Das Tor zur Fränkischen Schweiz und die Welt der Kirschen
Ermreuth, ein geschichtsträchtiges Dorf im Landkreis Forchheim, bildet die malerische und zugleich geheimnisvolle Kulisse für dieses kriminelle Rätsel. Geografisch liegt der Ort eingebettet in die sanften Ausläufer der Fränkischen Schweiz, einer Region, die weltweit für ihre bizarren Kalksteinfelsen, tiefen Täler und vor allem für ihre unendlichen Obstgärten bekannt ist. Das Dorf selbst schmiegt sich an die Hänge des Ermreuther Berges, während in unmittelbarer Nähe die Quellen kleiner Bäche entspringen, die schließlich in die Schwabach oder die Wiesent münden. Die Topografie ist geprägt durch ein Wechselspiel aus fruchtbaren Hochplateaus und geschützten Tallagen, was Ermreuth zu einem der bedeutendsten Zentren des Kirschanbaus in Franken macht.
Die Besonderheit von Ermreuth liegt in seiner außergewöhnlichen kulturellen Vielfalt und Architektur. Das Dorfbild wird dominiert vom imposanten Ermreuther Schloss, einem ehemaligen Adelssitz, und der unmittelbar benachbarten, prachtvoll restaurierten Synagoge, die als eine der größten und bedeutendsten im ländlichen Oberfranken gilt. Diese räumliche Nähe von christlicher Schlossherrschaft und jüdischer Landgemeinde ist ein Alleinstellungsmerkmal in der bayerischen Geschichte. Zudem ist der Ort umgeben von einem Meer aus Kirschbäumen, die besonders zur Blütezeit die gesamte Fränkische Schweiz in ein weißes Gewand hüllen. Doch der Frieden in den Obstgärten wird jäh gestört. Während der Vorbereitungen für den traditionellen Kirschenmarkt wird ein bekannter Agrarhistoriker leblos in einem abgelegenen Obsthang am Kalkfelsen aufgefunden. In seiner Hand hält er eine antike Kupfermünze mit einem hebräischen Schriftzeichen, und sein Mantel weist Spuren von gelbem Lehm und winzige Reste von Bienenwachs auf. Ein Fall beginnt, der die Ermittler von den prunkvollen Sälen des Schlosses über die religiösen Stätten bis tief in die verzweigten Keller der Brennereien führt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Der Kirschhang am Kalkfelsen (Der Tatort) Inmitten der alten, knorrigen Kirschbäume, wo das Gras hoch steht und die Aussicht über das Ermreuther Tal am schönsten ist, beginnt die Spurensuche. Unter einer uralten Herzkirsche wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein lederner Notizblock, an dessen Einband Rückstände von Kirschharz und winzige Metallspäne haften. Besonders auffällig ist ein tiefer Abdruck im weichen Boden, der von einem Reitstiefel stammt, dessen Absatz ein markantes, sternförmiges Profil aufweist. Auf einem Ast findet man zudem ein Fragment eines blauen Seidentuchs, das einen feinen Duft nach Lavendel verströmt.
Die Synagoge von Ermreuth (Die Spur der Gelehrten) In diesem beeindruckenden Sakralbau mit seinen prächtigen Wandmalereien und der hölzernen Frauenempore wird das zweite Indiz geborgen. In einem alten Gebetsbuch, das im Archiv der Synagoge aufbewahrt wird, liegt eine handgezeichnete Karte aus dem 18. Jahrhundert. Sie zeigt einen verborgenen Gang zwischen dem Schloss und einem ehemaligen rituellen Bad (Mikwe). An dem Papier haften Spuren von Ruß und der Geruch von altem Pergament. Besonders rätselhaft: In einer Mauernische im Außenbereich findet man eine leere Flasche eines exklusiven Kirschbrandy, auf deren Etikett ein Name aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt notiert wurde.
Das Ermreuther Schloss (Der Ort der Macht) Innerhalb der massiven Mauern des Renaissanceschlosses, das einst den Freiherren von Künsberg gehörte, wird das dritte Beweismittel entdeckt. Im Rittersaal, hinter einem schweren Wandteppich, findet man eine antike Truhe, deren Schloss gewaltsam aufgebrochen wurde. In der Truhe liegen moderne Fotografien von wertvollen Thorarollen und Schlossinventar. An der Truhe haften Rückstände von Polierpaste und winzige Fasern von Samt. Besonders verdächtig ist eine zurückgelassene Visitenkarte eines Auktionshauses aus Bamberg, auf der ein Termin für den kommenden Samstag mit roter Tinte eingekreist ist.
Die alte Brennerei im Ortskern (Der Ort der Verwandlung) In den kühlen, feuchten Kellerräumen, wo die großen Kupferkessel stehen und der Duft von vergorenen Früchten in der Luft liegt, wird das vierte Indiz gesichert. In einem leeren Maischefass findet man einen wasserdicht verschlossenen Briefumschlag. Darin befinden sich Kaufverträge über Ländereien rund um Ermreuth, die als Baugrundstücke für eine Ferienanlage deklariert sind. An dem Umschlag kleben Rückstände von Hefe und winzige Splitter von Quarzglas, wie es bei der Herstellung von hochwertigen Schnapsflaschen verwendet wird. Zudem liegt im Umschlag eine Feder eines Turmfalken, der oft auf dem Schlossturm nistet.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Freifrau Arabella von Künsberg-Ermreuth (54) – Die Schlossherrin Sie stammt aus einer verarmten Linie des Uradels und versucht mit allen Mitteln, den kostspieligen Unterhalt des Schlosses in Ermreuth zu finanzieren.
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Motiv: Existenzangst und Standesdünkel. Sie wollte eine Sammlung wertvoller historischer Dokumente heimlich an einen privaten Sammler verkaufen, um die Sanierung des Schloßdachs zu bezahlen. Der Historiker hatte den Diebstahl bemerkt und wollte sie anzeigen. Das blaue Seidentuch und der Reitstiefel-Abdruck belasten sie schwer.
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Besonderheit: Sie tritt stets hochmütig auf, trägt Reitkleidung auch im Haus und hat die Angewohnheit, beim Sprechen ständig an einer Perlenkette zu nesteln.
Jakob „Der Brenner“ Obst (46) – Ein geschäftstüchtiger Destillateur Er betreibt die größte Brennerei im Ort und ist bekannt für seinen preisgekrönten Kirschschnaps aus der Fränkischen Schweiz.
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Motiv: Gier und Expansion. Er plante in Zusammenarbeit mit Investoren eine Luxus-Ferienanlage in den Kirschhängen, wofür er die historischen Gutachten des Historikers fälschen lassen wollte. Als dieser sich weigerte, sah Jakob seine Träume von Reichtum zerplatzen. Der Hefe-Rückstand und die Quarzglassplitter führen direkt in seine Brennerei.
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Besonderheit: Er hat eine rote Nase, spricht sehr laut im oberfränkischen Dialekt und riecht ständig nach hochprozentigem Alkohol und Obst.
Dr. h.c. Simon „Der Archivar“ Buchmann (62) – Ein leidenschaftlicher Forscher Er betreut die jüdische Gedenkstätte und das Archiv in Ermreuth und gilt als Koryphäe für die Geschichte der Region.
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Motiv: Besessenheit und fehlgeleiteter Schutzinstinkt. Er glaubte, der Historiker würde bei seinen Untersuchungen ein bisher unentdecktes religiöses Artefakt beschädigen oder entwerten. Er wollte das Erbe von Ermreuth „rein“ halten. Die Karte in der Synagoge und das Bienenwachs (von den Kerzen in der Gedenkstätte) weisen auf ihn hin.
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Besonderheit: Er wirkt sehr schmächtig, trägt eine dicke Brille und hat die Angewohnheit, bei Aufregung ständig lateinische oder hebräische Zitate zu murmeln.
Konflikt und Geheimnis: Das verschollene Siegel der Gemeinde
Das tiefe Geheimnis von Ermreuth führt zurück in das 17. Jahrhundert. Eine Legende besagt, dass während des Dreißigjährigen Krieges ein gemeinsames Siegel von Schlossherrschaft und jüdischer Gemeinde angefertigt wurde, um den Schutz des Dorfes zu garantieren. Dieses Siegel, aus purem Gold und mit Edelsteinen besetzt, galt als verschollen. Der Historiker hatte Beweise gefunden, dass das Siegel niemals geraubt wurde, sondern in einem Hohlraum zwischen der Synagoge und dem Schloss eingemauert ist.
Der Konflikt entzündete sich an der Gier nach diesem Siegel. Während die Schlossherrin es verkaufen wollte, um ihren Status zu retten, sah der Brenner darin das Startkapital für sein Resort. Der Archivar hingegen wollte das Siegel für immer in den Mauern lassen, um die Ruhe der Vergangenheit nicht zu stören. In der Enge des Dorfes prallten diese unterschiedlichen Weltanschauungen aufeinander. Der Mord am Kirschhang war kein Zufall, sondern die Eskalation eines Streits über den Zugang zu diesem verborgenen Erbe.
Aufklärung und Finale: Showdown auf dem Schlossturm
Das Finale findet bei einsetzender Dunkelheit auf dem höchsten Turm des Ermreuther Schlosses statt. Während der Wind über die Höhen der Fränkischen Schweiz pfeift, führen die Teilnehmer die Indizien zusammen. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Analyse der Turmfalkenfeder: Diese klebte am Ärmel der Schlossherrin, die den Falken oft füttert.
Überführt wird schließlich Arabella von Künsberg-Ermreuth in Komplizenschaft mit Jakob Obst. Arabella hatte den Historiker zum Hang gelockt, um ihn einzuschüchtern, während Jakob im Hintergrund die Drecksarbeit erledigte und den Leichnam mit seinem Geländewagen transportierte. Doch Jakob hatte Arabella hintergangen und bereits eigene Verträge für das Gelände unterschrieben. In einem dramatischen Moment auf dem Turm gesteht Arabella die Tat, als die Teilnehmer das Versteck des goldenen Siegels – das sie bereits gefunden hatte – im Schlosskeller präsentieren. Die Schlossherrin und der Brenner werden festgenommen, und das Siegel wird als Symbol der Versöhnung der Gedenkstätte übergeben.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um das Siegel des Kirschdiebs ist gelöst, die Kirschgärten von Ermreuth können wieder in Frieden blühen und die Geschichte der Fränkischen Schweiz ist um ein Kapitel reicher. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst in den verwinkeltsten Gassen und Kellern die Wahrheit finden. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Kirschblüten-Kommissar von Ermreuth – Hüter des fränkischen Erbes“. Dieses Zertifikat wird feierlich unter dem Siegel des Marktes verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus der Fränkischen Schweiz
Ein Krimi-Event in Ermreuth verlangt nach einer Verpflegung, die die Spezialitäten der Region feiert:
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Ermreuther Kirschbraten: Ein saftiger Schweinebraten, der in einer Soße aus dunklem Bier und karamellisierten Ermreuther Kirschen geschmort wurde, serviert mit hausgemachten fränkischen Klößen und Wirsing.
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Forelle Blau aus der Wiesent: Frisch gefangen aus den klaren Bächen der Umgebung, serviert mit Salzkartoffeln und zerlassener Butter.
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Brenner-Platte: Eine kräftige Brotzeit mit Geräuchertem, Leberwurst, Obatzda und Brot aus dem Holzofen, dazu ein Glas selbstgebrannter Kirschgeist.
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Ermreuther Krapfen: Süßes Hefegebäck, gefüllt mit hausgemachter Kirschmarmelade, bestäubt mit Puderzucker.
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Getränke: Unverzichtbar ist ein „Landbier“ aus einer der zahlreichen kleinen Brauereien im Landkreis Forchheim oder ein Glas frischer Kirschmost. Als Digestiv empfiehlt sich ein „Ermreuther Klostergeist“ (Kräuterlikör). Zum Nachtisch gibt es Kirschenmichel, ein traditioneller Auflauf aus Brot und Früchten.
Zusatz-Programmpunkte
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Besuch der Synagoge und der Gedenkstätte: Eine Führung durch eines der bedeutendsten jüdischen Baudenkmäler Oberfrankens.
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Wanderung durch die Kirschgärten: Eine Lehrpfad-Tour zur Geschichte des Kirschanbaus in der Fränkischen Schweiz.
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Brennereibesichtigung: Ein Einblick in die Kunst der Schnapsherstellung mit anschließender Verkostung.
Benötigte Requisiten
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Eine antike Kupfermünze mit hebräischen Schriftzeichen.
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Ein lederner Notizblock mit Kirschharzspuren.
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Eine handgezeichnete Karte von Ermreuth (künstlich gealtert).
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Eine exklusive Schnapsflasche mit personalisiertem Etikett.
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Eine antike Truhe mit aufgebrochenem Schloss.
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Eine Feder eines Turmfalken und eine Lavendel-Duftprobe.
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Proben von gelbem Lehm, Hefe und Polierpaste.
Escape-Situation: Die Mission „Das Rätsel der Mikwe“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um das goldene Siegel zu finden, bevor die Schlossherrin es an das Auktionshaus in Bamberg übergibt.
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Das Rätsel der Schlossfenster: Die Teilnehmer müssen die Anzahl der Rundbogenfenster am Westflügel des Schlosses zählen. Diese Zahl bildet den ersten Teil des Codes für die antike Truhe.
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Die Mikwe-Navigation: Im Bereich der ehemaligen rituellen Bäder müssen die Teilnehmer die Tiefe der Becken messen. Die Summe der Zentimeter ergibt die Koordinaten auf der alten Karte von Ermreuth.
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Die Kirschsorten-Chiffre: In den Obstgärten sind Schilder mit Namen alter Kirschsorten (z.B. „Große Schwarze Knorpelkirsche“) angebracht. Die Anfangsbuchstaben der Sorten in einer bestimmten Reihenfolge ergeben das Passwort für den verschlossenen Briefumschlag in der Brennerei.
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Die Wappen-Analyse: Im Rittersaal müssen verschiedene Adelswappen verglichen werden. Nur das Wappen, das eine Kirschblüte im Schild führt, enthält einen geheimen Mechanismus, der den Schacht zum Versteck des Siegels öffnet.
Nächste Überlegung zur Einbindung eines lokalen Obstbauern, der den Teilnehmern während der Ermittlungen zeigt, wie man durch das Zählen der Jahresringe an einem abgesägten Kirschast den exakten Zeitpunkt der Tat bestimmen kann.
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