Veröffentlichte Bamberg-Krimis von Harry Luck:
- „Bamberger Hörnla„ (2015) – Erster Franken-Krimi, Emons Verlag
- „Bamberger Fluch“ (2016) – Thema: Hexenverfolgung in Bamberg, 400 Jahre danach
- „Bamberger Zauber“ (2017) – Ermittlungen in der regionalen Kleinkunstszene
- „Bamberger Seidla“ (2018) – Rund um die Bamberger Bierkultur
- „Der Franken-Bulle“ (2020) – Meta-Krimi über Krimi-Dreharbeiten in Bamberg
- „Bamberger Reiter“ (2021) – Diebstahl des berühmten Bamberger Reiters aus dem Dom
- „Bamberger Beichte“ (2023) – Mord im Karmelitenkloster Bamberg
- „Bamberger Zwietracht“ (April 2025) – Fußball-Krimi beim FC Eintracht Bamberg
Harry Luck: Der akkurate Lokalpatriot mit Ermittlergespür
Harry Luck, 1972 in Remscheid geboren, kam über sein Studium der Politikwissenschaften in München und seine Arbeit als Journalist und Redakteur nach Franken. Seit 2012 ist er Pressesprecher des Erzbistums Bamberg – eine Position, die ihm nicht nur tiefe Einblicke in die kirchlichen Strukturen der Stadt gewährt, sondern auch Zugang zu historischen Archiven, Kunstschätzen und den versteckten Winkeln der Dombergstadt. Diese berufliche Nähe schlägt sich unmittelbar in seinen Krimis nieder: Seine Protagonisten – Kommissar Horst Müller und seine polnischstämmige Kollegin Paulina Kowalska – ermitteln regelmäßig in kirchlichem Kontext, wobei Luck stets darauf achtet, die Institution differenziert darzustellen.
Die Horst-Müller-Reihe: Acht Bände zwischen 2015 und 2025
Lucks Erfolgsgeschichte begann 2015 mit „Bambärger Hörnla„ (auch geschrieben als „Bamberger Hörnla“), seinem Debüt im renommierten Emons Verlag, der sich auf Regionalkrimis spezialisiert hat. Der Titel verweist auf die geschützte Bamberger Kartoffelsorte Hörnla – eine hornförmige, nussig schmeckende Kartoffel, die seit Jahrhunderten in der Gärtnerstadt angebaut wird und zum kulinarischen Erbe Bambergs gehört. Bereits in diesem ersten Band etablierte Luck seinen Stil: präzise Ortsbeschreibungen realer Schauplätze, Einbindung regionaler Besonderheiten (Bierkultur, Gärtnertradition, Dialekt) und solide Kriminal-Plots ohne Splatter oder Sensationslust.
Der zweite Band „Bamberger Fluch“ (2016) wagte sich an Bambergs dunkelste historische Seite: die Hexenverfolgung 1623-1633, die zu den grausamsten im gesamten Heiligen Römischen Reich gehörte. Über 1.000 Menschen – Männer, Frauen, Kinder, Geistliche und sogar der Bürgermeister Johannes Junius – wurden gefoltert und hingerichtet. Luck nutzte den 400. Jahrestag (2023 gedacht) als Anknüpfungspunkt für einen fiktiven Krimin
alfall, der die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft. Die Recherche führte ihn ins Staatsarchiv Bamberg, wo Prozessakten mit verstörenden Details überliefert sind. Erst 2012 wurde am Unteren Brücke ein Gedenkstein für die Opfer der Hexenverfolgung errichtet – ein Ort, der im Roman eine zentrale Rolle spielt.
„Bamberger Zauber“ (2017), der dritte Band, siedelt seine Handlung in der regionalen Kleinkunstszene an, konkret beim Festival „Bamberg zaubert“, das real existiert und jährlich Zauberkünstler, Gaukler und Straßenkünstler in die Altstadt bringt. Der fiktive Mord an einem Puppenspieler, dessen Leiche in der Regnitz treibt, ermöglicht Luck Einblicke hinter die Kulissen einer Szene, die von Neid, Konkurrenz und künstlerischen Egoismen geprägt ist – eine überraschend düstere Seite der scheinbar heiteren Unterhaltungskunst.
Mit „Bamberger Seidla“ (2018) widmete sich Luck ganz der Bierkultur, die Bamberg mit seinen elf innerstädtischen Brauereien und der Tradition des Rauchbiers einzigartig macht. Das Wort „Seidla“ (verkleinernd von „Seidel“) bezeichnet in Franken ein Viertelliter-Bierglas. Der Krimi spielt in den historischen Felsenkellern rings um die Stadt, wo traditionell das Bier gelagert wird und im Sommer in den Biergärten ausgeschenkt wird – etwa beim Wilde-Rose-Keller, Spezial-Keller oder Greifenklau-Keller. Luck beschreibt detailliert die Brautraditionen, das Reinheitsgebot, die Familienstrukturen der Brauerdynastien und die Konflikte zwischen Tradition und Modernisierung.
„Der Franken-Bulle“ (2020) ist ein besonderes Experiment: ein Meta-Krimi über Krimi-Dreharbeiten in Bamberg. Luck lässt fiktive Filmleute einen Franken-„Tatort“ drehen – und Kommissar Müller muss einen realen Mord am Set aufklären. Das Buch nimmt augenzwinkernd die Krimi-Szene aufs Korn, inklusive Referenzen an reale Bamberger Buchhandlungen wie Collibri am Grünen Markt und Osiander in der Hauptwachstraße. Luck spielt hier mit den Erwartungen des Genres und reflektiert sein eigenes Schaffen.
Der sechste Band „Bamberger Reiter“ (2021) ist vermutlich Lucks ambitioniertestes Werk. Der Bamberger Reiter, die berühmte Skulptur im Bamberger Dom (entstanden um 1237), ist eines der größten Rätsel der Kunstgeschichte: Bis heute weiß niemand sicher, wen die Statue darstellt – König Stephan I. von Ungarn, Kaiser Heinrich II. oder einen idealtypischen christlichen Herrscher? Luck konstruiert einen fiktiven Kunstraub: Der Reiter wird gestohlen, kurz vor einem Papstbesuch! Ein ermordeter Kunsthändler besaß ein geheimnisvolles mittelalterliches Buch mit einer spektakulären These über die Identität des Reiters – und die Spur führt zum Heiligen Gral, der angeblich in Bamberg verborgen sei.
Für diesen Roman recherchierte Luck intensiv, unter anderem in Zusammenarbeit mit Domkapitular Norbert Jung, einem der besten Kenner der Domgeschichte. Die Beschreibungen des Domschatzes, der Kaisergräber (Heinrich II. und Kunigunde) und der architektonischen Besonderheiten des romanischen Doms sind akkurat. Die Kriminalhandlung selbst ist natürlich fiktiv, aber Luck nutzt reale historische Rätsel als Ausgangspunkt. Die Main-Post lobte das Buch als „so spannend wie spektakulär“, und das Domradio warnte: „Dieser Krimi ist ein echter Page-Turner.“
„Bamberger Beichte“ (2023) führt ins Karmelitenkloster in der Bamberger Altstadt. Ein Ordensbruder stirbt unter mysteriösen Umständen, und die Ermittlungen decken auf, dass er heimlich Exorzismen durchführte und eine falsche Identität angenommen hatte. Luck verbindet hier zwei Themenfelder: die Frage, ob es innerhalb der katholischen Kirche geheime Zirkel gibt, die gegen offizielle Regeln verstoßen, und kommunalpolitische Intrigen um Fake-Accounts in sozialen Medien – eine hochaktuelle Thematik. Der Roman zeigt Lucks Fähigkeit, kirchliche Binnenperspektiven (die er durch seine Berufstätigkeit kennt) mit zeitgenössischen Konflikten zu verknüpfen.
„Bamberger Zwietracht“ (April 2025): Der aktuelle Fußballkrimi
Lucks achter und neuester Band „Bamberger Zwietracht“ erschien am 17. April 2025 und markiert einen thematischen Neuanfang: erstmals verlässt Luck die kirchlich-kulturellen Sphären und begibt sich in die Welt des Amateurfußballs. Die Idee entstand 2023, als der FC Eintracht Bamberg in die Regionalliga Bayern aufstieg – die höchste Amateurklasse. Luck nahm Kontakt mit dem Medienreferenten des Vereins, Adrian Grodel, auf und erhielt Zugang zu allen Bereichen: Er besuchte Heimspiele im Fuchs-Park-Stadion, sprach mit Spielern, Trainern und Funktionären, erlebte Siege und Niederlagen hautnah mit.
Die Handlung spielt während eines fiktiven Franken-Derbys zwischen dem FC Eintracht Bamberg (im Roman „FCE“) und der Spielvereinigung Ansbach. Mitten im Spiel bricht der Top-Stürmer im Strafraum zusammen. Was zunächst wie ein tragischer Herzinfarkt aussieht, entpuppt sich als heimtückischer Giftanschlag. Kommissar Müller und Paulina Kowalska tauchen ein in die fränkische Fußballszene und stoßen auf Wettbetrug, Spielmanipulation (sogenanntes „Matchfixing“), Homophobie im Männerfußball und die Thematik Kirchenasyl für einen jungen afrikanischen Spieler.
Zwischen Fiktion und Realität: Luck lässt den FCE im Roman zunächst sensationell den 1. FC Nürnberg im DFB-Pokal besiegen und anschließend gegen den FC Bayern München antreten – eine Traumvorstellung für jeden Amateurverein. In der Realität schied der FCE knapp gegen SpVgg Unterhaching aus. Luck kommentierte selbstironisch: „Diese Episode ist jetzt leider in der Kategorie Fantasy einzuordnen.“ Die Vermischung von realen Strukturen (echtes Stadion, echter Verein, echte Probleme des Amateursports) mit fiktiver Dramatisierung ist typisch für Lucks Ansatz.
Gesellschaftspolitische Themen: Luck recherchierte intensiv zu Wettbetrug-Skandalen in unteren Ligen, wo Spielmanipulation besonders anfällig ist, da Amateure kaum Geld verdienen und für Wettmafias leichte Ziele sind. Er stieß auf einen realen Fall aus Bamberg: 2010 wurde ein Profi der Brose Baskets (Basketballverein) verhaftet und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem er auf manipulierte Fußballspiele gewettet hatte – ein Detail, das im Roman verarbeitet wird.
Das Thema Homophobie im Fußball behandelt Luck mit Vorsicht, aber Klarheit: Weltweit gibt es rund 500.000 Profifußballer, von denen exakt sieben offen homosexuell leben. FCE-Pressesprecher Adrian Grodel wird im Buch zitiert: „Obwohl sich gesellschaftlich in der Frage der Homosexualität viel getan hat, ist der Fußball hier leider nicht mitgekommen. Das ist immer noch ein Tabuthema – von ganz oben bis in die untersten Klassen!“ Luck konstruiert einen fiktiven schwulen Spieler, dessen Coming-out Konflikte auslöst.
Präsentation und Resonanz: Die Premierenlesung fand am 8. Mai 2025 in der Buchhandlung Osiander am Grünen Markt 16 in Bamberg statt (Eintritt 10€, ausverkauft). Weitere Lesungen folgten in Oberhaid (22. Mai), Litzendorf (24. Mai) und Marktzeuln (18. Juli). Am 16. April 2025 stellte Luck das Buch direkt im Fuchs-Park-Stadion vor, in der VIP-Lounge des FCE. Anwesend waren Vorstandssprecher Sascha Dorsch und Spieler. Dorsch sagte augenzwinkernd: „Mein bester Mann ist leider schon verstorben“ – eine Anspielung darauf, dass der fiktive Top-Stürmer ermordet wird.
Ein besonderes Detail: Julian Gressel, ehemaliger Regionalligaspieler des FCE und heute US-Nationalspieler sowie Teamkollege von Lionel Messi bei Inter Miami, lobte das Buch: „Simply great! Super Buch!“ – ein prominentes Endorsement, das zeigt, wie ernst Luck die Fußballwelt nimmt.
Wo spielt der Krimi? Der Fuchs-Park-Stadion liegt im Südosten Bambergs, an der Armeestraße. Es fasst ca. 5.500 Zuschauer und ist die Heimat des FCE seit dessen Gründung 2010. Das Stadion ist modern (renoviert 2006), hat eine überdachte Haupttribüne und liegt in einem Wohnviertel – eine typische Amateurfußball-Atmosphäre, weit entfernt vom Hochglanz der Bundesliga. Luck beschreibt detailliert die Kabinen, den Spielertunnel, die Pressetribüne und die Atmosphäre bei einem Derby, wenn 3.000 Zuschauer das kleine Stadion zum Kochen bringen.
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