Das Tor zur Fränkischen Schweiz und die Stadt der Keller
Forchheim, eine der ältesten Städte im Norden von Bayern, bildet die historische und geografische Kulisse für diesen packenden Kriminalfall. Gelegen im Regnitzbecken, direkt am Main-Donau-Kanal und am Fluss Wiesent, gilt die Stadt als das südliche Eingangstor zur Fränkischen Schweiz. Die Geografie ist geprägt durch die flache Talau der Regnitz, die im Osten steil zu den Kalksteinfelsen des Ehrenbürg, besser bekannt als das Walberla, ansteigt. Forchheim selbst ist eine Stadt, in der die Geschichte an jeder Ecke atmet, von den mächtigen Bastionen der barocken Festung Forchheim bis hin zur mittelalterlichen Kaiserpfalz.
Die absolute Besonderheit ist jedoch der Forchheimer Kellerwald. Auf einer Anhöhe im Osten der Stadt befindet sich ein weltweit einzigartiges Ensemble aus über zwanzig Bierkellern, die tief in den Sandstein gegraben wurden. Hier wird das Bier nicht „im“, sondern „auf dem“ Keller getrunken – eine lokale Tradition, die besonders während des Annafestes Zehntausende anlockt. Unter der Erdoberfläche erstreckt sich ein Labyrinth aus Lagerräumen, das seit Jahrhunderten zur Kühlung des Gerstensaftes dient. Doch genau in dieser dunklen Tiefe nimmt das Unheil seinen Lauf. Während der Vorbereitungen für die Starkbierzeit wird in einem abgelegenen, längst vergessenen Stollen unter dem Kellerwald eine grausige Entdeckung gemacht. Ein bekannter Braumeister, der als Hüter der ältesten Rezepturen der Stadt galt, wird leblos neben einem antiken Eichenfass aufgefunden. Das Fass ist mit einem ungewöhnlichen Siegel aus schwarzem Wachs verschlossen, und in der Hand des Opfers findet man einen historischen Schlüssel, der laut Stadtarchiv seit den Napleonskriegen als verschollen galt. Ein Fall beginnt, der die Ermittler durch die prunkvollen Säle der Kaiserpfalz, entlang der alten Stadtmauer und bis in die feuchtkalten Abgründe des Sandsteins führt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Der Kellerwald (Der Fundort des Opfers) Inmitten der schattigen Eichenwälder, dort wo die Lüftungsschächte der tiefen Bierkeller wie kleine Schornsteine aus dem Boden ragen, beginnt die Spurensuche. Im hintersten Bereich des „Glocken-Kellers“ wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein lederner Brauer-Schurz, an dessen Saum Rückstände von rotem Sandsteinstaub und feine Partikel von Hopfendolden haften. Besonders auffällig ist ein Brandfleck in Form eines Wappens, der auf den Gebrauch einer historischen Fackel hinweist. Auf dem lehmigen Boden des Stollens finden sich zudem Abdrücke von schweren Arbeitsschuhen, die Spuren von Flussschlamm der Wiesent aufweisen.
Die Kaiserpfalz (Die Spur der Geschichte) In dem prächtigen Fachwerkbau, der einst als Residenz für Kaiser und Bischöfe diente, wird das zweite Indiz geborgen. Im Innenhof, unweit des Archäologiemuseums, liegt eine weggeworfene Pergamentrolle. Sie enthält eine handgezeichnete Karte der unterirdischen Verteidigungsanlagen von Forchheim, wobei ein Tunnel markiert ist, der direkt von der Pfalz zum Rathaus führt. An dem Pergament haften Reste von Bienenwachs und der Geruch von altem Leder. Besonders rätselhaft: Ein gefundener Manschettenknopf aus Silber zeigt das Relief einer Kirsche, was auf die Obstbau-Tradition rund um das nahegelegene Pretzfeld hindeutet.
Das Rathaus am Marktplatz (Der Ort der Intrige) Inmitten des historischen Ensembles, bekannt für den berühmten Adventskalender in den Fachwerkfenstern, wird das dritte Beweismittel sichergestellt. In einem Papierkorb im Sitzungssaal des Stadtrats findet man zerrissene Dokumente über die Privatisierung von Wasserrechten an der Regnitz. An den Schnipseln kleben Rückstände von Druckerschwärze und ein kleiner Splitter von Kalkstein, wie er nur am Walberla vorkommt. Zudem findet sich ein Beleg einer exklusiven Gaststätte aus Erlangen, auf dessen Rückseite eine Summe und ein Datum notiert wurden, das exakt mit dem Verschwinden des Braumeisters übereinstimmt.
Die Bastion an der Wiesent (Die Spur der Flucht) An den massiven Verteidigungswerken der Festung, wo das Wasser der Wiesent gegen die alten Mauern drückt, wird das vierte Indiz gesichert. In einer Mauerspalte steckt ein moderner USB-Stick, der in ein Tuch mit dem Logo einer örtlichen Bank eingewickelt ist. Auf dem Stick befinden sich Fotos von illegalen Grabungen unterhalb der Marienkirche. An dem Tuch haften Rückstände von Süßwasser-Algen und winzige Metallspäne, die bei der Restaurierung von historischen Schlössern anfallen.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Konrad „Der Archivar“ Blatt (62) – Ein besessener Historiker Er arbeitet seit Jahrzehnten im Stadtarchiv von Forchheim und weiß mehr über die unterirdischen Gänge als jeder andere.
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Motiv: Schutz des Erbes durch Wahnsinn. Er glaubte, der Braumeister wolle den historischen Stollen kommerziell ausschlachten und dabei wertvolle archäologische Schichten zerstören. Blatt wollte das „Geheimnis der Stadt“ für sich allein bewahren. Der Brandfleck der Fackel und das Pergament weisen auf ihn hin.
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Besonderheit: Er trägt stets weiße Baumwollhandschuhe, spricht extrem leise und neigt dazu, historische Daten in jedes Gespräch einzuflechten.
Sabine „Die Investorin“ Quelle (45) – Eine kühle Strategin Sie leitet eine Immobilienfirma, die Luxuswohnungen in den alten Handwerkerhäusern der Forchheimer Altstadt plant.
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Motiv: Gier. Sie benötigte den Zugang zu den alten Kellern, um dort eine exklusive Wellness-Anlage zu errichten. Der Braumeister verweigerte ihr das Zutrittsrecht für den entscheidenden Stollen. Die Dokumente über Wasserrechte und der Beleg aus Erlangen belasten sie schwer.
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Besonderheit: Sie wirkt stets perfekt frisiert, trägt auffällig teuren Schmuck und hat die Angewohnheit, beim Sprechen ständig auf ihr Smartphone zu schauen.
Ludwig „Der Schmied“ Eisen (52) – Ein traditionsbewusster Handwerker Er betreibt eine kleine Kunstschmiede in der Nähe der Bastion und ist bekannt für seine Arbeiten an historischen Gittern und Schlössern.
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Motiv: Erpressung und Schulden. Er fertigte für den Braumeister Nachschlüssel für die alten Kellertüren an. Als die Bezahlung ausblieb und er von den illegalen Funden im Keller erfuhr, versuchte er, das Opfer zu erpressen. Die Metallspäne und der USB-Stick führen direkt zu seiner Werkstatt.
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Besonderheit: Er hat extrem kräftige Hände, trägt immer eine lederne Arbeitsschürze und riecht ständig nach Eisen und Kohlefeuer.
Konflikt und Geheimnis: Das Gold der Bischöfe
Das tiefe Geheimnis von Forchheim führt zurück in das 11. Jahrhundert, als die Stadt ein wichtiger Stützpunkt der Reisekönige war. Eine Legende besagt, dass im Dreißigjährigen Krieg ein Teil des Kirchenschatzes des Bistums Bamberg in den tiefsten Sandsteinkellern von Forchheim eingemauert wurde, um ihn vor den Schweden zu retten. Der Braumeister hatte bei Bauarbeiten im Keller tatsächlich einen versiegelten Hohlraum gefunden – doch statt Gold enthielt das Fass hochbrisante Korrespondenzen aus der Zeit der Säkularisation, die belegen, dass weite Teile des heutigen Stadtgebiets eigentlich der Kirche und nicht der Stadt gehören.
Der Konflikt entzündete sich an der Frage, was mit diesem Wissen geschehen sollte. Der Braumeister wollte die Dokumente dem Museum in der Kaiserpfalz übergeben, was die Immobilienpläne der Investorin und die Machtstruktur im Rathaus zerstört hätte. Der Archivar hingegen wollte die Dokumente vernichten, um den „Status Quo“ der Stadtgeschichte nicht zu gefährden. Der Mord war die Eskalation eines Streits um die Identität von Forchheim.
Aufklärung und Finale: Showdown auf der Bastion
Das Finale findet bei Fackelschein auf der Bastion beim Saltorturm statt. Während die Stadt unter den Teilnehmern im nächtlichen Glanz liegt, werden die Indizien zusammengeführt. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch die Analyse des Schlamms an den Schuhen: Es handelt sich um eine seltene Zusammensetzung, die nur an der Stelle der Wiesent vorkommt, an der die Schmiede von Ludwig Eisen steht.
Überführt wird schließlich Ludwig Eisen. Er hatte den Braumeister im Auftrag der Investorin beschattet, doch als er die Dokumente im Fass sah, wollte er auf eigene Rechnung handeln. Es kam zum Kampf im Stollen, bei dem der Braumeister unglücklich stürzte. Der Archivar war Zeuge der Tat, schwieg aber, um die Dokumente an sich zu nehmen. In einem dramatischen Moment auf der Bastionsmauer versucht Eisen, den USB-Stick mit den Beweisen in die Wiesent zu werfen, wird aber von den Teilnehmern, die das historische Schloss der Geheimtür mit dem richtigen Code gesperrt haben, gestellt. Die Investorin wird wegen Anstiftung zur Erpressung ebenfalls abgeführt.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um das versiegelte Fass ist gelöst, die historischen Geheimnisse von Forchheim sind in sicheren Händen und das Recht in Oberfranken ist wiederhergestellt. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst in den tiefsten Kellern den Durchblick behalten. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Ehrenvogt der Kaiserpfalz – Meisterdetektiv von Forchheim“. Dieses Zertifikat wird feierlich unter dem Patronat des Oberbürgermeisters im Rathaussaal verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus der Stadt und dem Umland
Ein Krimi-Event in Forchheim verlangt nach einer Verpflegung, die die Tradition der Stadt ehrt:
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Forchheimer Bierfleisch: Zartes Rindfleisch, das stundenlang in einer Soße aus dunklem Forchheimer Kellerbier geschmort wurde, serviert mit hausgemachten Semmelknödeln und einem Beilagensalat.
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Gebackener Karpfen aus der Regnitz: Frisch gefangen, in Mehl gewendet und knusprig ausgebacken, ein Klassiker der Region, serviert mit Kartoffelsalat und Zitrone.
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Schäuferla vom Annafest: Schweineschulter mit krustiger Schwarte, die so zart ist, dass sie vom Knochen fällt, dazu fränkische Klöße und Wirsing.
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Meerrettich-Süppchen (Kren): Eine cremige Suppe mit dem berühmten Kren aus dem nahen Baiersdorf, verfeinert mit geräucherter Forelle aus der Wiesent.
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Getränke: Unverzichtbar ist ein „Urbier“ oder ein „Kellerbier“ direkt vom Fass. Als Digestiv empfiehlt sich ein Obstbrand aus den Kirschen des Spargel- und Obstbaugebiets Forchheim. Zum Nachtisch gibt es Knieküchla, ein in Fett ausgebackenes Hefegebäck.
Zusatz-Programmpunkte
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Kellerführung mit Taschenlampen: Ein Gang durch das unterirdische Labyrinth des Kellerwaldes.
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Nachtwächter-Rundgang: Eine historische Führung durch die beleuchtete Altstadt von Forchheim.
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Besuch des Pfalzmuseums: Einblicke in die archäologischen Schätze der Region.
Benötigte Requisiten
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Ein antikes Eichenfass (Replik) mit schwarzem Wachssiegel.
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Ein historischer Eisenschlüssel (schwer und rostig).
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Ein lederner Brauer-Schurz mit Sandsteinstaub.
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Eine Pergamentrolle mit einer Karte der Geheimgänge.
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Ein USB-Stick in einem Bank-Tuch.
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Proben von rotem Sandstein und Kalkstein in Gläsern.
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Ein silberner Manschettenknopf mit Kirschmotiv.
Escape-Situation: Die Mission „Der Schatz des Regnitz-Vogts“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um das Original-Testament des Braumeisters zu finden, bevor die Investorin die Kellertür für immer zubetoniert.
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Das Rätsel der Bastion: An den Mauern der Festung müssen die Teilnehmer die Jahreszahlen der verschiedenen Bauphasen finden. Die Summe der Zahlen ergibt den Code für eine versteckte Nische im Saltorturm.
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Die Bier-Hieroglyphen: In einem der Keller hängen alte Schilder der Brauereien. Die Teilnehmer müssen die Gründungsjahre nach ihrem Alter sortieren, um die Kombination für das Vorhängeschloss der Schatzkiste zu erhalten.
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Die Wiesent-Peilung: Mit Hilfe eines Kompasses und der Karte aus der Kaiserpfalz müssen die Teilnehmer vom Marktplatz aus die Richtung zum geheimen Tunnel bestimmen. Der Schnittpunkt zweier Linien zeigt auf ein lockeres Pflasterstein-Versteck.
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Der Kren-Test: Um ein chemisch präpariertes Dokument lesbar zu machen, müssen die Teilnehmer die richtige Konzentration einer „Entwicklerflüssigkeit“ finden, die nach traditionellem Rezept aus Meerrettich-Extrakt und Wasser besteht.
Nächste Überlegung zur Einbindung eines echten Forchheimer Brauers, der den Teilnehmern während der Ermittlungen den Unterschied zwischen obergärigem und untergärigem Bier erklärt, um einen Hinweis zu entschlüsseln, der nur auf einem speziellen Etikett einer Starkbierflasche zu finden ist.
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