelöst.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um das Erbe der Karpfenbarone ist gelöst, die Wasserläufe der Frankenhöhe sind wieder frei von Korruption und die Gerechtigkeit im Aischgrund hat gesiegt. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst im tiefsten Schlamm nach der Wahrheit graben können. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Großmeister der Frankenhöhe – Hüter der Altmühlquellen“. Dieses Zertifikat wird feierlich unter dem Siegel der Naturparkverwaltung verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik zwischen Wald und Weiher
Ein Krimi-Event in der Region verlangt nach einer Verpflegung, die so rustikal und erdig ist wie die Frankenhöhe selbst:
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Aischgründer Karpfen gebacken: Ein Klassiker der Region, in Mehl gewendet und in Fett knusprig ausgebacken, serviert mit einem fränkischen Kartoffelsalat und Zitrone.
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Wildschweinpfeffer aus der Frankenhöhe: Ein herzhaftes Ragout aus heimischer Jagd, mit Preiselbeeren verfeinert, dazu hausgemachte Spätzle oder fränkische Klöße.
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Lammrücken vom Frankenhöhe-Lamm: Zartes Fleisch von Schafen, die die Magerrasenflächen pflegen, mit Kräuterkruste und buntem Pfannengemüse.
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Bad Windsheimer Krapfen: Ein süßes Hefegebäck, gefüllt mit Hagebuttenmarmelade (Hiffenmark), ein Muss bei jeder herbstlichen Abfischung.
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Getränke: Unverzichtbar ist ein „Landbier“ aus einer der kleinen Familienbrauereien in Leutershausen oder ein Glas kühler Silvaner aus dem nahen Steigerwald. Ein Kräuterlikör aus Bad Windsheim dient als „Verdauer“ nach dem schweren Essen.
Zusatz-Programmpunkte
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Besuch einer historischen Mühle: Einblick in die Nutzung der Wasserkraft an den Bächen der Frankenhöhe.
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Karpfen-Workshop: Ein Teichwirt erklärt die Kunst der Aufzucht und die ökologische Bedeutung der Weiherketten.
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Geführte Wanderung zum Altmühlursprung: Eine Erkundung der Flora und Fauna im Quellgebiet.
Benötigte Requisiten
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Eine Goldmünze (Replik) mit historischem Prägebild.
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Ein Netzmesser mit Hirschhorngriff.
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Ein alter Grundbuchauszug (künstlich gealtert) in Plastikhülle.
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Ein Schlüsselbund mit Dienstsiegel der Staatsforsten.
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Ein Smartphone mit vorinstallierten Audio-Dateien.
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Proben von Muschelkalk und Buntsandstein in Gläsern.
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Gipsabdrücke von Gummistiefeln (abgenutzte Ferse).
Escape-Situation: Die Mission „Der Schatz des Markgrafen“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um die Original-Kiste mit den Dokumenten zu finden, bevor der Forstaufseher sie im Steinbruch sprengt.
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Das Rätsel der Weiherkette: Die Teilnehmer erhalten eine Liste von Weihernamen und müssen diese auf einer Karte der Frankenhöhe in die richtige Reihenfolge bringen. Die Anfangsbuchstaben der Namen ergeben den Code für das Zahlenschloss am Smartphone.
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Die Quell-Navigation: An der Altmühlquelle müssen die Teilnehmer mit Hilfe von PH-Teststreifen die Wasserqualität an drei verschiedenen Austrittspunkten messen. Nur der Punkt mit dem reinsten Wasser enthält den nächsten Hinweis in einer versenkten Flasche.
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Die Wappen-Recherche: Im Museum müssen die Teilnehmer das Wappen auf dem Manschettenknopf mit einer Ahnentafel vergleichen. Die Anzahl der abgebildeten Zinnen auf der Familienburg ergibt die Kombination für den Tresor in der Steinbruch-Hütte.
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Die Sandstein-Chiffre: Im Steinbruch sind Zeichen in den gelben Fels geritzt, die wie alte Steinmetzzeichen aussehen. Mit Hilfe einer Schablone müssen die Teilnehmer diese Zeichen überlagern, um die Koordinaten des Verstecks in der Klinge zu erhalten.
Nächste Überlegung zur Einbindung eines lokalen Ranger des Naturparks Frankenhöhe, der den Teilnehmern während der Ermittlung zeigt, wie man durch das Beobachten von Fraßspuren im Unterholz den Pfad des flüchtenden Jagdhundes rekonstruiert.
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