Der Markt Wellheim liegt in einer der geologisch spannendsten Regionen Frankens, eingebettet in das urzeitliche Urdonautal. Geografisch befindet sich der Ort im südlichen Zipfel des Naturparks Altmühltal, wo die Landschaft durch schroffe Kalkfelsen und sanfte Talauen geprägt ist. Eine absolute Besonderheit ist das Wellheimer Trockental, durch das einst die mächtige Urdonau floss, bevor sie sich einen neuen Weg bahnte und das heutige, spektakuläre Tal hinterließ. Über dem Ort thront die majestätische Burgruine Wellheim auf einem steilen Jurafelsen, die als ehemaliger Sitz der Grafen von Helfenstein weit ins Land blickt.

Die Geografie ist hier untrennbar mit der Erdgeschichte verbunden: Die Region ist weltberühmt für ihre Fossilienfunde im Solnhofener Plattenkalk, die Zeugnis von einem tropischen Urmeer ablegen, das vor Millionen von Jahren das heutige Oberbayern und Mittelfranken bedeckte. Diese Mischung aus mittelalterlicher Wehrhaftigkeit, der geheimnisvollen Stille des verlassenen Flusstals und den Schätzen, die tief im Gestein der Fränkischen Alb verborgen liegen, verleiht Wellheim eine mystische Aura. Hier, wo Wanderer auf den Spuren der Evolution wandeln, verbirgt sich hinter der Fassade der dörflichen Ruhe ein Verbrechen, das so alt ist wie der Stein selbst.

Schauplätze

Der erste Schauplatz ist die Burgruine Wellheim. In einem der halb verfallenen Turmzimmer, geschützt vor Wind und Wetter, wird ein verloren gegangener Hammer gefunden. Es ist kein gewöhnlicher Schlosserhammer, sondern ein spezieller Geologenhammer mit einer markanten Gravur am Schaft. An der Schlagfläche kleben Reste von blauem Siegellack, der auf ein gewaltsam geöffnetes Behältnis hindeutet. Der Fundort bietet einen strategischen Blick über das gesamte Tal, was darauf schließen lässt, dass der Täter von hier aus jemanden beobachtet hat.

Ein weiterer wichtiger Ort ist die Dohlenfelsen-Formation, ein imposantes Kletterparadies direkt am Ortsrand. Am Fuße der Felswand wird eine zerrissene Landkarte sichergestellt. Die Karte zeigt detaillierte geologische Schichten des Urdonautals, wobei eine bestimmte Stelle im Wald zwischen Wellheim und Konstein mit einem grellroten Kreis markiert wurde. Neben der Karte liegt ein einsamer Kletterhandschuh, an dessen Klettverschluss sich winzige Fasern von Schafwolle verfangen haben.

Der dritte Schauplatz ist der historische Pfarrhof. In der Nähe des alten Brunnens findet die Spurensicherung eine antike Münze, die jedoch nicht aus der Zeit der Grafen stammt, sondern ein römisches Prägebild aufweist. Da Wellheim unweit des Limes liegt, ist dieser Fund brisant. Die Münze weist jedoch frische Kratzspuren auf, als hätte jemand versucht, eine moderne Seriennummer einzugravieren oder zu entfernen.

Der vierte Schauplatz ist das Ufer der Schutter, jenes kleinen Flusses, der heute durch das gewaltige Tal fließt. Im seichten Wasser verfangen liegt ein wasserfester Notizblock. Die Seiten sind mit chemischen Formeln gefüllt, die sich auf die Konservierung von Versteinerungen beziehen. Eine Seite ist besonders wichtig: Sie enthält eine Liste von Namen lokaler Grundstücksbesitzer, hinter denen jeweils ein Geldbetrag notiert ist.

Verdächtige

Dr. Roland Fossil ist ein leidenschaftlicher Paläontologe und Sammler. Sein Motiv ist wissenschaftlicher Fanatismus gepaart mit Gier. Er hat in einem privaten Steinbruch ein Exemplar entdeckt, das den berühmten Archaeopteryx in den Schatten stellen könnte. Um den Fund allein zu beanspruchen, musste er Mitwisser ausschalten. Seine Besonderheit ist sein nervöses Zupfen an seinem Bart und die Tatsache, dass er als einziger im Ort ein Set professioneller Geologenhämmer besitzt – eines, bei dem nun ein Stück fehlt.

Theresa Wollweber ist eine lokale Schafhalterin, deren Herde die Hänge rund um die Burgruine beweidet. Ihr Motiv ist der Schutz ihrer Heimat. Sie erfuhr von Plänen, wonach große Teile des Trockentals für industrielle Grabungen freigegeben werden sollten, was ihre Weidegründe zerstört hätte. Sie wollte die Investoren abschrecken. Ihre Besonderheit ist ihre tiefe Ortskenntnis und die Tatsache, dass sie ihre Wolle noch selbst spinnt, was die Fasern am Kletterhandschuh erklärt.

Xaver Grabner ist ein zwielichtiger Antiquitätenhändler aus der Region Eichstätt, der oft in Wellheim gesehen wird. Sein Motiv ist der Handel mit Raubgrabungen. Er agierte als Mittelsmann für internationale Käufer, die es auf die römischen Funde im Altmühltal abgesehen hatten. Seine Besonderheit ist seine Vorliebe für teure Zigarren, deren Asche an mehreren der Schauplätze, insbesondere am Pfarrhof, gefunden wurde.

Konflikt und Geheimnis

Die tiefere Hintergrundgeschichte dreht sich um das „Auge des Urmeers“. Dabei handelt es sich um eine einzigartige Kristallformation, die in einer geheimen Höhle unter der Burgruine verborgen liegt und laut einer alten Legende der Grafen von Helfenstein den Weg zu einem weitaus größeren Schatz weist. Das Geheimnis ist jedoch profaner: Unter Wellheim verläuft eine bisher unentdeckte Ader eines seltenen Minerals, das für die moderne Hochtechnologie von unschätzbarem Wert ist. Das Opfer, ein junger Geologiestudent, hatte diese Entdeckung gemacht und dokumentiert. Der Konflikt entbrannte zwischen der Bewahrung der Natur als Kulturerbe und der skrupellosen Ausbeutung der Bodenschätze. Das Opfer wurde getötet, weil es sich weigerte, die Koordinaten der Lagerstätte gegen Schweigegeld zu verkaufen.

Aufklärung und Finale

Das Finale findet während des Wellheimer Burgfests statt. Vor der Kulisse der beleuchteten Ruine werden die Verdächtigen öffentlich befragt. Der entscheidende Moment ist die Präsentation des Geologenhammers. Dr. Roland Fossil behauptet, ihn vor Wochen verloren zu haben. Doch die Ermittler führen einen Vergleich durch: Der blaue Siegellack am Hammer stammt von einer speziellen Versiegelung, die nur im Tresor des Pfarrhofs verwendet wird, in dem das Opfer seine Unterlagen hinterlegt hatte. Als Xaver Grabner versucht, Dr. Fossil zu verteidigen, wird er durch die Zigarrenasche überführt, die exakt zu der Marke passt, die er gerade raucht. Das endgültige Geständnis erfolgt, als Theresa Wollweber zugibt, beobachtet zu haben, wie Dr. Fossil den Studenten am Dohlenfelsen konfrontierte. Er wollte die Karte mit den Markierungen erzwingen. In Panik stieß er das Opfer den Abhang hinunter. Dr. Fossil bricht zusammen und gesteht die Tat, während die Monstranz des „Urmeers“ sichergestellt wird.

Auflösung und Teilnahmezertifikat

Der Fall ist gelöst, die geologischen Schätze von Wellheim stehen nun unter besonderem staatlichem Schutz. Alle Teilnehmer, die bei der Aufklärung geholfen haben, erhalten die Auszeichnung „Hüter des Urdonautals“. Dieses Zertifikat würdigt ihren Einsatz für den Schutz der fränkischen Erdgeschichte und ihre messerscharfe Logik. Es ist mit dem Siegel des Marktes Wellheim und einer Abbildung des Ammoniten versehen.

Essen und Trinken

Das Menü ist inspiriert von der rauen Alb-Landschaft. Es gibt „Jurahaus-Pfandl“ (Schweinefilet mit einer Kruste aus Waldpilzen) und dazu „Wellheimer Fingernudeln“ (Schupfnudeln) mit Sauerkraut. Als Vorspeise wird eine Wildkräutersuppe aus den Kräutern der Talauen serviert. Zum Trinken gibt es kräftiges Dunkelbier aus einer kleinen Privatbrauerei oder einen spritzigen Frankenwein. Zum Abschluss werden „Fossilien-Taler“ (Mürbeteigplätzchen mit eingebackenem Schokoladen-Abdruck eines Ammoniten) gereicht.

Zusatz-Programmpunkte

Das Rahmenprogramm bietet eine Fossilien-Exkursion in einen nahegelegenen Steinbruch, wo die Teilnehmer unter Anleitung selbst nach Versteinerungen suchen können. Zudem gibt es eine Führung durch die Burgruine mit einem Nachtwächter, der über die dunklen Jahre der Helfensteiner berichtet. Für die Sportlichen wird ein Schnupperklettern am Dohlenfelsen angeboten. Ein kleiner Handwerkermarkt zeigt zudem, wie man aus Jurakalk dekorative Gegenstände fertigt.

Benötigte Requisiten

Benötigt werden ein Geologenhammer mit Gravur, ein Fläschchen blauer Siegellack, eine zerrissene Landkarte auf wasserfestem Papier, ein Kletterhandschuh mit Wollresten, eine römische Replik-Münze, ein präparierter Notizblock, UV-Lampen, Zigarrenstumpen einer spezifischen Marke, eine Kiste mit Fossilien-Dummys und die gedruckten Urkunden.

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