Die Aktivstadt an der Altmühlfurt
Herrieden, eine geschichtsträchtige Stadt im Landkreis Ansbach, präsentiert sich als ein leuchtendes Beispiel für die Verbindung von mittelalterlicher Tradition und moderner Lebensqualität im Herzen von Mittelfranken. Geografisch liegt der Ort eingebettet in das weite Tal der oberen Altmühl, einer Region, die durch sanfte Flussauen, weite Wiesen und die angrenzenden Anhöhen der Frankenhöhe geprägt ist. Die Stadt selbst entstand an einer strategisch wichtigen Furt, wo der Fluss seit jeher das Leben und den Handel bestimmte. Das markante Stadtbild wird dominiert von der mächtigen Stiftskirche St. Vitus und St. Deocar, deren Türme weit über das Altmühltal hinaus sichtbar sind und von der über tausendjährigen Geschichte des ehemaligen Chorherrenstifts künden.
Die absolute Besonderheit von Herrieden ist seine Identität als „Aktivstadt“. Hier trifft eine hohe Dichte an Rad- und Wanderwegen auf eine tief verwurzelte sakrale Vergangenheit. Die historische Altstadt mit ihren Resten der Stadtmauer, den stattlichen Tortürmen wie dem Storchenturm und dem barocken Ensemble rund um den Marktplatz erzählt von der Bedeutung als geistliches Zentrum des Hochstifts Eichstätt. Eine weitere Besonderheit ist das enge Miteinander von Mensch und Natur, das sich im Schutz der Weißstörche widerspiegelt, die alljährlich auf den Dächern der Stadt brüten und zum lebendigen Wahrzeichen der Region geworden sind. In Herrieden verbindet sich das sanfte Plätschern der Altmühl mit dem Echo der Glocken zu einer Atmosphäre von tiefer Beständigkeit, die jedoch durch ein dunkles Ereignis jäh erschüttert wird.
Kurz vor der feierlichen Einweihung eines neuen Abschnitts des Altmühltal-Radwegs wird eine grausige Entdeckung gemacht. Im trockengelegten Graben nahe der alten Stadtmauer wird ein bekannter Lokalhistoriker aufgefunden – betäubt und in ein historisches Gewand eines Chorherren gehüllt. In seinem Schoß liegt eine Replik des „Deocar-Schreins“, die jedoch leer ist. Es fehlt das „Auge des Stifters“, ein wertvoller Edelstein aus dem Kirchenschatz, der nur zu höchsten Feiertagen präsentiert wird. In Herrieden beginnt eine fieberhafte Jagd nach dem Dieb und den Hintergründen einer Tat, die bis in die Gründungszeit des Klosters zurückreicht. Es geht um religiösen Fanatismus, die Gier nach verborgenen Reichtümern und ein Geheimnis, das unter den Pflastersteinen des Stiftsplatzes begraben liegt.
Schauplätze: Orte der Tat und der Beweise
Die Stiftsbasilika St. Vitus (Der Ort des Sakrilegs) Inmitten der monumentalen Stille des Kirchenschiffs, dort wo der Duft von Weihrauch und altem Stein in der Luft hängt, beginnt die Spurensuche. Hinter dem Hochaltar wird das erste Beweismittel sichergestellt: Ein moderner Arbeitshandschuh, an dessen Innenseite Reste von Wachs kleben, das eine ungewöhnliche, tiefrote Färbung aufweist. Dieses Wachs stammt eindeutig von den speziellen Votivkerzen, die nur in der Krypta von Herrieden verwendet werden. Auf dem Boden finden sich zudem winzige Splitter von Bleiglas, die darauf hindeuten, dass ein historisches Fenster als Einstieg genutzt wurde. Die sakrale Erhabenheit der Basilika bildet einen beklemmenden Kontrast zur Kaltblütigkeit des Diebstahls.
Die Altmühlbrücke mit der Statue des Nepomuk (Die Spur der Flucht) An der historischen Brücke, die den Fluss überspannt und als Nadelöhr für Reisende im Landkreis Ansbach gilt, wird ein zweites Indiz geborgen. Unter dem Sockel der Nepomuk-Statue findet man eine wasserdichte Plastikhülse. Darin befindet sich eine handgezeichnete Skizze der unterirdischen Kanäle, die von der Brauerei bis zur Altmühl führen. An der Hülse haften Federn eines Jungstorchs, was darauf hindeutet, dass das Versteck in der Nähe eines der Nistplätze auf den Dächern von Herrieden liegt. Das ständige Rauschen des Flusses scheint die Fluchtgeräusche der Tatnacht fast spürbar zu machen.
Das Obere Tor (Der Ort der Beobachtung) In der obersten Kammer des markanten Torturms, der einst Teil der Stadtbefestigung war, wird das dritte Beweismittel entdeckt. Es handelt sich um ein hochwertiges Fernglas, dessen Stativ mit Klebeband fixiert wurde, um den Stiftsplatz permanent im Blick zu behalten. Neben dem Stativ liegt eine leere Packung mit Beruhigungstee aus einer lokalen Apotheke. In den Dielenritzen finden sich Staubpartikel von Jurakalk, wie er typischerweise in den Steinbrüchen der südlichen Frankenhöhe vorkommt. Die Enge des Turms und die strategische Sicht über die Dächer von Herrieden lassen auf eine lang geplante Observation schließen.
Der Stadtpark an der Stadtmauer (Das Versteck im Grünen) In einem hohlen Baumstamm nahe der restaurierten Mauerabschnitte wird das vierte Indiz sichergestellt. Es ist ein alter Lederschlüsselanhänger mit dem Wappen des Hochstifts Eichstätt. In der Tasche des Anhängers steckt ein kryptischer Zahlencode, der auf einer alten Schreibmaschine verfasst wurde. Bodenproben in diesem Bereich zeigen eine Vermischung von Flussschlamm und Gartenhumus, was auf eine nächtliche Grabung hindeutet. Die idyllische Ruhe des Parks wird hier zum stummen Zeugen einer kriminellen Deponierung.
Verdächtige: Motive und Abgründe
Dr. h.c. Bernhard „Der Archivar“ Stein (62) – Ein besessener Historiker Er verbringt jede freie Minute in den Archiven von Herrieden und gilt als wandelndes Lexikon für die Geschichte des Chorherrenstifts.
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Motiv: Akademischer Wahn. Er ist überzeugt, dass der Edelstein „Auge des Stifters“ eine versteckte Inschrift enthält, die den Weg zum Grab des Heiligen Deocar weist. Er wollte den Stein untersuchen, bevor er für immer in einer modernen Vitrine verschwindet. Das Fernglas im Turm und der Beruhigungstee gehören ihm.
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Besonderheit: Er trägt immer eine Tweed-Weste mit zahlreichen Stiften in der Brusttasche, spricht in sehr komplizierten Schachtelsätzen und neigt dazu, bei Nervosität seine Taschenuhr im Sekundentakt auf- und zuzuklappen.
Marianne „Die Küsterin“ Glockner (54) – Die Seele der Basilika Sie sorgt seit Jahrzehnten für Ordnung in der Kirche und kennt jeden Winkel der Stiftsgebäude in Herrieden.
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Motiv: Religiöser Protektionismus. Sie war strikt gegen die geplante Ausleihe des Edelsteins für eine Ausstellung in München. Sie wollte den Stein „retten“, indem sie ihn im Namen des Glaubens versteckte. Die roten Wachsspuren und der Arbeitshandschuh weisen auf sie hin.
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Besonderheit: Sie hat einen sehr leisen, fast lautlosen Gang, trägt stets einen schweren Schlüsselbund an der Schürze und besitzt die Fähigkeit, Menschen allein durch einen strengen Blick über den Brillenrand zum Schweigen zu bringen.
Stefan „Der Radprofi“ Kurbel (35) – Ein ehrgeiziger Tourismus-Unternehmer Er betreibt einen Fahrradverleih am Altmühltal-Radweg und hofft auf den großen Durchbruch durch den neuen Radweg-Abschnitt.
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Motiv: Finanzielle Gier. Er wurde von einem privaten Sammler aus Ansbach kontaktiert, der eine horrende Summe für das „Auge des Stifters“ bot. Er brauchte das Geld, um seine Schulden aus einer gescheiterten Investition zu tilgen. Die Skizze an der Brücke und die Kalkstaubspuren am Turm belasten ihn.
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Besonderheit: Er trägt ausschließlich enganliegende Sportkleidung, hat ständig ein Bluetooth-Headset im Ohr und neigt dazu, Entfernungen grundsätzlich in „Fahrradminuten“ anzugeben.
Konflikt und Geheimnis: Das Erbe der Deocar-Bruderschaft
Das tiefere Geheimnis von Herrieden liegt in der Existenz einer Geheimgesellschaft, der „Deocar-Bruderschaft“, die seit Jahrhunderten im Verborgenen über den Kirchenschatz wacht. Diese Bruderschaft besteht aus einflussreichen Bürgern der Stadt, die sich verpflichtet haben, die Reliquien niemals die Stadtgrenzen verlassen zu lassen.
Der Konflikt entzündet sich an der Entscheidung des Stadtrats, den Kirchenschatz für touristische Zwecke weltweit zu vermarkten. Während die Küsterin als Mitglied der Bruderschaft handelte, nutzte der Archivar das Chaos für seine eigene Forschung. Der Radprofi wiederum wurde als unwissender Handlanger missbraucht, um die Aufmerksamkeit auf die Fluchtwege am Fluss zu lenken. Der Mordversuch an dem Lokalhistoriker geschah, weil dieser kurz davor war, die Liste der Bruderschaftsmitglieder im Archiv zu finden.
Aufklärung und Finale: Showdown am Storchenturm
Das Finale findet in einer nebligen Nacht auf dem Wehrgang zwischen dem Oberen Tor und dem Storchenturm statt. Während unten die Altmühl in der Dunkelheit glitzert, werden die Verdächtigen mit der Indizienkette konfrontiert. Der entscheidende Durchbruch gelingt durch den Zahlencode auf dem Schlüsselanhänger: Er entspricht nicht etwa einem Safe-Code, sondern den Schlagzeiten der Kirchenglocken, die in einer bestimmten Nacht manipuliert wurden, um ein Signal zu geben.
Überführt wird schließlich Dr. Bernhard Stein. In seinem Wahn hatte er den Lokalhistoriker niedergeschlagen, da dieser das wertvolle Dokument über die Bruderschaft bereits in den Händen hielt. Marianne Glockner hatte den Diebstahl des Steins zwar ausgeführt, wollte ihn aber nur „zwischenlagern“. Stefan Kurbel war für den Transport zuständig, verlor jedoch die Nerven, als er von dem Gewaltverbrechen erfuhr. Unter dem Druck der Beweise bricht der Archivar im Schatten des Storchenturms zusammen und gesteht, dass er „die Wahrheit über Herrieden für sich allein beanspruchen wollte“. Der Edelstein wird in einem Versteck im Dachstuhl der Basilika gefunden und kehrt – unter schärferen Sicherheitsvorkehrungen – an seinen Platz zurück.
Auflösung und Teilnahmezertifikat
Der Fall um den Fluch des Stiftsherrn ist gelöst, der Kirchenschatz von Herrieden ist sicher und die dunklen Machenschaften im Altmühltal wurden aufgedeckt. Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie selbst in den verwinkelten Gängen eines Chorherrenstifts den Durchblick behalten. Die Auszeichnung trägt den Namen: „Wächter von St. Deocar – Ehrenermittler der Aktivstadt“. Dieses Zertifikat wird unter dem Siegel der Stadt verliehen.
Essen und Trinken: Kulinarik aus dem Altmühltal
Ein Krimi-Event in Herrieden verlangt nach einer Bewirtung, die so kräftig und traditionsbewusst ist wie die Menschen in Mittelfranken:
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Herriedener Stiftsbraten: Ein saftiger Krustenbraten vom Landschwein, verfeinert mit einer dunklen Soße aus lokalem Schwarzbier, serviert mit original fränkischen Klößen und hausgemachtem Apfelrotkohl.
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Altmühl-Forelle „Müllerin Art“: Fangfrisch aus den Gewässern rund um Herrieden, in Butter gebraten mit Mandelsplittern und Petersilienkartoffeln von den Feldern der Frankenhöhe.
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Storchennest-Brotzeit: Eine Auswahl an regionalen Wurstspezialitäten wie Stadtwurst, Preßsack und Griebenschmalz, dazu kräftiges Bauernbrot und ein scharfer Meerrettich.
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Deocar-Taler: Ein feines Gebäck aus Mürbeteig mit einer Füllung aus heimischen Waldbeeren, das an die Form historischer Münzen des Stifts erinnert.
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Getränke: Vorzugsweise ein süffiges Lagerbier einer der Brauereien aus dem Landkreis Ansbach. Als alkoholfreie Variante wird Apfelsaft von den Streuobstwiesen rund um Herrieden gereicht. Ein kleiner „Altmühlgeist“ (Kräuterschnaps) bildet den rituellen Abschluss der Ermittlungen.
Zusatz-Programmpunkte
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Nachtwächter-Führung durch die Altstadt: Ein Rundgang durch die dunklen Gassen von Herrieden mit schaurigen Geschichten über die Zeit der Pest und des Dreißigjährigen Kriegs.
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Vogelkundliche Wanderung an der Altmühl: Ein Spaziergang zu den Beobachtungspunkten der Weißstörche mit Erklärungen zum Naturschutz in der Region.
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Besuch des Handwerksmuseums: Ein tiefer Einblick in die Geschichte der Zünfte und das Alltagsleben in einer fränkischen Kleinstadt.
Benötigte Requisiten
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Eine leere Replik des Deocar-Schreins aus Holz.
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Ein Arbeitshandschuh mit roten Wachsrückständen.
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Eine wasserdichte Plastikhülse mit handgezeichneten Kanal-Skizzen.
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Ein Fernglas auf einem kleinen Holzstativ.
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Ein alter Lederschlüsselanhänger mit einem getippten Zahlencode.
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Ein künstlicher Edelstein (großer Glasstein) als „Auge des Stifters“.
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Proben von Jurakalk-Staub und Storchenfedern.
Escape-Situation: Die Mission „Das Siegel der Bruderschaft“
Die Teilnehmer müssen eine Mission erfüllen, um das Geheimfach im Rathaus zu öffnen, bevor der Dieb mit dem „Auge des Stifters“ über den Altmühltal-Radweg flieht.
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Das Rätsel der Kirchenfenster: Die Teilnehmer müssen die Anzahl der Heiligenfiguren in den Hauptfenstern der Stiftsbasilika zählen. Diese Zahl bildet den ersten Teil der Kombination für eine Truhe im Storchenturm.
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Die Nepomuk-Peilung: An der Brücke müssen die Teilnehmer die Blickrichtung der Statue bestimmen. Der Punkt, auf den der Heilige schaut, markiert ein verstecktes Symbol an der Stadtmauer, das den nächsten Hinweis enthält.
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Die Storch-Chiffre: Auf einem Plakat zum Naturschutz sind verschiedene Buchstaben markiert. Nur wer die korrekte Flügelspannweite eines Weißstorchs kennt, kann diese Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringen, um das Passwort für ein digitales Schloss zu erhalten.
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Die Kanalfahrt: In einem Modell des unterirdischen Kanalsystems müssen die Teilnehmer eine Kugel durch Geschicklichkeit so manövrieren, dass sie den Auslöser für eine Geheimschublade betätigt, in der sich das Siegel der Bruderschaft befindet.
Wäre es eine Überlegung wert, die Teilnehmer während der Ermittlungen mit Leihfahrrädern auszustatten, um die verschiedenen Schauplätze am Altmühltal-Radweg in Herrieden authentisch und zügig miteinander zu verbinden?
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