Mittelalterliche Pracht im Gollachtal
Aub, die kleinste Stadt im Landkreis Würzburg, bildet die gleichermaßen beschauliche wie historisch gewaltige Kulisse für dieses kriminelle Ereignis im südlichen Mainfranken. Geografisch liegt der Ort eingebettet in das sanfte Tal der Gollach, einer Region, die für ihre fruchtbaren Lössböden und die weiten Horizonte des Ochsenfurter Gaues bekannt ist. Die Topografie wird hier maßgeblich durch den Flusslauf bestimmt, der sich durch die Kalksteinschichten schneidet und eine natürliche Grenze zwischen der Stadt und den umliegenden Hochflächen bildet.
Die absolute Besonderheit von Aub liegt in seinem fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtbild. Die mächtige Stadtmauer mit ihren Türmen umschließt den Stadtkern wie eine schützende Hand. Über der Stadt thront majestätisch die Ruine der Reichelsburg, die einst als wehrhafter Sitz der Herren von Hohenlohe diente. Das Ortsbild wird geprägt durch den prächtigen Marktplatz mit dem gotischen Rathaus, die stattliche Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit dem berühmten Riemenschneider-Kruzifix und das historische Spitalgebäude. In dieser Atmosphäre aus ritterlichem Stolz, religiöser Kunst und der ländlichen Stille des Gollachtals geschieht das Unfassbare: Während der Vorbereitungen für das historische Stadtfest wird ein renommierter Kunsthistoriker leblos im Schatten des Höllenturms aufgefunden. In seiner Hand klammert er eine antike Münze aus massivem Silber, und seine Kleidung weist Spuren von feinstem Kalkabrieb sowie Rückstände von altem Waffenöl und winzige Fragmente von rotem Sandstein auf. Ein Fall beginnt, der die Ermittler von den dunklen Verliesen der Reichelsburg über die verschlungenen Pfade der Stadtmauer bis tief in die Werkstätten der Renaissance führt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Die Ruine der Reichelsburg (Der Ort der Ahnen) Hoch über dem Tal der Gollach, inmitten der zerfallenen Mauern der einst stolzen Festung, beginnt die Spurensuche. Hinter einem losen Stein im Fundament des Palas wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein zerrissenes Fragment einer Pergamenturkunde aus dem 15. Jahrhundert, an dessen Rändern Rückstände von tiefschwarzem Siegellack und winzige Partikel von Blauzinkerz haften. Besonders auffällig ist ein frischer Kratzer an einem steinernen Wappen, der darauf hindeutet, dass ein metallischer Gegenstand als Hebel benutzt wurde. Auf dem staubigen Boden finden sich zudem Abdrücke eines hochwertigen Halbschuhs, dessen Sohle Spuren von hellem Muschelkalk und winzige Samen der Wegwarte aufweist, die typisch für die Trockenhänge rund um Aub ist.
Die Stadtmauer am Höllenturm (Der Tatort) In der Enge des Wehrgangs, direkt unter den massiven Zinnen des Höllenturms, wird das zweite Indiz geborgen. In einer hohlen Mauernische, versteckt hinter einer Schicht aus Moos und Flechten, liegt eine kleine Kapsel aus Blei. Darin befindet sich eine handgezeichnete Karte, die geheime unterirdische Gänge zeigt, welche das Spital mit dem Rathaus verbinden. An der Kapsel haften Reste von Bienenwachs und der intensive Geruch von Eisenoxid. Besonders rätselhaft: In das Blei wurde eine mathematische Gleichung eingeritzt, deren Ergebnis exakt mit der Anzahl der Türme der Auber Stadtbefestigung übereinstimmt. Zudem findet man dort eine Feder eines Turmfalken, der in den Mauerrissen der Stadt nistet.
Das Spitalmuseum (Die Spur der Barmherzigkeit) Inmitten der historischen Krankenzimmer und der alten Apotheke des Spitals wird das dritte Beweismittel gesichert. In einem doppelten Boden einer alten Arzneitruhe findet man ein modernes Diktiergerät, dessen Gehäuse mit Ruß geschwärzt wurde. An dem Gerät kleben Rückstände von frischem Leinöl und winzige Splitter von Buntglas, wie es in den Fenstern der Stadtpfarrkirche verbaut ist. Besonders aufschlussreich ist eine darauf gespeicherte Aufnahme, die ein Streitgespräch über den „wahren Wert des Kruzifixes“ und eine „geplante Schenkung an einen ausländischen Sammler“ dokumentiert.
Das Ufer der Gollach beim Kunigunden-Brunnen (Der Ort der Verschwörung) An dieser mystischen Stelle am Flusslauf wird das vierte Indiz sichergestellt. Unter einer massiven Wurzel einer alten Weide findet man einen weggeworfenen Arbeitshandschuh. An dem Material haften Rückstände von Flussschlamm und feine Fasern eines hochwertigen Samtstoffs. Besonders verdächtig ist eine im Handschuh versteckte Notiz, die von einer „Löschung der Herkunftsnachweise bei Vollmond“ spricht.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Dr. Kilian „Der Konservator“ Mainz (58) – Ein ehrgeiziger Museumsleiter Er leitet die historischen Sammlungen in Aub und gilt als Experte für die Werke Tilman Riemenschneiders.
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Motiv: Gier und Geltungsdrang. Er hatte entdeckt, dass das Kruzifix in der Kirche eine weitaus wertvollere Vorstudie verbarg, die er heimlich gegen eine Kopie austauschen wollte, um den Erlös für den Erhalt seiner maroden Privatsammlung zu nutzen. Das Leinöl und die Buntglassplitter belasten ihn schwer.
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Besonderheit: Er trägt ständig eine weiße Baumwollhandschur in der Tasche, spricht in einem sehr dozierenden Tonfall und hat die Angewohnheit, alle Oberflächen nach Staub abzusuchen.
Hannes „Der Burgenwart“ Stein (45) – Der ehrenamtliche Betreuer der Reichelsburg Er kennt jeden Stein der Ruine und verbringt jede freie Minute mit der Instandhaltung der Anlage.
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Motiv: Schutz des Erbes durch kriminelle Mittel. Er glaubte, das Opfer plane, die Reichelsburg für den Tourismus zu „modernisieren“ und dabei historische Substanz zu zerstören. Er wollte das Opfer einschüchtern, doch der Streit eskalierte. Der Muschelkalk und die Wegwarte-Samen führen direkt zu seiner Ausrüstung.
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Besonderheit: Er ist sehr wortkarg, trägt fast immer eine wetterfeste Jagdjacke und hat eine tiefe Abneigung gegen „studierte Leute“, die sich nicht die Hände schmutzig machen.
Elisabeth „Die Sammlerin“ von Hohenlohe (42) – Eine Geschäftsfrau mit zweifelhaften Wurzeln Sie behauptet, direkt von den ehemaligen Herren der Stadt abzustammen und möchte das Ansehen ihrer Familie wiederherstellen.
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Motiv: Besitzanspruch. Sie war davon überzeugt, dass die Silbermünze der Schlüssel zu einem verschollenen Familienschatz in den Kellern des Rathauses ist. Das Opfer weigerte sich, ihr die Karte aus dem Höllenturm zu überlassen. Der schwarze Siegellack und der Samtstoff weisen auf ihre Tatbeteiligung hin.
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Besonderheit: Sie wirkt sehr arrogant, trägt auffälligen antiken Schmuck und fährt einen geländegängigen Luxuswagen, der nicht zum bescheidenen Stadtbild von Aub passt.
Konflikt und Geheimnis: Das Testament der Ritter
Das tiefe Geheimnis von Aub führt zurück in die Zeit der Bauernkriege. Eine Legende besagt, dass die Ritter von der Reichelsburg einen Teil ihres Vermögens der Stadt vermachten, unter der Bedingung, dass dieses Erbe niemals das Gollachtal verlassen darf. Dieses „Testament der Ritter“ wurde in einer verschlüsselten Form in der Architektur der Stadt versteckt. Der Kunsthistoriker hatte erkannt, dass die Anordnung der Stadttürme und die Blickachsen der Kirche einen Code bilden, der zu einem geheimen Raum unter dem Marktplatz führt.
Der Konflikt entzündete sich an der Frage der Eigentumsrechte. Während der Konservator den finanziellen Wert für die Wissenschaft (und sich selbst) wollte, suchte die Sammlerin die Symbole ihrer Macht und der Burgenwart wollte das Geheimnis für immer begraben, um die Ruhe der Toten zu bewahren. In der Tatnacht trafen die Interessen am Höllenturm aufeinander, wobei die Silbermünze als Beweisstück für die Existenz des Schatzes zum Auslöser des tödlichen Angriffs wurde.
Aufklärung und Finale: Showdown im Rathauskeller
Das Finale findet bei Nacht im historischen Kellergewölbe unter dem Auber Rathaus statt. Die Teilnehmer führen die gesammelten Indizien zusammen. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Analyse des Blauzinkerzes: Es handelt sich um ein Mineral, das nur in einer ganz bestimmten Mine in der Region vorkommt, in der Dr. Mainz vor Jahren Grabungsrechte erworben hatte. Zudem passt der Samtstoff des Handschuhs exakt zu dem exklusiven Umhang, den Elisabeth von Hohenlohe bei der Eröffnungsfeier trug.
Überführt wird schließlich Dr. Kilian Mainz in Komplizenschaft mit Hannes Stein. Der Konservator hatte den Plan entworfen und die Karte gestohlen, während der Burgenwart, im Glauben das Erbe vor Modernisierung zu schützen, die körperliche Tat ausführte. Elisabeth von Hohenlohe wird als Auftraggeberin entlarvt, die die Informationen über die Münze bereitstellte. Die geheime Schatzkammer wird entdeckt und das historische Kruzifix unter besonderen Schutz der Gemeinde gestellt.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um das versiegelte Erbe der Reichelsburg ist gelöst, der Friede im Gollachtal ist gewahrt und die Täter sind ihrer gerechten Strafe zugeführt worden. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst in den komplexesten Strukturen von Unterfranken die Wahrheit ans Licht bringen. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Wächter der Reichelsburg – Meister-Ermittler vom Gollachtal“. Dieses Zertifikat wird feierlich vor dem Portal der Stadtpfarrkirche verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Ochsenfurter Gau
Ein Krimi-Event in Aub erfordert eine Stärkung, die die herzhafte und traditionelle Art der Region widerspiegelt:
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Auber Lammbraten: Ein zartes Stück Fleisch von den Magerrasen der Umgebung, langsam gegart in einer Soße aus dunklem Landbier, serviert mit hausgemachten fränkischen Klößen und Wirsinggemüse.
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Gollach-Forelle: Frisch gefangen aus dem Bachlauf, in Butter gebraten mit Mandeln, dazu Petersilienkartoffeln aus dem Gau.
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Ritterschmaus-Platte: Eine rustikale Auswahl mit Griebenwurst, geräuchertem Schinken, „Ziebeleskäs“ (Quark mit Zwiebeln) und kräftigem Bauernbrot aus dem Holzofen.
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Quark-Küchle mit Zwetschgenbaames: Ein traditionelles Dessert aus der Region, verfeinert mit regionalem Obst.
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Getränke: Unverzichtbar ist ein Glas fränkischer Silvaner oder ein kühles Bier aus einer der Privatbrauereien im Landkreis Würzburg. Als Abschluss dient ein „Höllenturm-Geist“, ein lokaler Kräuterschnaps.
Zusatz-Programmpunkte
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Nachtwächterführung: Ein Rundgang durch die beleuchteten Gassen von Aub mit Geschichten über die Stadtmauer.
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Besuch des Spitalmuseums: Ein tieferer Einblick in die mittelalterliche Medizin und die Geschichte der Barmherzigkeit.
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Wanderung zur Reichelsburg: Ein Ausflug zur Ruine mit Erklärungen zur ritterlichen Geschichte der Hohenloher.
Benötigte Requisiten
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Eine antike Münze aus massivem Silber (Nachbildung).
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Ein zerrissenes Pergament-Fragment mit schwarzem Siegellack.
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Eine Bleikapsel mit einer handgezeichneten Tunnel-Karte.
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Ein Diktiergerät (Dummy) mit Rußspuren.
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Eine Turmfalken-Feder.
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Proben von Kalkabrieb, Eisenoxid und Flussschlamm in Gläsern.
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Ein Arbeitshandschuh und feine Samtfasern.
Escape-Situation: Die Mission „Der Schlüssel von Hohenlohe“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um das originale Stadtsiegel zu finden, bevor Dr. Mainz es an einen Kunsthändler übergibt.
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Das Rätsel der Kirche: In Aub müssen die Teilnehmer die Anzahl der Engel am Riemenschneider-Kruzifix zählen. Diese Zahl bildet den ersten Teil des Codes für die Bleikapsel.
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Die Brunnen-Chiffre: Am Kunigunden-Brunnen müssen die Teilnehmer eine verborgene Inschrift finden, die nur lesbar wird, wenn man eine bestimmte Menge Wasser über eine Steinplatte gießt (simuliert durch eine mechanische Vorrichtung).
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Die Apotheker-Matrix: Im Spitalmuseum müssen die Teilnehmer historische Heilkräuter den richtigen lateinischen Namen zuordnen, um eine mechanische Verriegelung an einer Truhe zu lösen.
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Die Siegel-Aktivierung: Im Finale müssen die Teilnehmer die Silbermünze in eine Vertiefung am Rathausportal einsetzen. Durch das richtige Ausrichten der Himmelsrichtungen (basierend auf der Karte) springt ein Geheimfach auf.
Nächste Überlegung zur Einbindung eines erfahrenen Restaurators aus der Region, der während der Ermittlungen erklärt, wie man durch die spezifische Zusammensetzung des Waffenöls am Tatort exakt bestimmen kann, aus welchem Jahrhundert die Tatwaffe stammt und ob diese direkt aus der Rüstkammer der Reichelsburg in Aub entwendet wurde.
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