Die Pforte zum Frankenwald

Der Markt Rothenkirchen, ein zentraler Ortsteil der Gemeinde Pressig im oberfränkischen Landkreis Kronach, bildet den markanten Übergang zwischen dem sanften Hügelland des Obermainlandes und den herben, waldreichen Höhen des Frankenwaldes. Geografisch liegt der Ort eingebettet im Tal der Haßlach, die sich hier ihren Weg durch die Schieferformationen bahnt. Die Umgebung ist geprägt von tiefgrünen Fichtenwäldern, steilen Hängen und den typischen Schieferbrüchen der Region, die dem „Blauen Gold“ des Frankenwaldes zu Weltruhm verhalfen. Das Ortsbild von Rothenkirchen wird von der imposanten Pfarrkirche St. Bartholomäus dominiert, deren barocke Pracht von der einstigen Bedeutung des Ortes als herrschaftlicher Stützpunkt zeugt.

Besonders faszinierend ist die historische Rolle von Rothenkirchen als wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der alten Handelsstraße zwischen Nürnberg und Leipzig. Die Architektur im Ortskern zeigt noch heute stolze Schieferfassaden, die das Licht des Nordens auf einzigartige Weise reflektieren. Geologisch ist die Gegend ein Paradies für Kenner: Der tiefblaue Frankenwälder Schiefer bestimmt nicht nur das Aussehen der Dächer, sondern auch die Beschaffenheit der Böden. Die Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze verleiht der Region zudem eine geheimnisvolle, fast melancholische Aura. In dieser Abgeschiedenheit, wo das Klima rau und die Menschen ehrlich sind, verbirgt sich hinter den Mauern der alten Handelshäuser ein Geheimnis, das so dunkel ist wie der Schiefer selbst.


Schauplätze: Orte des Verbrechens und der Beweisaufnahme

Der historische Bahnhof Rothenkirchen An diesem ehemals stolzen Eisenbahnknotenpunkt der Frankenwaldbahn, wo die Züge die beschwerliche Rampe nach Steinbach am Wald in Angriff nehmen, beginnt das Verbrechen. In einem leerstehenden Dienstraum wird die Leiche eines pensionierten Lokführers gefunden, der als Archivar der Bahngeschichte galt. Als zentrales Beweismittel wird eine historische Signallampe sichergestellt, in deren Inneren eine kodierte Liste von Frachtnummern aus den 1980er Jahren versteckt ist. Auf dem Boden finden sich zudem winzige Splitter von grünlichem Glas, das untypisch für moderne Flaschen ist, aber Ähnlichkeiten mit historischem Glas aus der Region um Tettau aufweist.

Der alte Schieferbruch am Berg An den steilen Abbaukanten oberhalb des Ortes, wo der Wind scharf durch die Fichten pfeift, entdecken Ermittler Spuren einer nächtlichen Grabung. Zwischen den dunklen Schieferplatten liegt ein schwerer Vorschlaghammer, an dessen Griff Reste von rötlichem Lehm haften, wie er nur in den Tälern Richtung Kronach vorkommt. Ein entscheidendes Beweismittel ist hier ein verlorengegangener Arbeitshandschuh, der mit Markierungen einer bekannten Spedition aus Oberfranken versehen ist. Die Umgebung wirkt trostlos, doch unter einer lockeren Schieferplatte wird ein altes Funkgerät gefunden, das noch immer leise rauscht.

Das Pfarrhaus von St. Bartholomäus In der Bibliothek des barocken Pfarrhauses, umgeben von theologischen Schriften und alten Matrikelbüchern, stoßen die Teilnehmer auf Anzeichen einer gewaltsamen Durchsuchung. Ein Tintenfass wurde umgestoßen, und der tiefblaue Fleck auf dem Teppich bildet ein bizarres Muster. Ein wichtiges Beweismittel ist hier ein Fragment einer zerrissenen Landkarte, die einen geheimen Pfad über den Rennsteig zeigt. Der Geruch von Weihrauch vermischt sich mit dem Duft von altem Leder. In einer Schreibtischschublade findet sich zudem eine Visitenkarte eines Antiquitätenhändlers aus Coburg, auf deren Rückseite eine Warnung notiert wurde: „Der Schiefer schläft nicht.“

Die Haßlach-Aue unter der Brücke An den feuchten Ufern der Haßlach, wo das Wasser über glatte Steine sprudelt, wird eine metallene Kiste gesichert, die offensichtlich aus dem Fluss gefischt wurde. Die Kiste ist mit Algen bedeckt, doch das Schloss wurde erst kürzlich mit professionellem Werkzeug aufgebrochen. Ein entscheidendes Beweismittel ist ein darin gefundener, goldener Siegelring mit einem Wappen, das einer erloschenen Adelslinie aus dem Frankenwald zugeordnet werden kann. Am Ufer finden sich zudem frische Abdrücke von Gummistiefeln, die ein Profil aufweisen, wie es nur bei Forstmitarbeitern im Staatsforst üblich ist.


Verdächtige: Motive und Abgründe

Gottfried „Gotti“ Schiefer (62) Ein ehemaliger Arbeiter aus dem Schieferbruch, der nach der Schließung der Gruben nie wieder richtig Fuß gefasst hat. Sein Motiv ist verbitterte Rache. Er glaubt, dass das Opfer Beweise für eine massive Umweltverschmutzung in den alten Stollen unterschlagen hat, die seine Gesundheit ruinierte. Besonderheit: Er hat ständig schmutzige Fingernägel vom harten Gestein, trägt eine abgewetzte Lederjacke und kennt jeden Winkel der Berge rund um Rothenkirchen. Er wirkt mürrisch und spricht kaum ein Wort zu viel.

Dr. h.c. Beatrice von Haßlach (48) Eine Historikerin und Nachfahrin einer einflussreichen Familie, die ihren Stammsitz in der Region hatte. Ihr Motiv ist der Erhalt des Familienprestiges und Gier nach einem verschollenen Schatz. Sie befürchtete, dass der Archivar Dokumente veröffentlichen würde, die den Reichtum ihrer Familie als Raubgut aus der Zeit der Grenzöffnung entlarven. Besonderheit: Sie tritt extrem hochnäsig auf, trägt teure Kleidung, die nicht in den Wald passt, und nutzt einen silbernen Gehstock mit einem Knauf aus Bergkristall.

Lukas Forstner (34) Ein junger Revierförster, der erst vor kurzem in den Frankenwald versetzt wurde. Sein Motiv ist Erpressung. Er fand bei seinen Kontrollgängen im Wald die geheimen Grabungsstellen und wollte das Opfer dazu bringen, ihm bei der Verwertung der Funde zu helfen. Als dieser ablehnte, eskalierte die Situation. Besonderheit: Er ist technisch versiert, nutzt Drohnen zur Waldüberwachung und trägt immer die neueste Funktionskleidung. Seine Stiefel passen exakt zu den Abdrücken an der Haßlach.


Konflikt und Geheimnis: Die Fracht des blauen Zuges

Der Kern des Falls ist das Rätsel um den „Blauen Zug“. In den letzten Tagen der deutschen Teilung soll ein Sonderzug wertvolle Güter – Kunstwerke und Gold – aus dem Osten in den Westen transportiert haben, wobei die Fracht in Rothenkirchen aufgrund einer Sabotage zwischengelagert wurde. Das Opfer hatte die alten Frachtlisten in der Signallampe entdeckt und war kurz davor, das Versteck in einem der stillgelegten Schieferstollen preiszugeben. Der Konflikt zwischen der historischen Verantwortung und der kriminellen Energie derer, die den Schatz für sich beanspruchen, bildet die treibende Kraft. Das Geheimnis war, dass der Schatz gar nicht aus Gold bestand, sondern aus hochsensiblen Akten über Kollaborateure in Franken, die bis heute in einflussreichen Positionen sitzen.


Aufklärung und Finale: Die Überführung des Täters

Die Aufklärung findet während einer historischen Lesung im Gemeindesaal statt. Die Teilnehmer kombinieren die Frachtnummern aus der Lampe mit dem Siegelring aus der Haßlach. Es stellt sich heraus, dass der Siegelring als Legitimation für den Zugriff auf die Fracht diente.

In einem dramatischen Finale wird Lukas Forstner überführt. Der entscheidende Beweis ist das Funkgerät aus dem Schieferbruch: Die darin gespeicherten Frequenzen entsprechen den privaten Kanälen, die Forstner für seine illegale Überwachung des Waldes nutzte. Zudem findet sich an seinem Dienstwagen der rötliche Lehm, der am Vorschlaghammer klebte. Er hatte das Opfer am Bahnhof gestellt und ihn im Streit erschlagen, als dieser die Akten vernichten wollte. Die Historikerin von Haßlach hatte ihn zwar angestiftet, doch Forstner führte die Tat aus, um sich selbst zu bereichern. Er gesteht, als man ihm nachweist, dass das grüne Glas am Bahnhof von einer Signalleuchte seines eigenen Dienstfahrzeugs stammte, die beim Kampf zu Bruch ging.


Auflösung und Teilnahmezertifikat

Die Wahrheit über den „Blauen Zug“ ist ans Licht gekommen, die Akten sind gesichert. Die Teilnehmer haben den Nebel des Frankenwaldes gelichtet und bewiesen, dass sie wahre Meister der Deduktion sind. Name der Auszeichnung: Der Schiefer-Detektiv von Rothenkirchen – Ehren-Ermittler der Haßlach-Region. Dieses Zertifikat wird mit einer echten Schieferplatte als Siegel überreicht und würdigt den Einsatz für die Gerechtigkeit in Oberfranken.


Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Frankenwald

Nach der anstrengenden Ermittlung wird in den Gasthöfen von Rothenkirchen deftig aufgetischt. Die Küche spiegelt die Kraft der Region wider. Als Vorspeise wird eine Schwammasuppn (Pilzsuppe) mit frischen Waldpilzen und einem Klecks Sahne gereicht. Der Hauptgang besteht aus dem berühmten Frankenwälder Schieferfleisch – zartes Rindfleisch, das in einer dunklen Sauce mit viel Wurzelgemüse geschmort wurde, dazu gibt es hausgemachte grüne Klöße (aus rohen Kartoffeln) und Sauerkraut.

Für den kleinen Hunger gibt es „Bamberger Hörnla“ (eine Kartoffelsorte) als Salat mit einer kräftigen Vinaigrette und geräuchertem Forellenfilet aus den klaren Bächen des Frankenwaldes. Als Getränk ist ein dunkles Landbier aus einer der kleinen Brauereien in Pressig oder ein spritziger Apfelmost von den Streuobstwiesen am Fuße des Berges unverzichtbar. Zum Nachtisch werden „Schiefersteine“ serviert – dunkle Pralinen mit einer Füllung aus Schlehenlikör, die optisch dem Gestein der Region nachempfunden sind.


Zusatz-Programmpunkte: Ideen für das Rahmenprogramm

  • Schieferbruch-Begehung: Eine geführte Tour zum alten Steinbruch mit Erklärungen zum Abbau und der Geologie des Frankenwaldes.

  • Bahnhistorischer Spaziergang: Ein Rundgang entlang der Frankenwaldbahn mit Anekdoten aus der Zeit der Dampflokomotiven.

  • Kräuterkunde am Waldrand: Ein Experte zeigt, welche Pflanzen im Frankenwald wachsen und wie sie früher zur Heilung genutzt wurden.

  • Besichtigung der Bartholomäuskirche: Ein Blick auf die barocken Kunstschätze und die Krypta der Dorfkirche.


Benötigte Requisiten

  • Eine historische Signallampe der Bahn mit Geheimfach.

  • Ein schwerer Vorschlaghammer mit künstlichen Lehmspuren.

  • Ein goldener Siegelring mit Familienwappen.

  • Eine zerrissene Landkarte des Rennsteigs auf Pergament.

  • Ein altes, rauschendes Funkgerät.

  • Proben von tiefblauem Schiefer und grünem Glas in Beweismittelbeuteln.

  • Eine metallene Dokumentenkiste (alt und rostig).

  • Gipsabdrücke von Stiefelprofilen.

Überprüfung der Wegbeleuchtung am alten Bahnhof für die nächtliche Spurensuche als nächste Überlegung.

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